Ungarn hebt parliamentaryche Immunität von Péter Magyar und zwei Ex-Ministern auf

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Ungarn hebt parliamentaryche Immunität von Péter Magyar und zwei Ex-Ministern auf
Parlamentarische Immunität, Péter Magyar, Korruption

Das ungarische Parlament hat mit großer Mehrheit die Immunität von Oppositionsführer Péter Magyar sowie der ehemaligen Minister Balázs Hankó und Miklós Szeszták aufgehoben. Magyar hatte die Aufhebung wegen eines vor zwei Jahren ereigneten Streits beantragt, bei dem er das Handy eines Mannes nahm und in die Donau warf, nachdem dieser ihn und seine Begleitung ungefragt gefilmt hatte. Die beiden Ex-Minister werden wegen Korruption und Veruntreuung öffentlicher Gelder verdächtigt. Bei der Sondersitzung soll zudem der neue Generalstaatsanwalt gewählt werden.

Das Parlament in Budapest hat am heutigen Montag die parlamentarische Immunität Magyars mit großer Mehrheit aufgehoben. Es kam damit einem Ersuchen Magyars nach, der angesichts von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um die Immunitätsaufhebung ersucht hatte.

Die Tat ereignete sich vor zwei Jahren in Budapest. Hintergrund war ein Streit um Filmaufnahmen mit dem Handy. Ein Mann hatte Magyar und seine Begleitung in einem Lokal in der ungarischen Hauptstadt ungefragt gefilmt und unterließ dies trotz mehrmaliger Aufforderung nicht. Daraufhin nahm Magyar dem Mann das Handy weg und warf es in die Donau.

Später sei das Telefon nach dem Einsatz von Polizeitauchern funktionsfähig zum Geschädigten zurückgelangt. Gleichzeitig mit jener Magyars wurde auch die Immunität von zwei früheren Ministern der abgewählten Regierung von Ex-Premier Viktor Orbán aufgehoben. Es handelt sich um den Ex-Minister für Kultur und Innovation, Balázs Hankó, und den Ex-Minister für Nationale Entwicklung, Miklós Szeszták. Sie stehen unter dem Verdacht der Korruption und der Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Vor der Abstimmung über seine Person betonte Magyar, er habe nichts zu verbergen. Er habe keine Straftat begangen. Der noch „verbliebene Teil der Orbán-Mafia“ möchte seine Telefon-Angelegenheit mit milliardenschweren Korruptionsfällen vermischen. Die Staatsanwaltschaft habe bei diesen Straftaten jahrzehntelang untätig zugesehen, kritisierte der Premier.

Auf der Tagesordnung der Sondersitzung steht zugleich die Wahl des neuen Generalstaatsanwaltes, die geheim erfolgen wird. Der ungarische Staatspräsidenten András Baka hatte ohne Absprache mit den Parteien den Staatsanwalt Zoltán Szathmáry nominiert. Die Fraktion der Regierungspartei TISZA lehnte den Kandidaten ab und ersuchte den Staatspräsidenten um eine neue Nominierung. Der Grund für die Ablehnung des Kandidaten soll die Verstrickung seines Bruders István Szathmáry in den sogenannten „Goldkonvoi-Skandal“ sein.

Als Abteilungsleiter des Amtes für Verfassungsschutz gilt István Szathmáry als offizieller Beschuldigter in dem Fall. Im Frühjahr hatte eine ungarische Polizeieinheit einen ukrainischen Geldtransporter auf dem Weg von Wien in die Ukraine aufgrund von Geldwäschevorwürfen gestoppt. Die Geldtransporteure wurden festgenommen und ausgewiesen.

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