Der Flughafen Fairford spielt eine zentrale Rolle bei den US-Bombardements im Iran. Fünf Männer, die in weißen Vans in der Nähe des Flughafengeländes unterwegs waren, wurden festgenommen. Sie...
Der Flughafen Fairford spielt eine zentrale Rolle bei den US-Bombardements im Iran. Fünf Männer, die in weißen Vans in der Nähe des Flughafengeländes unterwegs waren, wurden festgenommen.
Sie werden verdächtigt, einen Anschlag vorbereitet zu haben. US-Präsident Donald Trump sorgt für Verwirrung. Der erste Anruf kam nach Mitternacht. Drei weiße Vans seien auf einer Straße in Richtung des Militärflughafens Fairford unterwegs, sie würden verdächtig aussehen.
Um halb zwei in der Nacht erhielt die Polizei einen weiteren Anruf: Eine Bäuerin war auf dem Heimweg von einer Party, die weißen Vans parkten mitten auf der Straße vor ihr. Maskierte Gestalten seien im Dunkeln verschwunden. Nur zehn Minuten später sei ihr Dorf voll mit Polizisten gewesen. 85 Häuser wurden sicherheitshalber geräumt, Sprengstoffexperten sicherten die Umgebung ab. , wird Großbritannien und Europa in den kommenden Tagen beschäftigen.
Nach den ersten Erkenntnissen könnte ein Terroranschlag auf einen wichtigen Militärflughafen Europas verhindert worden sein. Errichtet wurde der Flughafen der Royal Air Force im Jahr 1944, die Befreiung Europas von den Nazis wurde auch über die dortigen Landebahnen organisiert. Strategische Bedeutung hat Fairford bis heute vor allem, weil die Landebahn lang genug ist, um auch von US-Bombern wie dem B-1 oder dem B-52 genutzt zu werden.
Im Irankrieg von US-Präsident Donald Trump dient der britische Flughafen als Logistikhub für Nachschub vom amerikanischen Kontinent. Das sorgte bereits für politische Konflikte: Der ehemalige britische Premier Keir Starmer hatte sich zu Beginn des Irankrieges geweigert, seinen US-Verbündeten den Flughafen für Iran-Missionen nutzen zu lassen. Er änderte seinen Kurs später und erteilte eine Erlaubnis für „defensive“ Operationen. Starmers Nachfolger Andy Burnham blieb bei dieser Vorgangsweise.
Am Montagvormittag noch wenig. Sie werden von den britischen Behörden verdächtigt, einen terroristischen Anschlag vorbereitet zu haben.
Außerdem wird gegen sie wegen Verstößen gegen das britische Sprengstoffmittelgesetz ermittelt. Auf Luftaufnahmen sind die weißen Vans mit offenen Türen zum Laderaum in der Mitte einer Straßenkreuzung zu sehen, neben ihnen liegen Objekte, die wie schwarze Tonnen aussehen. , sie verwendeten dabei auch Roboter. Die Behörden haben einen Schutzgürtel rund um die Vans gezogen, alle Straßen sind abgesperrt.
Ebenso blockiert sind alle Zufahrten zum Militärflughafen. Noch ist nichts über mögliche Hintergründe oder Auftraggeber bekannt. Britische Medien spekulieren über den Iran, schließlich hätte das Regime ein militärisches Interesse, den Flughafen zu sabotieren. Dazu passt auch eine Warnung der iranischen Revolutionsgarden, die im Sommer über die iranische Nachrichtenagentur verbreitet wurde.
„Jeder Stützpunkt, der von Angriffen auf iranisches Territorium aus genutzt wird, ist ein legitimes Ziel für unsere Streitkräfte“, heißt es darin. Die britischen Behörden haben sich bisher nicht zu den Spekulationen geäußert. Möglich ist auch eine sogenannte „False Flag“-Operation – also ein Täuschungsmanöver, bei dem eine Tat so inszeniert wird, dass der Anschein entsteht, als hätte sie jemand anderes begangen.
Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting trat am Montagvormittag vor die Presse, hielt sich aber mit Details zu dem Vorfall und den Festgenommenen zurück.
„Zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen bin ich nicht in der Lage, mich zur Identität dieser Personen oder zu deren Zielen und Beweggründen zu äußern“, sagte er der BBC. Auf Spekulationen über den Iran als Auftraggeber wollte er sich nicht einlassen, er sagte aber: „Wir wissen, dass der Iran und seine Stellvertreter uns schaden wollen. Wir wissen, dass sie unsere Demokratie hassen“. Zuvor hatte sich Donald Trump zu Wort gemeldet – und für Verwirrung gesorgt.
„Wir hatten sie im Visier. Sie wollten großen Schaden anrichten“, sagte der US-Präsident in einer ersten Stellungnahme. An anderer Stelle sagte er, man habe die Männer „eine lange Zeit“ beobachtet. Was er damit konkret meinte, war wie so oft bei Trump nicht klar.
Die Aussagen des US-Präsidenten werfen die Frage auf, warum den Verdächtigen in diesem Szenario erlaubt wurde, mit Sprengstoff an den Flughafen zu gelangen. Jemand habe bei der Sicherheit versagt, sagte jene Bäuerin, die in der Nacht die Polizei nach Fairford rief.
„Es sollte nicht jemanden wie mich nicht brauchen, um Fairford auf die Anwesenheit dreier großer, verdächtiger Fahrzeuge und einer Gruppe maskierter Männer hinzuweisen“, sagte sie. Unklar ist noch, welche Maßnahmen zwischen dem ersten Anruf über die verdächtigen Fahrzeuge in Flughafennähe und jenem der Bäuerin rund eine Dreiviertelstunde später getroffen wurden. Verteidigungsminister Streeting bedankte sich jedenfalls bei der Frau für ihre Aufmerksamkeit.
„Sie hatte natürlich nur eine bruchstückhafte Sicht, und ich möchte an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen oder mich in operativen und sicherheitsrelevanten Einzelheiten verlieren“. Die Briten könnten ihren Behörden aber vertrauen, sagte Streeting.
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