Wilkes Subglacial Basin: Unbekanntes Risiko unter dem Antarktiseis

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Wilkes Subglacial Basin: Unbekanntes Risiko unter dem Antarktiseis
Wilkes Subglacial Basin, Cook-Gletscher, Eisschmelze

Unter der antarktischen Eisdecke liegt das gewaltige Wilkes Subglacial Basin, das bei vollständigem Abschmelzen den globalen Meeresspiegel um 3-4 Meter anheben könnte. Die Region ist jedoch kaum erforscht - kein Forschungsschiff kam näher als 150 km an die Eisfront des Cook-Gletschers. Steigende Meerestemperaturen und die topografische Beschaffenheit des Felsbetts könnten einen irreversiblen Rückzug des Eises beschleunigen. Forscher warnen vor der Dringlichkeit, die Prozesse in diesem "Eisreservoir" besser zu verstehen, bevor es zu spät ist.

Das Wilkes Subglacial Basin, kurz Wilkes-Becken, erstreckt sich über rund 1400 Kilometer Länge und etwa 400 Kilometer Breite. Anders als ein schwimmender Eisberg liegt die gewaltige Eismasse unter der antarktischen Eisdecke.

Teile des darunterliegenden Felsbetts liegen bis zu 2000 Meter unter dem Meeresspiegel. Sollte das gesamte Eis in dieser Region abschmelzen, könnte der weltweite Meeresspiegel laut dem vorliegenden Forschungsbericht um drei bis vier Meter steigen. Wann und wie schnell ein solcher Verlust eintreten könnte, lässt sich derzeit jedoch nicht zuverlässig vorhersagen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Cook-Gletscher.

Über ihn fließt ein großer Teil des Eises aus dem Wilkes-Becken in Richtung Meer. Die Region ist allerdings nur wenig erforscht. Dem Bericht zufolge ist bislang kein Forschungsschiff näher als 150 Kilometer an die Eisfront des Cook-Gletschers herangekommen. Wärmeres Meer könnte Rückzug verstärken Besonders problematisch ist, dass Meerwasser schon heute an den Rändern mit dem Eis in Kontakt kommt.

Steigen die Wassertemperaturen, könnte dadurch mehr Eis schmelzen und schneller ins Meer gelangen. Hinzu kommt die Form des Untergrunds: Teile des Felsbetts werden landeinwärts zunehmend tiefer. Unter bestimmten Bedingungen könnte sich der Rückzug des Eises dadurch selbst verstärken. Welche Prozesse tatsächlich einsetzen und wann mögliche Kipppunkte erreicht werden, ist laut dem Bericht aber noch offen.

Die Forscher Matt King und Nancy Bertler warnen deshalb vor weiterem Abwarten: „Wir können nicht noch ein Jahrhundert warten, um die Bedrohung durch dieses enorme Eisreservoir zu verstehen.

“Während in der Antarktis über mögliche Entwicklungen in der Zukunft geforscht wird, ist der Eisverlust in Österreich längst messbar. Der aktuelle Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins zeigt für das Gletscherhaushaltsjahr 2024/25:Bei den 79 Gletschern, die sowohl 2024 als auch 2025 vermessen wurden, betrug der Rückzug im Durchschnittachthöchste Rückzugswert in der 135-jährigen Geschichte des Alpenverein-GletschermessdienstesAuch Österreichs größter Gletscher, die Pasterze am Großglockner, verlor deutlich an Länge. Die Hauptzunge zog sich 2024/25 umzurück.

Noch stärker waren etwa die Verluste am Alpeiner Ferner in Tirol mit 114,3 Metern und am Sonnblickkees in Salzburg mit 103,9 Metern. Auch für das laufende Gletscherjahr gibt es bereits neue Hinweise. Der Österreichische Alpenverein meldete im September 2026 nach ersten Messungen an der Pasterze, dass eines der verlustreichsten Gletscherjahre erwartet wird. Die aktuellen Messungen an der Pasterze und weiteren österreichischen Gletschern waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht vollständig ausgewertet.

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