Wildtier gefunden? Diese Website zeigt, was jetzt zu tun ist

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Wildtier gefunden? Diese Website zeigt, was jetzt zu tun ist
Igel, Jägerschaft, Jungvögel

Wildtier gefunden? Eine neue Website des Landes Vorarlberg erklärt, wann Rehkitze, Jungvögel, Igel & Co. Hilfe brauchen und wer zuständig ist.

Wer ein scheinbar hilfloses Wildtier entdeckt, will oft sofort eingreifen. Doch genau das ist nicht immer die beste Lösung. Rund um den Welttierschutztag am 4.

Oktober stellt das Land Vorarlberg deshalb eine neue bereit. Dort finden Bürger Informationen zum richtigen Verhalten, zu rechtlichen Vorgaben und zu den zuständigen Anlaufstellen. Die zentrale Botschaft: Abstand halten, beobachten und erst klären, ob das Tier tatsächlich Hilfe benötigt.

„Wer ein Wildtier entdeckt, das verletzt, geschwächt oder verlassen wirkt, möchte verständlicherweise helfen“, erklärt Tierschutzlandesrätin Martina Rüscher. Entscheidend sei jedoch, zunächst Abstand zu halten, die Situation zu beobachten und sich zu informieren. Die neue Website wurde unter Federführung der Tierschutzombudsperson erarbeitet. Sie soll rasch Orientierung geben und zeigen, wer im jeweiligen Fall zuständig ist.

„Erst informieren, dann handeln. So schützen wir Wildtiere und vermeiden zusätzlichen Stress oder unbeabsichtigte Schäden“, so Rüscher. Die Informationsseite behandelt unter anderem Rehkitze, Feldhasen, Jungvögel, Igel, Eichhörnchen, Fledermäuse, Greifvögel, Amphibien und Reptilien. Erklärt werden außerdem die unterschiedlichen Zuständigkeiten bei jagdbaren und nicht jagdbaren Wildtieren.

Grundsätzlich empfiehlt das Land vier Verhaltensweisen: Wildtiere sollten nicht angefasst, nicht mitgenommen und nicht gefüttert werden. Ist tatsächlich Hilfe notwendig, soll eine zuständige Stelle verständigt werden. Tierschutzombudsfrau Ruth Sonnweber warnt davor, aus einem ersten Impuls heraus einzugreifen.

„Vorschnelles Eingreifen bedeutet für ein Wildtier enormen Stress, kann seine Situation erheblich verschlimmern und mitunter auch langfristige Folgen haben. “ Eine tatsächliche Notlage könne mitunter sogar erst durch menschliches Eingreifen entstehen. Hilfe sei etwa notwendig, wenn ein Tier durch menschliche Einwirkung verletzt wurde oder dadurch in eine Notlage geraten ist. Die Versorgung sollte dann qualifizierten Stellen überlassen werden.

Allein bedeutet nicht automatisch verlassen Besonders bei Jungtieren kann der erste Eindruck täuschen. Ein allein aufgefundenes Rehkitz oder ein Feldhase ist nicht automatisch verwaist.

„Wer unsicher ist oder ein verletztes Tier entdeckt, sollte Abstand halten und die zuständige jagdnutzungsberechtigte Person beziehungsweise das Jagdschutzorgan kontaktieren“, erklärt Gernot Heigl von der Vorarlberger Jägerschaft. Auch falsches Futter kann einem Tier zusätzlich schaden.

„Ungeeignetes Futter oder ein falscher Umgang können den Zustand eines Tieres zusätzlich verschlechtern“, betont Christian Ammann vom Wildpark Feldkirch. Die Wildtierhilfe Vorarlberg kennt solche Situationen aus der täglichen Arbeit. Viele Menschen meldeten sich dort, weil sie einem vermeintlich hilfsbedürftigen Tier helfen möchten, erklärt Katharina Feurstein. Die private Auffangstation nimmt hilfsbedürftige Wildtiere nach vorheriger Absprache und abhängig von den vorhandenen Kapazitäten auf.

Die neue Website des Landes soll helfen, diese Zuständigkeiten schneller zu erkennen und Fehlentscheidungen zu vermeiden. Die Informationsseite ist zugleich Teil der Tierschutzagenda Vorarlberg 2026 bis 2029. Unter dem Leitgedanken „Unser gemeinsamer Weg für mehr Tierwohl, Wissen und Verantwortung“ ist für jedes Jahr ein eigener Schwerpunkt vorgesehen. 2026 steht unter dem Motto „Helfen, ohne zu schaden“ und konzentriert sich auf Wild- und Fundtiere. 2027 sollen Heim- und Haustiere unter dem Titel „Tierschutz beginnt vor dem Kauf“ in den Mittelpunkt rücken.

Für 2028 sind landwirtschaftliche Nutztiere vorgesehen, 2029 soll sich der Schwerpunkt auf wissenschaftliche Grundlagen und die faktenbasierte Vermittlung von Tierschutz richten. Daneben verweist das Land darauf, dass Tierschutz nicht erst beim Auffinden eines verletzten Tieres beginnt. Auch freilaufende, nicht abrufbare Hunde, Straßenverkehr, Mäharbeiten, Abfälle und Störungen in Rückzugsräumen können Wildtiere gefährden.

„Der Welttierschutztag erinnert uns daran, dass der Schutz von Tieren Wissen und verantwortungsvolles Handeln voraussetzt“, so Rüscher.

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