Toyota hat einen 760 Kilogramm schweren Wohnwagen unter kontrollierten Bedingungen auf einen neuen vollelektrischen Hilux fallen lassen. Trotz der schweren Karosserieschäden konnte der Pick-up anschließend selbstständig vom Testgelände fahren. Der inszenierte PR-Stupt erinnert an den legendären Top-Gear-Test eines Hilux aus dem Jahr 2003, der trotz Explosion und mehrfacher Zerstörung nicht endgültig zu besiegen war.
Zugegeben, ein Alltagstest sieht anders aus, aber sehen will man diesen spektakulären PR-Stunt dann doch: Toyota hat einen handelsüblichen Wohnwagen auf einen brandneuen Elektro-Hilux fallen lassen.
Ergebnis: Wohnwagen zerstört, Pick-up fährt weg. Auf einem Flugplatz im britischen Suffolk wurde ein 760 Kilogramm schwerer Caravan rund neun Meter hoch über dem neuen vollelektrischen Pick-up aufgehängt. Dann wurde der Wohnwagen ausgeklinkt. Das Ergebnis ist spektakulär genug fürs Internet: Der Caravan zerlegt sich beim Einschlag, Teile fliegen durch die Gegend, der Hilux verschwindet kurz unter Trümmern.
Nach einer Kontrolle wird der Toyota eingeschaltet – und fährt aus eigener Kraft vom Platz. Toyota spricht lediglich von vergleichsweise überschaubaren Karosserieschäden. Natürlich ist das kein unabhängiger Crashtest, sondern ein sorgfältig inszenierter PR-Stunt unter kontrollierten Bedingungen. Genau deshalb funktioniert er aber so gut: Toyota bedient damit eines der stärksten Bilder, die es rund um den Hilux überhaupt gibt.
Die Vorlage stammt aus dem Jahr 2003. Damals kaufte „Top Gear“ für 1000 Pfund einen gebrauchten Hilux und versuchte über mehrere Sendungen hinweg, ihn endgültig zu vernichten. Der Pick-up wurde unter anderem ins Meer gestellt, angezündet, mit einer Abrissbirne bearbeitet und mit einem Wohnwagen malträtiert. Zum Finale stellte die BBC das schwer gezeichnete Auto auf das Dach eines 23-stöckigen Hochhauses, das anschließend gesprengt wurde.
Der Hilux überlebte auch das. Danach wurde er im „Top Gear“-Studio ausgestellt und sein Ruf als praktisch unzerstörbarer Pick-up war endgültig zementiert.
„Top Gear“ selbst blickt heute auf die Aktion als einen seiner berühmtesten Tests zurück. Toyota ließ sich von der Aktion inspirieren und das Netz entscheiden, welcher Tortur der Hilux unterzogen werden sollte. Nutzer auf Reddit konnten zwischen zwei Varianten abstimmen: Entweder sollte der neue Pick-up wieder mit einer Ein-Tonnen-Abrissbirne Bekanntschaft machen – oder ein ausgewachsener Wohnwagen sollte auf ihn fallen. Die Mehrheit entschied sich für den Caravan.
Toyota setzte das Ergebnis anschließend auf dem ehemaligen Militärflugplatz Bentwaters um. Der neue, elektrische Hilux ist Teil der neunten Modellgeneration und bleibt trotz Elektroantrieb beim klassischen Leiterrahmen. Im Unterboden sitzt eine 59,2-kWh-Batterie, je eine E-Achse vorne und hinten sorgen für permanenten Allradantrieb. Die homologierte WLTP-Reichweite beträgt bis zu 257 Kilometer, innerstädtisch nennt Toyota bis zu 380 Kilometer.
Die Nutzlast liegt bei 715 Kilogramm, ziehen darf der Stromer bis zu 1,6 Tonnen. Gerade die Anhängelast zeigt allerdings auch, dass der Elektro-Hilux nicht in jeder Disziplin mit seinem Diesel-Bruder gleichzieht: Die 48-Volt-Dieselversion darf bis zu 3,5 Tonnen ziehen. Toyota sieht den elektrischen Pickup daher vor allem dort im Einsatz, wo lokal emissionsfreies Fahren wichtiger ist als maximale Reichweite und Anhängelast. Mit einem einzelnen fallenden Wohnwagen ist die Geschichte übrigens noch nicht beendet.
Toyota hat den Elektro-Hilux anschließend ausgerechnet an den Top-Gear-YouTube-Kanal übergeben. Was dort mit ihm passieren soll, verrät der Hersteller noch nicht. Die Rollen haben sich damit nach 23 Jahren kurios verschoben: 2003 wollte Top Gear beweisen, dass selbst ein Hilux irgendwann kaputtzukriegen sein muss. Heute versucht Toyota selbst zu beweisen, dass auch der elektrische Nachfolger diese Behandlung aushält.
Den ersten Einsatz hat der Pickup jedenfalls überstanden. Für den Wohnwagen lässt sich das nicht behaupten. User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum.
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