Die 20. Auflage der Vienna Design Week hat begonnen. Noch bis zum 4. Oktober lädt sie dazu ein, Gestaltung in ihren unterschiedlichsten Spielarten und quer durch die Stadt zu erleben.
Die 20. Auflage der Vienna Design Week hat begonnen. Noch bis zum 4. Oktober lädt sie dazu ein, Gestaltung in ihren unterschiedlichsten Spielarten und quer durch die Stadt zu erleben.
Die Vienna Design Week feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Herzstück der Veranstaltung ist stets die Festivalzentrale, heuer untergebracht im ehemaligen Allianz-Bürohochhaus am Hietzinger Kai 101 im 13. Bezirk. Das Gebäude mit der typischen blauspiegelnden Fassade wurde Mitte der 1970er nach Plänen des Architekten Harry Glück gebaut.
Bis 4. Oktober bespielt die Vienna Design Week den leerstehenden Koloss nun also mit Ausstellungen, Präsentationen, Installationen, Talks und Workshops. Doch auch der Rest der Stadt dient dem Festival als Plattform und Experimentierfeld: Neben bewährten Formaten wie „Passionswege“ oder „Stadtarbeit“ laden zahlreiche Veranstaltungen dazu ein, Design in seinen unterschiedlichen Facetten zu erleben. Morgenroutine, Hot-Girl-Walk, Pilates, Matcha, Meditation: Hanna Gassner und Christoph Wimmer-Ruelland, Gründer des Bureau Fomo, machen den Selbstoptimierungs-Boom der vergangenen Jahre zum Thema einer Gruppenschau mit dem Titel „Wellness“.
Als „unmittelbare und sinnliche Erfahrung“ kündigt das Duo die Ausstellung an, deren Subtext eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Well-being ist. Eine Ausstellung im Museum für angewandte Kunst zeichnet die visuelle Entwicklung des Festivals über zwei Jahrzehnte nach: Seit 2007 hatte jede VDW-Auflage ihre eigene ästhetische DNA aus Bildern, Farben, Formen, Schriften. Die Plakate sind nicht bloß Werbung für einzelne Jahrgänge, sie dokumentieren vielmehr, wie sich die Identität der Leistungsschau verändert hat.
Das Designforum Wien, heuer ebenfalls 20 Jahre alt, bietet während der Vienna Design Week einen Blick auf das Schaffen der nächsten Gestaltergeneration. Die Schau „20 x 20“ rückt junge, heimische Designpositionen und deren Ideen für die Zukunft in den Fokus. Auch das „Presse Schaufenster“ bildet mit seinem Lifestyle-Podcast „Ist das jetzt ein Ding?
“ in diesem Jahr einen Programmpunkt der Vienna Design Week. Am 29.9. um 17 Uhr diskutieren die drei Podcast-Hosts live vor Publikum in der Festivalzentrale über Trends und Zeitgeistphänomene aus der Welt des Design. Lassen sich die eklektischen Muster-Collagen der diesjährigen Vienna Design Week-Festivalkampagne, entworfen von Sirene Studio, auf Möbel übertragen? Die Künstlerin Anna Zimm Corda – bekannt für aufwendige Knüpfarbeiten – und das Wiener Einrichtungshaus Behan & Thurm machten diese Frage zum Ausgangspunkt ihrer Zusammenarbeit.
Als Fundament dienten die klassischen Modulmöbel von USM Haller. Das Ergebnis ist in der Festivalzentrale zu sehen. Mit Jazzbesen und Gussmasse brachte Bildhauer und Musiker Roland Reiter Sound auf Porzellan. Letzteres stammt aus Sandra Haischbergers Manufaktur Feine Dinge.
So soll der Moment des Musizierens auf Tellern, Schalen und Tassen festhalten werden. Im Feine Dinge-Showroom auf der Margartenstraße wurden die Stücke zu einer Tischlandschaft arrangiert. Matriarchive ist ein Kollektiv von über 40 Frauen aus Architektur, Kunst, Fotografie, Design und Literatur. Im Hietzinger Palais Stella verwandelt das Kollektiv die ehemalige Bibliothek in einen atmosphärischen Ort, an dem Wissen nicht nur gelesen, sondern auch gefühlt und gehört werden können soll.
Ist ein Designklassiker Gebrauchsgegenstand oder ein Sammlerstück, das bewahrt werden muss und möglichst wenig Nutzungsspuren zeigen darf? Der Concept Store Afterhour Furniture will diese Grenzen mit einer Installation ausloten und macht ein Sofa zur Zeichenfläche. Besucher und Besucherinnen können – herrlich! – mit verbundenen Augen darauf malen und kritzeln, unabhängig von Alter oder Können.
Auch der Möbelhersteller Wittmann hat dieses Jahr Grund zu feiern. Das Unternehmen ist 130 Jahre alt und gönnte sich zum Geburtstag einen neu gestalteten Schauraum. Claudia Cavallar und Lukas Lederer zeichneten für das Make-over verantwortlich und kreierten im Rahmen der Vienna Design Week ein Ambiente, in dem Wittmann-Klassiker von Josef Hoffmann oder Friedrich Kiesler mit Neuheiten von Gestaltern wie Jaime Hayon oder Sebastian Herkner in Dialog treten.
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