Der letzte Abzug der US‑Truppen aus dem Irak markiert das Ende einer langen militärischen Präsenz, der Wunsch nach Entwaffnung schiitischer Milizen und die Herausforderungen, die ein neues Spannungsfeld im Irak hinterlassen. Historische Urteile über den Irak-Krieg, die politischen Hintergründe und die Folgen für regionale Stabilität werden ebenfalls beleuchtet.
Mehr als zwanzig Jahre nach dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein und nach jahrelangen, erbitterten Kämpfen gegen die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ziehen die letzten US-Truppen aus dem Irak ab.
Der Abzug soll am Mittwoch formell abgeschlossen sein und markiert das Ende einer der längsten Auslanderausschreitungen der Vereinigten Staaten. Das Vorgehen hatte einst über 160.000 Soldaten erfordert, doch im Jahr 2021 waren bereits nahezu 2.500 Truppen im Land verblieben, die weiterhin im Rahmen von Beratungs- und Ausbildungsmissionen für die irakische Armee tätig waren.
US-Kampfeinsatz im Irak endet endgültig
Der vollständige Rückzug von 2011 wurde durch den Aufstieg des IS im Jahr 2014 erneut unterbrochen, bevor die US- und koalitionsneutralen Truppen schließlich ein letztes Mal zurückgekehrt wurden. Nun wird der US-Kampfeinsatz endgültig beendet. Diese Entwicklung stellt die Irakische Regierung und vor allem den Ministerpräsidenten Ali al‑Saidi vor die Herausforderung, die Souveränität des Staates zu stärken und die abgebenden US-Soldaten in der Krise sicher nach Hause zu bringen.
Der Abzug der US-Truppen geht zugleich mit dem Wunsch verbunden, schiitische Milizen, die eng mit dem Iran verbunden sind, zu entwaffnen und zu dezimieren. Als Teil einer größeren politischen Initiative hatte der Irak vorzeitig beschlossen, diese Milizen im Einklang mit dem US-Abzug zu entwaffnen. Der Plan wurde jedoch auf Juni 2027 verschoben, was auf die komplizierte politische Landschaft im Land hindeutet. Solange die militanten Gruppen im Irak überlegen bleiben, wird die Sicherheit im Land weiterhin fragil sein.
Zusätzlich zu den Sicherheitsbedenken steht der Irak vor der Aufgabe, die Infrastruktur und die Wirtschaft, die von jahrelangem Chaos und terroristischer Zerstörung gezeichnet sind, wieder aufzubauen. Der Einmarsch der US‑Truppen im Jahr 2003 basierte auf dem Vorwurf, Saddam Hussein habe Verbindungen zum terroristischen Netzwerk al‑Käida und Massenvernichtungswaffen besessen. Spätere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Vorwürfe unbegründet waren, doch die belgische Infiltration des Krieges, der Infarkt von Hunderttausenden an Todesopfern und die Gefangenenrechtsverletzungen im Abu‑Ghuraib-Gefängnis beschädigten die globale Glaubwürdigkeit der USA.
Regionale Folgen deslangen Kriegs und Machtverschiebungen
Die Beteiligung an einem langen, verlustreichen Krieg veränderte die politische Topographie des Nahen Ostens, trug zur Niederschlagung der arabischen Aufstände und stärkte die Position des Iran und seiner schiitischen Milizen im Irak. Die anschließend gestiegene Bedrohung durch den IS führte zu einer retorschweiten ops.
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