Nicole Stern, geboren 1984 in Wien, studierte Publizistik an der Universität Wien. Sie startete kurz nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers in der Lehrredaktion der „Presse“ und ist seit 2009 im Ressort Economist tätig. Sie beschäftigt sich mit den Themen Inflation, Geldpolitik, Aktien und auch den Ölpreisen.
Unternehmen haben auch im zweiten Quartal wieder viel Geld an ihre Aktionäre verteilt. Warum es sich auszahlt, auf solche Titel zu setzen. Amerikanische Techkonzerne sind vor allem für eines bekannt.
Steigende Aktienkurse, Milliardeninvestitionen und ihre globale Marktdominanz. Bei einer Sache aber schwächeln die Unternehmen: der Belohnung ihrer Aktionäre. So mussten sich die Anteilseigner von Nvidia beispielsweise die längste Zeit mit Ausschüttungen von 0,01 Dollar pro Quartal zufriedengeben. Inzwischen hat sich die Lage etwas gebessert: Aktionäre erhalten mittlerweile 0,25 Dollar je Papier, das nächste Mal sogar schon am 1.
Oktober. Das tröstet jedoch nicht darüber hinweg, dass die Dividendenrendite von Nvidia vergleichsweise gering ist, sie macht zurzeit nämlich nur 0,47 Prozent aus. Dividendenkaiser ist das Unternehmen also keiner, obwohl es im zweiten Quartal dieses Jahres zu jenen Konzernen zählte, die global am meisten ausschütteten. Das hat allerdings mit der Anzahl der Aktien zu tun, die das Unternehmen im Umlauf hat.
Wegen seiner Dividenden kaufte man Nvidia in den vergangenen Jahren aber ohnehin nicht. Sondern wegen der Hoffnung, dass der Unternehmenswert des amerikanischen Tech-Riesen weiter steigen wird. In den vergangenen Jahren ist dies auch geschehen. So legte der Aktienkurs des Chipkonzerns allein seit Jänner dieses Jahres um 13 Prozent zu, in den zurückliegenden fünf Jahren verteuerte sich das Papier gar um 880 Prozent.
Obwohl Nvidia auf Wachstum statt auf Ausschüttungen setzt, hat es dieser Konzern in einen Dividenden-ETF geschafft, dazu aber später mehr. Die Kursgewinne von Nvidia lassen sich freilich erst einstreifen, wenn man sich von der Aktie trennt. Weshalb es sich empfiehlt, auch auf Unternehmen zu setzen, die laufende Einnahmen versprechen und passable Dividenden ausschütten – sofern man daran überhaupt interessiert ist. Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit nämlich ergeben, dass es durchaus Sinn ergibt, Dividendentitel zu besitzen.
Erst 2026 stellte die Allianz wieder fest: Dividenden liefern historisch betrachtet einen signifikanten Beitrag zur Gesamtrendite. Und sie bringen vor allem auch Stabilität ins Depot. Firmen, die ihre Aktionäre laufend an Gewinnen beteiligen, haben nämlich großes Interesse daran, ihre Anteilseigner bei der Stange zu halten. Also achten sie auf stabile Ausschüttungen, die im Idealfall über die Jahre ansteigen.
Vor allem im Finanzsektor waren die Ausschüttungen zuletzt hoch, wie eine Auswertung von Janus Henderson zeigt. Angaben des Vermögensverwalters zufolge spielte die Branche im zweiten Quartal dieses Jahres eine „zentrale Rolle bei den globalen Kapitalrenditen“, wie das Analysehaus kürzlich in einer Aussendung mitteilte. Wobei die Banken nach Jahren der Erholung ihre Dividenden wieder auf ein normaleres historisches Niveau angepasst hätten, so Janus weiter.
Die Branche nahm allein im zweiten Quartal dieses Jahres 239,7 Milliarden Dollar für Dividenden in die Hand, ein Plus von 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor allem britische Banken trugen stark zum Wachstum bei. Als einer der global größten Dividendenzahler erwies sich denn auch die Großbank HSBC. Ihre Ausschüttung pro Aktie war in den vergangenen zwölf Monaten zwar nicht herausragend, doch ist die Dividendenrendite mit knapp unter vier Prozent gar nicht so schlecht.
Die Großbank hat ihre Gewinnbeteiligung in den vergangenen fünf Jahren um knapp 32 Prozent erhöht. Auch Institute wie Intesa Sanpaolo , BNP Paribas oder ING liegen in Rankings zur Dividendenrendite meist weit oben. Hohe Dividendenrenditen müssen aber nicht immer etwas Gutes bedeuten. Sie können auch auf einen gefallenen Aktienkurs hindeuten und sie sagen auch nichts über die Zuverlässigkeit einer Dividendenzahlung aus.
Am Ende bleibt Anlegern also nichts anderes übrig, die Titel einzeln zu durchforsten. Wer nicht unbedingt auf Einzelaktien setzen will, kann sich freilich auch Dividenden-ETFs zulegen. Die WebsiteDer größte Dividenden-ETF in der Auflistung ist der Vanguard FTSE All-World High Dividend. Der Index besteht aus Aktien von großen und mittelgroßen Unternehmen in entwickelten Märkten und Schwellenländern, die eine „überdurchschnittliche Dividende“ zahlen.
Als Top-Positionen werden J.P. Morgan, ExxonMobil und Johnson & Johnson genannt. Die Gesamtkostenquote beläuft sich auf 0,29 Prozent. Einen Blick wert ist auch der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders .
Der ETF beinhaltet die „100 besten dividendenstarken Unternehmen“, basierend etwa auf ihren Dividendenrenditen und ihrem Wachstumspotenzial. Zudem wird global über Titel und Sektoren diversifiziert. Verizon, HSBC und Pfizer gehören derzeit zu den größten Positionen. Der günstigste ETF ist derzeit der HSBC PLUS World Equity Income Quant Active.
Der ETF verfolgt gleichzeitig zwei Strategien. Einerseits setzt er auf klassische Dividendentitel wie Johnson & Johnson, Zurich Versicherung und Allianz.
Andererseits hat er wachstumsstarke Large Caps im Depot, darunter Nvidia, aber auch AMD oder Amazon , sie sollen den Kurs jedoch nach oben ziehen.
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