Kapitalmarktstratege Carsten Roemheld fehlt die Fantasie für eine Herbstrally. Im Interview der Börsen-Zeitung spricht Roemheld darüber, welche Märkte aktuell attraktive Bewertungen bieten und in welchen Sektoren er einen kräftigen Investitionsschub erwartet.
Kapitalmarktstratege Roemheld sieht weitere schwierige Monate für den Aktienmarkt – Asiatische Märkte und Infrastruktur interessant
Das Problem an diesem Zyklus ist, dass ein paar Sondereffekte eingetreten sind, die diese Transmission verlängern. Wir hatten nach der Pandemie eine Fülle an Liquidität für Märkte, Konsumenten, Unternehmen und davon zehren sie nun länger, als wir es eigentlich vermutet hatten. Der Konsum und die Wirtschaft vor allem in den USA sind immer noch sehr stark, und die Unternehmen haben sich relativ ordentlich refinanziert bei niedrigen Zinsen.
Ich vermute, dass selbst die Top-Indexwerte mit dem höchsten Wachstum, die in den USA bisher den ganzen Index getragen und auch die Bewertungen nach oben gefahren haben, davon betroffen sein werden. Wenn das Zinsniveau in Zukunft höher als vorher sein wird, betrifft das ja vor allem Unternehmen, die starkes Wachstum in der Zukunft haben.
Japan hatte in den achtziger Jahren oder Anfang der Neunziger mal einen Marktanteil von 40% am MSCI World – das kann sich heute keiner mehr vorstellen. Jetzt stehen sie bei 6-7%. Japan hat eine wirklich enorm lange Phase des Abstiegs hinter sich, wo über den Immobilienmarkt, die Deflation, im Prinzip alles schlecht war und kein Wachstum hervorgerufen wurde. Man sieht das auch an der Währung. Der Yen ist katastrophal schwach, er ist gegenüber allen Währungen deutlich gefallen.
Kommen wir geografisch wieder ein bisschen näher zu uns: Mit Blick auf das KGV sind deutsche Aktien gegenüber amerikanischen mindestens moderat, andere sagen historisch günstig bewertet. Sind die Amerikaner zu teuer oder besteht hier Nachholbedarf? Zwar haben wir es geschafft, Projekte von Tesla und Intel zu bekommen, aber teuer subventioniert. Letztendlich gehen die Produkte ja gar nicht unbedingt nach Deutschland, sondern werden überall hin exportiert. Das heißt, wir subventionieren amerikanische Unternehmen, die ihre Produkte dann woanders vertreiben. Damit wird der Volkswirtschaft in Deutschland nicht so sehr geholfen.
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