Seit 22 Monaten sorgen sie dafür, dass das „System Österreich“ nicht heruntergefahren werden muss.
Während ihrer Arbeit tragen alle Maske, Homeoffice gibt es für sie nicht. Rund eine Million Menschen arbeiten österreichweit in systemrelevanten Berufen, notiert die Autorin Luna Al-Mousli in ihrem BuchMan hat ihnen speziell zu Beginn der Pandemie auf den Balkonen und anderswo in dieser Republik Applaus gespendet. Doch die nachhaltige Wertschätzung, vor allem die auf ihren Bankkonten, ist weitgehend ausgeblieben.
„Zuerst waren wir die Schuldigen. Jetzt hat sich das in die Krankenhäuser verlagert. Wir fühlen mit, was das Personal momentan dort mitmachen muss.“ Unverständlich, warum so etwas zugelassen werde. 88 Mitarbeiter beschäftigt das Haus, 56 sind „Pflegekräfte“, der Rest reinigt, kocht oder ist Hausmeister. Die für überholt befundene Verordnung schlüsselt in technokratischer Lieblosigkeit auf: Die Vierer-Stufe verlangt „eine Personaleinheit pro 2,5 HeimbewohnerInnen“.
Elisabeth ist diesbezüglich skeptisch. Sie ist 48 und weiß vor allem nicht, was ihre berufliche Zukunft bringen wird: „Mir geht es mit dem Rücken nicht so gut, ich habe keine Ahnung, ob mein Kreuz das bis zur Pension überhaupt mitmacht.“ Ja, die Prämie von 500 Euro habe sie gefreut, „aber ich vermisse die nachhaltigen Verbesserungen“.
Doch dann gibt sie klar zu verstehen: „Auch für mich ist das nicht so lustig. Ich muss die Maske sogar den ganzen Tag über tragen.“ Jederzeit mit Corona infizieren kann sich auch die Zugbegleiterin. Im Dienst habe sie daher immer noch „Respekt, aber keine Angst“, wie sie erklärt. „Ich habe von Anfang an immer eine Maske getragen. Die Maske gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.“
Angst vor einer Infektion hat der Vater einer zehn Monate alten Tochter und Freund einer Polizistin in Karenz nicht. „Der Beruf des Polizisten ist nun einmal gefährlich. Dafür werde ich auch bezahlt.“ Ob das die Mutter seiner Tochter auch so sieht? Der Ordnungshüter denkt kurz nach, dann schüttelt er seinen Kopf.
Der Vergleich mit dem Krieg ist nicht weit hergeholt: Frau Jovanović ist in einer kleinen Stadt namens Jagodina, 100 Kilometer südöstlich von Belgrad, aufgewachsen. Sie war sechs Jahre alt, als im Fernsehen gesagt wurde, dass Krieg ist, sich alle Nachbarn so gut sie konnten mit Lebensmitteln eindeckten und auch ihre Familie abends daheim kein Licht mehr aufdrehte.
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