Verbund hebt den Strompreis im Österreich-Tarif für Neukunden an: Im ersten Jahr 10 Cent netto pro kWh, danach 15 Cent. Bestehende Kunden sind nicht betroffen.
Der österreichische Energiekonzern Verbund hat eine Preiserhöhung für seinen Österreich-Tarif angekündigt. Neukunden zahlen ab sofort im ersten Vertragsjahr 10 Cent netto pro Kilowattstunde statt bisher 9,5 Cent. Nach Ablauf des ersten Jahres steigt der Netto-Arbeitspreis auf 15 Cent pro Kilowattstunde, wie das Unternehmen mitteilte. Die Erhöhung gilt für neue Verträge, bestehende Kunden sind nicht betroffen.
Preisanpassung für Neukunden im Detail
Im ersten Vertragsjahr steigt der Arbeitspreis von 9,5 auf 10 Cent netto pro Kilowattstunde. Inklusive Umsatzsteuer entspricht das 12 Cent pro Kilowattstunde. Nach dem ersten Vertragsjahr erhöht sich der Netto-Arbeitspreis auf 15 Cent pro Kilowattstunde, was 18 Cent inklusive Umsatzsteuer bedeutet. Bisher lag dieser Preis bei 12,5 Cent netto.
Der Preis von 10 Cent netto im ersten Jahr kommt durch einen Rabatt zustande. Der reguläre Arbeitspreis beträgt 15 Cent netto, von dem im ersten Jahr 5 Cent abgezogen werden. Die Preisgarantie gilt bei einer Vertragsbindung von zwölf Monaten. Zusätzlich fällt ein monatlicher Grundpreis von 4,20 Euro netto beziehungsweise 5,04 Euro inklusive Umsatzsteuer an, der auch nach dem ersten Jahr unverändert bleibt.
Gründe für die Strompreiserhöhung
Verbund begründet die Preiserhöhung mit der Entwicklung auf den internationalen Energiemärkten. Vor allem die geopolitische Lage und der Konflikt im Nahen Osten würden sich auf die Märkte auswirken und die Anpassung notwendig machen. Der Österreich-Tarif war im Februar eingeführt worden und gilt seit 1. März. Verbund-Chef Michael Strugl hatte ihn zuvor im Jänner mit einem Strompreis von weniger als 10 Cent netto pro Kilowattstunde angekündigt.
Bestehende Verbund-Kunden sind von der aktuellen Erhöhung nicht betroffen. Wer den V-Strom-Österreich-Tarif bereits abgeschlossen hat, behält seine vereinbarten Konditionen. Für Haushalte ist wichtig, dass der eigentliche Energiepreis rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung ausmacht. Dieser Teil lässt sich durch die Wahl des Stromanbieters und Tarifvergleiche beeinflussen.
Hintergrund zu Strompreisen in Österreich
Der Rest der Rechnung setzt sich unter anderem aus Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben zusammen. Diese Kosten können sich je nach Wohnort und Netzgebiet unterscheiden. Vor der Energiekrise lagen die Strompreise in Österreich während der Corona-Pandemie häufig bei 5 bis 7 Cent netto pro Kilowattstunde. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und der folgenden Gaskrise stiegen sie zeitweise auf mehr als 30 Cent. Bei Neukunden wurden teilweise sogar mehr als 40 Cent verrechnet.
Die aktuelle Preiserhöhung von Verbund für Neukunden im Österreich-Tarif liegt damit deutlich unter den Spitzenwerten der Energiekrise, aber über dem Niveau vor der Krise. Die Preisanpassung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheiten an den Energiemärkten.
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