Ein Lobbyist fordert gleiches Recht für gewerbliche Gastronomen und kritisiert die 72-Stunden-Regel, die Vereine steuerlich begünstigt.
Der kritische Blick auf die aktuelle Regelung des 72-Stunden-Ausschankkontingents hat neue Debatten untertönt, als der erfahrene Lobbyist Royda seine Besorgnis hinsichtlich der strukturellen Ungerechtigkeit zwischen Vereinsveranstaltungen und gewerblichen Gastronomen kundgab.
Gleiches Recht für Gastronomie und Vereine
In seiner darauffolgenden Rede vertritt er eine klare Forderung: "Gleiches Recht für alle". Insgesamt betrachtet argumentiert er, dass der aktuelle Status quo zu einer schickenden Schieflage im Markt führt, in der gewerbliche Betriebe erhebliche finanzielle Belastungen tragen müssen - von Personalkosten über Mitarbeiteranmeldungen bis hin zu Steuern und Abgaben - während Vereinsveranstaltungen unter besonderen Ausnahmeregelungen potenziell steuerliche und wirtschaftliche Erleichterungen genießen.
Mit dieser Ungleichheit sei das Überleben und die Prosperität vieler kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich auf die Gastronomie und Organisation von Events verlassen, gefährdet. Ein zentrales Beispiel für die problemhafte Regelung, das Royda in seinem Lastenheft hervorhebt, ist die 72-Stunden-Regel. Die Reform von 2016 limitierte in der Praxis die zulässigen Ausschankstunden für Vereine auf eigentliche Events, wobei sich das Kontingent auf insgesamt zwölf sechsstündige Abende verteile.
Für eine Veranstaltung von 18 bis 24 Uhr sieht er deshalb lediglich sechs der möglichen 72 Stunden ein, was seiner Meinung nach eine unfaire Beschränkung darstellt. Er bezeichnet diese Gestaltung als "Genickbruch" und fordert eine sofortige Regulierung, damit die Wettbewerbsbedingungen zwischen Vereinen und gewerblichen Gastronomen wieder ausgeglichen werden.
Vereinsexplosion und Modellreform im Überblick
Darüber hinaus bezeichnet Royda die wachsende Anzahl von Vereinsgründungen, die primär als effizientes Geschäftsmodell für Eventmanagement genutzt werden, als "Vereinsexplosion". Diese Förderung der Vereinsfunctionierung hat seiner Meinung nach zu enormen Einnahmeverlusten geführt, wobei die Behauptung laut ihm lautet, dass Österreich schätzungsweise hunderte Millionen an Steuern und Abgaben verliert.
In einem direkten Hinweis auf die Komplexität der Regelsysteme warnt er vor einer unzulässigen Bündelung von Vorteilen und kritisiert damit auch die Zuständigkeit gegenüber Kulturvereinen, die allein in Linz eine signifikante Zahl von etwa 68 exakten Kulturveranstaltungen betreiben. Für ihn liegt die Lösung in einer Modellreform, die Chancengleichheit sicherstellen und die Barmetallungspflicht zwischen Verein und Gewerbe ausgleichen soll. Der Aufruf von Royda endet mit der Forderung an die Politik, die bestehende Ungleichheit endlich zu begreifen und zu beheben.
Fairness für gewerbliche Gastronomie
Er betont, dass sich sein Anliegen allein auf die Attraktivität und Fairness im Gastronomiebereich konzentriert, ohne die damit geläufigen Notverwaltungsdienste wie Feuerwehr oder Bergrettung zu berühren. Somit bleibt der Schwerpunkt seiner Position auf der Erneuerung des Regimes, sodass die Wettbewerbsfähigkeit gewerblicher Unternehmen wieder gewahrt bleibt und das öffentliche Interesse weder benachteiligt noch finanzielle Einbußen zur Folge hat.
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