Wiener Derby der Fußballerinnen: Austria gegen Rapid in der Generali Arena

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Wiener Derby der Fußballerinnen: Austria gegen Rapid in der Generali Arena
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Am Sonntag steigt das erste Wiener Derby der Fußballerinnen zwischen Austria und Rapid in der Generali Arena. Die Austria ist Favorit, Rapid will als Aufsteiger überraschen.

Am Sonntag um 13 Uhr steigt in der Generali Arena das erste große Wiener Derby der Fußballerinnen zwischen Austria und Rapid, das live auf ORF Sport+ übertragen wird. Sportlich scheint die Ausgangslage klar: Die Austria ist als Double-Gewinnerinnen und amtierender Meister Favorit, Rapid als Aufsteiger hat bislang einen Bundesliga sieg erzielt.

Hintergrund: Der Weg in die Bundesliga

Die Austria wählte den direkten Weg in die Bundesliga über eine Spielgemeinschaft. 2015 begann die Kooperation mit Rekordmeister USC Landhaus, 2018 erreichte sie das Bundesliga-Team, und seit 2021 treten die Veilchen als eigenständiges Team an. Im Jahr darauf übersiedelte das Frauen-Team unter der sportlichen Leitung von Lisa Makas (bis 2025) ins Umfeld der Generali-Arena und löste im Sommer St. Pölten an der Tabellenspitze ab.

Auch Rapid lotete einen Direkteinstieg aus, entschied sich aber gegen eine Kooperation mit dem inzwischen insolventen Rekordmeister Neulengbach und rief 2024 ein eigenes Team ins Leben. Dieses startete dank einer Ausnahmegenehmigung des Wiener Verbandes in der dritten Liga und schaffte nach zwei Aufstiegen in Folge – jener in diesem Sommer in die 2. Liga erfolgte am grünen Tisch aufgrund der verweigerten Lizenz für Wildcats Krottendorf – nun den Sprung in die Bundesliga.

Profibedingungen und Kaderunterschiede

Bei der Austria sind inzwischen alle Kaderspielerinnen als Profis angestellt, allerdings gibt es im österreichischen Frauenfußball keinen Kollektivvertrag und somit kein Mindestgehalt. Meistertrainer Stefan Kenesei ist Teilzeit-Kraft und hat im Hauptberuf einen 40-Stunden-Job bei der Pensionsversicherung. Konträr dazu ist Katja Gürtler bei Rapid Vollzeit-Trainerin, hat aber noch keine einzige Profi-Spielerin im Kader. Die Spielerinnen arbeiten oder studieren nebenbei, wie auch freiwillig bei der Austria, denn als Fußballerin hat man in Österreich noch lange nicht ausgesorgt.

Beide Kapitäninnen, Carina Wenninger (Halbjahr 2024) in Violett und Sandrina Haupt (2019–2021 bei Landhaus/Austria 1b/c) in Grün-Weiß, waren auch schon für den Erzrivalen aktiv. Kultfaktor genießen bei den Austria-Fans die Kunststückerl von Modesta Uka und die wuchtigen Tempo-Dribblings von Lisa Rammel bei Rapid. Shootingstars sind auf beiden Seiten 17-Jährige: Valentina Pötzl bzw. Ilvy Taucher.

Budget, Infrastruktur und Zuschauerzahlen

Kleiner als der sportliche Abstand ist jener beim Budget. Die Austria kommt nach dem Double-Gewinn auf knapp eine Million Euro und streicht zudem wieder Europacup-Prämien ein. In Hütteldorf hält man sich mit Zahlen bedeckt; geschätzt wird ein mittlerer bis hoher sechsstelliger Bereich, womit man auch als Aufsteiger bereits im oberen Bundesliga-Segment firmiert und nächste Saison um einen internationalen Startplatz mitspielen möchte.

Unbestritten ist, dass beide Klubs in Sachen Professionalität und Umfeld neue Maßstäbe setzen. Rapid begründete seine Frauen-Abteilung 2023 mit U10- bzw. U12-Auswahlen und zählt heute sieben Teams. Die Austria verfügt über vier Teams und verfolgt seit 2025 eine Nachwuchskooperation mit Brunn/Gebirge, mit durchgängigen Mädchenauswahlen von der U9 bis zur U15.

Das Fan-Interesse wächst: Rapid stellte bereits als Zweitligist 4800 Fans auf und führt auch in dieser Saison das Ligaranking mit durchschnittlich 410 Besuchern an. Die Austria, die seit 2024 alle ihre Spiele in der Generali Arena austrägt, kommt auf 393, zuletzt gegen Inter wurden 3609 Anhänger gezählt. In Hütteldorf wird man aus diesem Grund vorerst nur zu Highlightspielen vom Trainingsgelände ins große Allianz Stadion übersiedeln – jedenfalls Mitte April, wenn ebendort die Derby-Geschichte der Fußballerinnen fortgeschrieben wird.

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