Wollnashorn floh vor Erwärmung ins Altai-Gebirge

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Wollnashorn floh vor Erwärmung ins Altai-Gebirge
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Die vor 10.000 Jahren ausgestorbenen Tiere fanden im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte in Warmzeiten ein Refugium in Zentralasien.

Wer an Tiere denkt, die um die Eiszeiten durch Eurasien gestreift sind, kommt nach dem Wollhaarmammut vermutlich schnell auf das Wollnashorn. Das kälteangepasste Tier mit seinem charakteristischen dichten Fell entstand, so der jüngste Stand der Forschung, vor rund 3,7 Millionen Jahren im Hochland von Tibet.

Später breitete es sich dann bis in den hohen Norden Sibiriens und in Ostasien aus, kam bis in unsere Gegend. Auch in Österreich wurden zahlreiche Funde verzeichnet. Fest steht, dass die Tiere durch den Wechsel der Eis- und Warmzeiten immer wieder hart auf die Probe gestellt wurden. So wie andere Vertreter der eiszeitlichen Fauna verschwand es vor 14.000 bis 12.000 Jahren, dem Ende der letzten ausgeprägten Kaltzeit.

Die eine oder andere isolierte Population mag bis vor 9800 Jahren überlebt haben, doch klimatische Veränderungen und der wachsende menschliche Einfluss taten das Ihre. Ein vorwiegend chinesisches Team hat mit Beteiligung der Wiener Archäologin Katerina Douka anhand alter DNA und Lebensraumsimulationen die Geschichte der vor rund 10.000 Jahren ausgestorbenen Tiere über 500.000 Jahre rekonstruiert . Insgesamt wurden 183 Wollnashorn-Funde gescreent, es gelang mitochondriale DNA von 29 Individuen und Zellkern-DNA von 14 Tieren aus Europa, Ostasien und der Altai-Region zu sequenzieren.

Douka steuerte Radiocarbon-Datierungen bei. Gut erhaltene Funde im nördlichen Sibirien prägen das Bild der Tiere, doch die genetische Vielfalt stammt offenbar nicht von dort. Die neuen Analysen zeigen, dass vier genetisch unterscheidbare Gruppen in der Zeit um 460.000 bis 420.000 Jahren, zwischen einer Kalt- und einer Warmzeit, in weit südlicheren Gegenden entstanden. Als es dann kälter wurde, wurden die unterschiedlichen Populationen offenbar weitestgehend getrennt.

Die ersten beiden Gruppen mit jeweils ähnlicherem Erbgut bewohnten demnach großteils Nordostsibirien und Ostasien, während die anderen beiden in Zentralasien, im Uralgebirge und im östlichen Europa heimisch waren. Später dürfte sich eine Gruppe in der Uralregion mit Einwanderern aus dem Osten vermischt haben. Weil im Altaigebirge Vertreter aller vier genetischen Linien gefunden wurden, dürfte es sich bei der Region um ein wichtiges Rückzugsgebiet gehandelt haben. Darauf lassen Klimamodellierungen in Verbindung mit den neuen Diversitätsmustern schließen.

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