Bauernhaus Sanierung Niederösterreich: Das 200 Jahre alte 'Bauernhäusl“ in Waidmannsbach bei Pernitz vereint nach der Rettung Altholz-Charme und modernen Beton-Zubau.
Verblüffende Sanierung: Das 200 Jahre alte „Bauernhäusl“ in Waidmannsbach konnte durch Hangschutz gerettet werden. Der Clou: Von vorne sieht es aus wie immer. Im Schutzbau verstecken sich Küche und Sanitär.
Das kleine Häuschen ist eine große Liebe“, sagt Architekt Oliver Steinbauer über das „Häusl“ nahe Pernitz in NÖ.
„Die Hausherr:innen verbrachten hier ihre Kindheitssommer, schon deren Großeltern reisten mit dem VW Käfer jährlich aus Pforzheim an. “ Und da der Käfer immer im Schuppen parkte, sollte auch dieser erhalten werden, zusammen mit dem von Hangnässe und Schimmel hart angezählten „Häusl“, wie es die Besitzer in 3. Generation nennen. Hinzukommen sollte nur eine moderne Küche und Sanitär.
Die Idylle zwischen Bach und Wald sollte bleiben. Was tun? Vor Ort war schnell klar: Die Wand zum Hang war nicht mehr zu retten. Und alles andere musste zügig gehen, sonst wäre durch den schlechten Zustand nur noch ein Abriss sinnvoll gewesen.
„Und so kam schnell eins zum anderen: Ein Hangschutz musste her, am besten in Beton, und dieser konnte dann gleich die Erweiterung sein“, schildert es der Architekt. Dabei sollten aber keineswegs die möglichen 400 m2 ausgenutzt werden.
„Der Charme und die Kubatur sollten bleiben. “ So wurden zu den 50 mDabei wurde die Bergwand des „Häusls“ und sämtliche nachträglich errichteten Zubauten, wie das Bad aus den 1970ern, entfernt. In die Lücke zwischen Bestandsgebäude und porösem Fels kam der Zubau aus Beton. Er dient zur Sicherung des Hanges, leitet das Hangwasser ab, und bringt durch Oberlichten Helligkeit ins Haus.
„Dabei war ganz klar, dass Alt und Neu optisch scharf getrennt sein sollte“, erzählt Steinbauer und lacht, „Jedenfalls mir. Aber auch die Auftraggeber waren schnell überzeugt.
“Über die klar ablesbare Zäsur zwischen saniertem Bestand mit Holz und Kalkfarbe, und dem Zubau in Beton und Gussasphalt, werden die Räume um zwei Meter in den Hang erweitert. Die Stube wird ergänzt durch eine neue Küchenzeile, die Schlafräume erhalten jeweils eine eigene Sanitäreinheit. Die Kastenfenster und die Haustür wurden instandgesetzt.
„Man betritt das Haus ganz wie früher, zentraler Raum ist nach wie vor die bäuerliche, einfache Stube“, beschreibt der Architekt das Look and Feel. „Mit dem Unterschied, dass der Raum mit Haustechnik und Küchenkomfort des 21. Jahrhunderts abschließt.
“„Wie bei jeder Sanierung gab es auch hier leider böse Überraschungen“, erzählt Steinbauer. „Wir mussten feststellen, dass auch das Holz in der Decke nicht mehr zu retten war. “ Mit Glück konnte Altholz aus einer nahen Scheune erworben und aufbereitet werden. „Es sieht sehr stimmig aus“, freut sich Steinbauer.
Original sind viele der ertüchtigten Möbel – und der Ofen aus den 1970ern. Lange die einzige Wärmequelle, gibt es nun gegen Winterkälte auch eine Bodenheizung im Schutzbau.
„Sie ist vor allem als Frostschutz gedacht, aber natürlich auch angenehm bei winterlicher Nutzung. “Wer jetzt glaubt, dass „der Betonklotz“ die Nachbarschaft recht aufgeregt hätte – nein. „Sie haben sich gefreut, dass das Objekt erhalten wurde, dass der langjährige Kontakt mit der Familie bleibt. Das alte Bauernhaus ist das letzte Haus im Tal.
Es hätte gefehlt.
“Steinbauer Architektur+Design geplant und umgesetzt. Im Bestand wurde mit recyceltem Altholz, Mauerwerk und Kalkputz, im Zubau in Beton gearbeitet. Nominiert für „Baupreis NÖ“ und „Vorbildliches Bauen in NÖ“.
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