Der trockene Sommer hat Österreichs Wasserreserven ordentlich unter Druck gesetzt. Niedrige Grundwasserstände, weniger Wasser in zahlreichen Flüssen ...
Der trockene Sommer hat Österreichs Wasserreserven ordentlich unter Druck gesetzt. Niedrige Grundwasserstände, weniger Wasser in zahlreichen Flüssen und enorme Schäden durch die Dürre haben erneut gezeigt, wie wertvoll das „blaue Gold“ ist.
Nun zieht die Bundesregierung Konsequenzen: Große Wasserentnahmen sollen künftig gemessen und in einem zentralen digitalen Register erfasst werden. Die Regierung hat sich auf die Verordnung für das neue Wasserentnahmeregister geeinigt und schickt den Entwurf nun für vier Wochen in Begutachtung. Damit soll erstmals österreichweit genauer nachvollziehbar werden, wo tatsächlich wie viel Wasser entnommen wird. Umweltminister Norbert Totschnig verwies bei der Präsentation am Freitag auf die Folgen des heurigen Sommers.
„Der heurige Sommer hat es deutlich gezeigt: Der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt“, sagte der Minister. Mehr als 90 Prozent hätten zeitweise einen sehr niedrigen Grundwasserstand aufgewiesen, zahlreiche Flüsse führten weniger Wasser. Auch die Ökosysteme seien dadurch unter Druck geraten. Nach Angaben Totschnigs beliefen sich allein die Dürreschäden auf rund eine Milliarde Euro.
Österreich sei zwar grundsätzlich ein sehr wasserreiches Land, stehe durch den Klimawandel aber vor neuen Herausforderungen.
„Wer morgen ausreichend Wasser haben will, muss vorausschauend planen“, betonte Totschnig. Genau dafür brauche es deutlich bessere Daten.
„Der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt, deshalb müssen wir wissen, wo und wie viel Wasser gebraucht wird. So können wir Nutzungskonflikte frühzeitig erkennen, unsere wertvollen Wasserressourcen sichern und die Wasserversorgung für Bevölkerung, Landwirtschaft, Wirtschaft und unsere Ökosysteme auch für die kommenden Jahrzehnte gewährleisten“, erklärt Totschnig. Denn bislang gibt es eine entscheidende Lücke: In wasserrechtlichen Bewilligungsbescheiden ist zwar festgelegt, wie viel Wasser maximal entnommen werden darf. Wie viel tatsächlich aus Grundwasser, Flüssen oder anderen Gewässern entnommen wird, wurde jedoch vielfach lediglich abgeschätzt.
Das soll sich mit dem neuen Register ändern. Die Vorbereitungen dafür laufen nach Angaben des Ministers bereits seit 2024, das Vorhaben wurde zudem im Regierungsprogramm 2025 verankert. SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr verwies ebenfalls auf die Erfahrungen des heurigen Jahres. Bereits im Frühjahr habe sich abgezeichnet, dass 2026 ein extrem trockenes Jahr werden könnte.
Landwirtschaftliche Betriebe hätten Alarm geschlagen, in einzelnen Gemeinden hätten sinkende Grundwasserspiegel sogar zu Einschränkungen bei der Wasserversorgung geführt. Für Herr reicht es deshalb nicht aus, lediglich auf akute Engpässe zu reagieren: „Wir müssen nicht immer nur den Brand löschen, sondern auch die Ursache bekämpfen.
“ Voraussetzung für eine vorausschauende Planung sei allerdings, überhaupt zu wissen, wie viel Wasser tatsächlich verbraucht werde. „Unsere Wasserversorgung kommt durch die Erderhitzung zunehmend unter Druck. Wasser wird immer kostbarer, also müssen wir sparsam damit umgehen. Während die meisten Haushalte einen Wasserzähler haben, weiß man fast nichts über den Wasserverbrauch von großen Betrieben.
Mit dem Wasserentnahmeregister bringen wir endlich Licht ins Dunkel“, so Herr. Aufgebaut wird das Register schrittweise. Entscheidend dafür, wer melden muss, sind die bewilligten Entnahmemengen und festgelegte Schwellenwerte. Kleine Entnahmen – etwa aus gewöhnlichen Haus- und Hofbrunnen – werden davon nicht erfasst.
Ab 1. Juli 2029 sollen zunächst jene erfasst werden, die besonders große Mengen Grundwasser entnehmen. Dazu zählen etwa Bereiche der kommunalen Wasserversorgung, der Industrie und der Landwirtschaft. Die tatsächlichen Entnahmemengen müssen dann gemessen und digital gemeldet werden.
Gerade große Industriebetriebe wie die voestalpine oder Lenzing zählen zu jenen Unternehmen, die für ihre Produktion große Mengen Wasser benötigen.1. Jänner 2032 wird die Registerpflicht auf weitere Grundwasserentnahmen sowie größere Entnahmen aus Oberflächengewässern ausgeweitet. Dabei soll der Aufwand möglichst gering bleiben.
„Mit der Verordnung sollen keine unverhältnismäßig hohen Kosten geschaffen werden“, betonte Totschnig. Bis das Register tatsächlich läuft, wartet allerdings noch einiges an Arbeit. Das Umweltministerium baut die digitale Datenstruktur auf. Die Bundesländer wiederum müssen vorhandene Informationen aus wasserrechtlichen Bewilligungen eintragen und teilweise Unterlagen aufarbeiten, die derzeit noch analog vorliegen.
Die Regierung bezeichnet das Wasserentnahmeregister als größtes Digitalisierungsprojekt der österreichischen Wasserwirtschaft. Die gesammelten Daten sollen Bund und Ländern ermöglichen, langfristige Entwicklungen zu erkennen und Wasserressourcen vorausschauender zu planen.
„Mit einem geringen bürokratischen und finanziellen Aufwand für das Ablesen, Dokumentieren und die digitale Eingabe können wir die Wasserversorgung angesichts des Klimawandels langfristig besser absichern als je zuvor“, so Totschnig, Herr und NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard abschließend. User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum.
KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder derwidersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch
Julia Herr Michael Bernhard Norbert Totschnig Österreichischen Totsc Totschnig Totschnig.Genau Umweltminister
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
D: Feuerwehr Hamburg schützt Tiefgaragen und Keller nach Rohrbruch vor eindringendem WasserHAMBURG (DEUTSCHLAND): Am Nachmittag des 30. September 2026 wurde die Feuerwehr Hamburg um 14.37 Uhr zu einer technischen Hilfeleistung in die Amsinckstraße in
Weiterlesen »
Oktoberfest-Gast speibt in Dusche – Hotel unter WasserOktoberfest-Skandal: Zwei Gäste verursachen nach Wiesn-Besuch Wasserschaden in Münchner Hotel – Schaden von 200.000 Euro entsteht.
Weiterlesen »
Einer Insa Wilke kann beim Bachmannpreis kaum jemand das Wasser...Die anhaltenden Vorwürfe des Ex-Jurors Philipp Tingler gegen die neue Juryvorsitzende Insa Wilke sind inhaltlich absurd. Aber letztendlich schafft der Eklat rund um ihre Ernennung beste...
Weiterlesen »
Europas Flüsse führen im Sommer so wenig Wasser wie seit 1992 nichtLaut dem EU-Klimawandeldienst C3S verzeichneten europäische Flüsse im Sommer 2022 die niedrigsten mittleren Abflussmengen seit Beginn der Aufzeichnungen. Parallel dazu waren die umliegenden Meere ungewöhnlich warm, was zu marinen Hitzewellen und extremen Temperaturen an Land führte. Diese Kombination aus Dürre und Hitze belastet Wasserkraft, Energieversorgung und die Süßwasserverfügbarkeit erheblich und verdeutlicht die engen Zusammenhänge zwischen Klimawandel und geopolitischen Herausforderungen.
Weiterlesen »
