Vom Arlberg-Tourismus zum Spitzenwein: Das Vorarlberger Erbe an der Spitze der Traditionsweingüter

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Vom Arlberg-Tourismus zum Spitzenwein: Das Vorarlberger Erbe an der Spitze der Traditionsweingüter
Lech Am Arlberg, Michael Malat, Michael Moosbrugger

Der Vorarlberger Michael Moosbrugger übergibt 2027 nach 20 Jahren als ÖTW-Obmann an Michael Malat.

Nach zwei Jahrzehnten als Obmann der Österreich ischen Traditionsweingüter steht ein Führungswechsel bevor: Anfang 2027 übernimmt Michael Malat das Amt von Michael Moosbrugger. Malat gehört dem Vorstand der ÖTW bereits seit rund 20 Jahren an und will die bisherige Arbeit nun international stärker sichtbar machen.

Anna Stöcher Gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Tischler-Zimmermann und Obmann-Stellvertreter Markus Huber setzt der designierte Obmann auf internationale Sichtbarkeit, neue Formate und eine breitere Verantwortung innerhalb des Verbands.

„Es geht nicht darum, die ÖTW neu zu erfinden. Es geht darum, ihre Idee und Werte mit neuer Energie weiterzutragen. Herkunft ist unser gemeinsamer Nenner und eine der stärksten Geschichten, die Österreich international zu erzählen hat“, sagt Michael Malat. Michael Moosbrugger hinterlässt nach 20 Jahren ein entsprechend großes Erbe.

Unter seiner Führung entwickelten sich die Österreichischen Traditionsweingüter zu einer prägenden Organisation des österreichischen Qualitätsweinbaus. Zu den zentralen Projekten gehörte die Pionierarbeit bei der Klassifikation von Weinlagen. Auch der heute international etablierte Single Vineyard Summit ist eng mit dieser Entwicklung verbunden. Moosbrugger selbst sieht den Erfolg nicht allein in der Arbeit innerhalb des Verbandes: „Unsere Arbeit ist dann erfolgreich, wenn sie über den Verein hinaus Nutzen für Weinliebhaber, Sommeliers und andere Experten stiftet.

“ Für den gebürtigen Vorarlberger ist der bevorstehende Wechsel zugleich der nächste Abschnitt einer außergewöhnlichen Weinbaugeschichte. Moosbruggers Wurzeln liegen in Lech am Arlberg. Seine Familie führte dort das renommierte Hotel-Restaurant „Post“. Ursprünglich war vorgesehen, dass der 1966 geborene Michael das Familienunternehmen eines Tages übernimmt.

Doch der Tod seines Vaters Franz im Jahr 1988 veränderte die Pläne. Franz Moosbrugger, ein leidenschaftlicher Bergsteiger, kam bei einer Himalaya-Tour ums Leben. Die beiden Söhne unterstützten zunächst gemeinsam ihre Mutter Kristl bei der Weiterführung des Hauses. Während sich Bruder Florian dem Hotelgeschäft widmete, schlug Michael einen anderen Weg ein: Er entschied sich für seine große Leidenschaft, den Wein.und im Wagramer Gut.

Über seine Verbindung zu Willi Bründlmayer ergab sich schließlich der Kontakt zum Zisterzienserstift Zwettl, das seit 1740 Eigentümer des Weinguts Schloss Gobelsburg ist. 1996 übernahm Moosbrugger den damals wirtschaftlich angeschlagenen Betrieb in langfristiger Pacht. Gemeinsam mit einem ambitionierten Team gelang in den folgenden Jahrzehnten ein bemerkenswerter Aufstieg des Weinguts. Dass Moosbruggers Name längst weit über die Weinbranche hinaus bekannt ist, zeigte sich auch heuer beim Wiener Opernball. Im Februar 2026 war.

In der Wiener Staatsoper wurden unter anderem Brut Reserve, Blanc de Blancs und Brut Rosé ausgeschenkt. Der Auftrag war für den gebürtigen Lecher nach eigenen Worten eine besondere Auszeichnung. Der offizielle Opernball-Sekt Brut Reserve stammt aus der traditionsreichen Kellerei in Langenlois, deren Weinbaugeschichte mehr als 855 Jahre zurückreicht. Für Moosbrugger ist Wein dabei stets auch eine Frage von Zeit und Qualität.

Die Qualitätsschaumweine aus Gobelsburg reifen zunächst über Monate auf der Basis des Grundweins und anschließend mehrere Jahre auf der Hefe, bevor sie händisch gerüttelt und degorgiert werden. Mit dem Wechsel zu Michael Malat soll die ÖTW auf dem bisherigen Fundament weiterarbeiten. Im Zentrum stehen die internationale Positionierung, neue Veranstaltungsformate und die weitere Verankerung des Herkunftsgedankens. Damit endet Anfang 2027 zwar die 20-jährige Ära von Michael Moosbrugger an der Verbandsspitze.

Seine Verbindung zu Vorarlberg bleibt jedoch ein bemerkenswertes Kapitel seiner Weinbaukarriere – vom Familienbetrieb in Lech bis zu einem der traditionsreichsten Weingüter Österreichs und an die Spitze einer wichtigen Interessenvertretung des österreichischen Qualitätsweins.

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