Die US-Regierung fordert insbesondere Deutschland und Frankreich dazu auf, strategische Dieselreserven freizugeben, während sie mögliche Einschränkungen von US-Dieselexporten prüft. Ein Exportstopp könnte die europäische Versorgung weiter unter Druck setzen, da die EU in diesem Jahr rund 32 Prozent ihrer Dieselimporte aus den USA bezog. Gleichzeitig steigen die Energie- und Kraftstoffpreise in Deutschland deutlich, trotz einer erhöhten Produktion in deutschen Raffinerien.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump fordert europäische Staaten nach Angaben von Reuters auf, Notvorräte an Diesel freizugeben. Drei mit den Gesprächen vertraute Personen berichteten demnach von dem Vorstoß.
Deutschland und Frankreich stehen dabei besonders im Mittelpunkt. Beide Länder verfügen zusammen über mehr als ein Drittel der strategischen Dieselreserven der Europäischen Union. US-Vertreter sind laut Reuters insbesondere darüber verärgert, dass Deutschland und Frankreich aus ihrer Sicht Zusagen im Zusammenhang mit einer koordinierten Freigabe von Ölreserven nicht ausreichend umgesetzt haben. USA erwägen Einschränkung von Diesel-Exporten Parallel dazu steht in den USA eine mögliche Einschränkung von Diesel-Exporten im Raum.
Donald Trump hat sich laut Berichten für ein mögliches Exportverbot ausgesprochen. Die US-Regierung prüft demnach verschiedene Optionen. Ein solcher Schritt könnte Europas Versorgung mit Diesel zusätzlich unter Druck setzen. Die EU ist inzwischen stärker auf Importe aus den USA angewiesen, nachdem Lieferungen aus Russland weggefallen sind.
Nach einer Analyse von Kpler, kamen in diesem Jahr rund 32 Prozent der Dieselimporte der EU von außerhalb der EU aus den USA. Die EU-Kommission hat die möglichen Folgen eines US-Exportstopps bereits mit Mitgliedstaaten und der Branche thematisiert. Die Forderungen kommen vor dem Hintergrund stark gestiegener Energiepreise. In Deutschland lagen die Preise für Energieprodukte im August 2026 um 10,5 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Kraftstoffe verteuerten sich im selben Zeitraum um 27,7 Prozent. Auch im September setzte sich der Preisanstieg fort: Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Energiepreise um 14,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gleichzeitig produzierten deutsche Raffinerien im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Diesel und Benzin. Die Dieselproduktion lag demnach bei 15,8 Millionen Tonnen und damit 9,4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.
Die Benzinproduktion stieg um 1,8 Prozent auf elf Millionen Tonnen. Der Wert des in Deutschland produzierten Diesels erhöhte sich um 42,4 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Die höheren Produktionsmengen ändern allerdings nichts daran, dass die europäische Versorgungslage angespannt bleibt. Eine mögliche Einschränkung der US-Exporte könnte den Wettbewerb um alternative Lieferquellen weiter verschärfen.
Euronews verweist darauf, dass Europa einen Teil der wegfallenden Mengen über andere Lieferanten ersetzen müsste.
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