Wie Alexander Zverev in wenigen Wochen zur Nummer eins der Welt...

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Alexander Zverev hat sich mit seinen Grand-Slam-Erfolgen in Paris und New York von den Fesseln der Vergangenheit befreit. Im Rennen um Platz eins in der Weltrangliste hat er gegenüber Jannik...

Das Match um die Nummer eins der Tenniswelt: Wie Alexander Zverev in wenigen Wochen Jannik Sinner ablösen könnte Alexander Zverev hat sich mit seinen Grand-Slam-Erfolgen in Paris und New York von den Fesseln der Vergangenheit befreit.

Im Rennen um Platz eins in der Weltrangliste hat er gegenüber Jannik Sinner nun alle Trümpfe in der Hand. Eine Hochrechnung. Nimmt Alexander Zverev den Schwung von den US Open mit nach Asien, könnte er sehr bald Jannik Sinner in der Weltrangliste überholen. Seit dem 7.

Juni 2026 ist Alexander Zverev ein anderer Tennisspieler. Der Triumph bei den French Open, seinem ersten auf Grand-Slam-Level, hatte beim Deutschen eine mentale Blockade gelöst, die ihn über Jahre auf höchster Ebene gelähmt hatte. An Zverev haftete bis zu diesem Sonntag in Paris ein Verlierer-Image. Das war doch ungewöhnlich bis unfair für jemanden wie Zverev, der seit einer gefühlten Ewigkeit der absoluten Weltspitze angehörte, sieben ATP-1000-Events und zweimal die ATP-Finals für sich entscheiden konnte.

Die Kritiker und Spötter drohten nach der nächsten Grand-Slam-Schlappe überhaupt nicht mehr zu verstummen, den Hamburger wiederum plagten massive Selbstzweifel. Zverev war auf Kurs, als bester Spieler der Tennisgeschichte in Erinnerung zu bleiben, der nie ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte.

Vor allem der Vergleich mit den beiden Überfliegern Jannik Sinner und Carlos Alcaraz – das Duo teilte sich 2024 und 2025 alle Grand Slams untereinander auf – brachte ein ums andere Mal Zverevs mentale Defizite zum Vorschein, wenn es darum ging, um die größten Titel im Welttennis zu spielen. Die Verunsicherung war dem 29-Jährigen anzumerken. Bis zum 7. Juni 2026.

Der ungefährdete Finalsieg im Stade Roland Garros über den Italiener Flavio Cobolli hatte bei Zverev einen Schalter umgelegt. Seitdem zeigt sich eindrucksvoll, was Erfolge im Kopf eines Sportlers auslösen können. Zverev wirkt nicht nur befreit, er ist es. Mit der Leichtigkeit eines Grand-Slam-Pokals im Gepäck stürmte er, der sich auf Rasen zuvor nie wirklich wohlgefühlt hatte, fünf Wochen nach Paris bis ins Endspiel von Wimbledon .

Nach einer kurzen künstlerischen Pause mit frühen Niederlagen in Montreal und Cincinnati war Zverev bei den US Open wieder voll da. Nach zwei nervenaufreibenden Fünfsatzsiegen in den ersten beiden Runden marschierte der Deutsche unaufhaltsam zu seinem zweiten Major-Titel innerhalb von drei Monaten . Zverev hatte seine Erwartungen für 2026 damit weit übertroffen.

„Anfang des Jahres hätte ich sofort unterschrieben, wenn man mir nur einen Grand-Slam-Triumph angeboten hätte“, sagte er vergangenes Wochenende am Rande des Laver Cups in London: „Dann zwei zu gewinnen, ist ein wahr gewordener Traum. Ich habe viele Enttäuschungen bei Grand Slams erlebt. Diese Saison kommt nun alles zusammen. Es ist ein phänomenales Jahr.

“ Wer das Haar in der Grand-Slam-Suppe suchen möchte, der findet es. Bei den French Open musste Zverev auf dem Weg zum Titel in sieben Matches keinen einzigen Top-10-Spieler bezwingen. Der bestgereihte Kontrahent war Cobolli als Weltranglisten-14. Bei den US Open stellte sich ihm mit Shelton nur ein Top-10-Spieler in den Weg.

Alcaraz fehlte verletzungsbedingt in Paris, Sinner in New York. Zverev kann all das egal sein. Er bleibt fortan und für immer ein Grand-Slam-Champion. Für Zverev geht es nun im letzten Saisonfünftel darum, aus einem „phänomenalen“ Jahr ein nicht mehr zu toppendes zu machen.

Auf dem Spiel steht der Weltranglistenthron, den der 26-fache Turniersieger nur allzu gern einmal in seiner Karriere erklimmen würde. Derzeit wird Zverev mit 9630 Punkten als Nummer zwei geführt, auf Spitzenreiter Jannik Sinner fehlen 1370 Punkte. Das klingt nach einem dicken Polster, der Vorsprung des Italieners könnte aber sehr viel schneller als gedacht schmelzen. Für das dieswöchige ATP-500-Turnier in Peking musste Sinner als Titelverteidiger aufgrund anhaltender Knieprobleme absagen.

Die nächste Chance auf ein Comeback bietet sich dem Südtiroler beim ATP-1000-Turnier in Shanghai . Aber spielt sein Körper mit? Generell ist die Ausgangssituation für Sinner eine sehr viel kompliziertere.

Nach den bereits aus der Wertung gefallenen 500 Punkten für den Turniersieg in Peking 2025 hat der 25-Jährige noch sehr viel mehr Erfolge aus dem Vorjahr zu verteidigen. Auf der Habenseite stehen: ATP-Finals-Turniersieg , Paris-Turniersieg , Wien-Turniersieg und eine dritte Runde in Shanghai . Das macht in Summe 3050 Punkte. Damit ist der Druck auf Sinner, im Herbst noch seine Topform zu erreichen und möglichst viele Matches zu gewinnen, ungleich größer als auf Zverev.

Der Deutsche hat bis Jahresende nur noch 980 Punkte zu verteidigen. Sie setzen sich wie folgt zusammen: Paris-Halbfinale , Wien-Finale , ATP-Finals und eine dritte Runde in Shanghai . Zverev bietet sich also in den kommenden Wochen sehr viel öfters die Gelegenheit, sein Punktekonto aufzüllen, wohingegen Sinner damit beschäftigt sein wird, seine vorhandenen Punkte bestmöglich zu verteidigen.

Die Konstellation ermöglich es, dass Zverev die Nummer-eins-Position schon nach Shanghai am 19. Oktober übernehmen könnte. Auch ein Showdown in Wien bei den Erste Bank Open – sowohl Sinner als auch Zverev sind Wien-Liebhaber und haben für das Turnier genannt – ist möglich.

Für Turnierdirektor und Veranstalter Herwig Straka wäre das ein besonderes Zuckerl. Gefahr von hinten droht keine. Carlos Alcaraz hält als Weltranglistendritter bei nur halb so vielen Punkte wie Sinner, was vor allem seiner langen Verletzungspause und dem Fehlen in Paris und Wimbledon geschuldet ist. Eine noch größere Chance, sich in den kommenden Wochen den Traum von der Nummer eins zu erfüllen, wird sich Zverev aufgrund der besonderen Punktekonstellation womöglich nie wieder bieten.

Schon einmal war der Olympiasieger von Tokio 2021 sehr nah dran an der Spitzenposition. In der Weltrangliste vom 13. Juni 2022 fehlten dem zweitplatzierten Zverev 875 Punkte auf den Führenden Daniil Medwedew. Die Umstände waren kurios.

Zverev hatte sich nur wenige Tage zuvor im French-Open-Halbfinale gegen Rafael Nadal schwer am rechten Sprunggelenk verletzt. Mit dem Titelgewinn in Paris hätte er die Führung in der Weltrangliste übernommen.ist aktuell die Nummer eins der Welt und hält bei 11.000 Punkten. Zuletzt sagte der Italiener verletzungsbedingt für das dieswöchige Turnier in Peking ab. Er hat bis Jahresende noch 3050 Punkte zu verteidigen.ist die Nummer zwei der Welt und hält bei 9630 Punkten.

Der Deutsche kann diese Woche beim ATP-Turnier in Peking wichtige Zähler sammeln. Er hat bis Jahresende noch 980 Punkte zu verteidigen und ist damit in der weitaus besseren Position.

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