Texas-Rennen: Die Demokraten haben eine echte Chance

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Texas-Rennen: Die Demokraten haben eine echte Chance
USA, Midterms, Texas

Noch nie seit 1988 haben die Demokraten einen Senatssitz in Texas gewonnen. Doch mit dem umstrittenen Ken Paxton als republikanischem Kandidaten riecht man in der Partei Blut - und das könnte nicht nur die Mehrheit im Senat kosten, sondern auch Trumps zweite Amtszeit erschweren.

Noch fünf Wochen, dann werden in den USA die politischen Weichen für die zweite Hälfte der Trump -Präsidentschaft - und wohl auch für die Präsidentschaftswahlen 2028 - gestellt.

Die Vorzeichen stehen derzeit gut für die Demokraten, und sie scheinen von Tag zu Tag besser zu werden. In einer von der 'New York Times' gemeinsam mit dem Siena Research Institute in Auftrag gegebenen Umfrage gaben 51 Prozent der Befragten an, bei den Midterms 'eher einen demokratischen Kandidaten' wählen zu wollen; nur 43 Prozent würden eher für einen Republikaner stimmen. Da scheint sich gerade eine 'Blue Wave' aufzubauen (Blau ist die Farbe der Demokraten).

Vorteile für die Demokraten bei den Midterms

Angesichts eines zunehmend unbeliebten Präsidenten, dessen Arbeit nur 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler positiv bewerten, eines nicht enden wollenden Iran-Krieges und rekordverdächtiger Benzinpreise eigentlich kein Wunder. Bei all den für die Demokraten positiven Trends sollte man jedoch nicht vergessen, dass es bei den Midterms um Hunderte einzelne Rennen geht. Unter anderem werden am 3. November alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses, 35 Senatorinnen und Senatoren sowie 39 Gouverneure neu gewählt.

Und während dabei die politische Großwetterlage natürlich wichtig ist, geht es am Ende doch um die Qualität einzelner Kandidaten. Auch in Österreich wird bei Landtagswahlen ja oft davon gesprochen, ob eine Wahl politischen Rückenwind aus dem Bund erhält. Ähnlich ist es in den USA. Doch Rückenwind bleibt Rückenwind - und gewählt werden letztlich die Kandidaten.

Spannender Kampf um den Senatssitz in Texas

Viele Rennen sind spannend, kaum eines aber spannender als jenes um den Senatssitz in Texas zwischen dem Republikaner Ken Paxton und dem Demokraten James Talarico. Dabei hat seit 1988 kein Demokrat mehr ein Senatsrennen in Texas gewonnen. Ungefähr genauso lange stellt Texas durchgehend einen republikanischen Gouverneur.

Zudem hat Trump in dem Bundesstaat jede Wahl gewonnen, zuletzt mit einem Vorsprung von fast 14 Prozentpunkten. Wie also, fragt man sich, soll ein Demokrat in Texas überhaupt eine Chance haben? Politischer Rückenwind wird nicht ausreichen; dafür braucht es schon den perfekten politischen Sturm. Und der scheint sich gerade zusammenzubrauen.

Skandale belasten republikanischen Kandidaten

Denn Ken Paxton ist ein grottenschlechter Kandidat. Das sagen hinter vorgehaltener Hand selbst viele Parteikollegen. Das von Republikanern dominierte texanische Abgeordnetenhaus beschuldigte ihn 2023 der Korruption. Seine damalige Ehefrau reichte im Juli 2025 die Scheidung wegen Ehebruch ein, den Paxton selbst eingeräumt hatte.

Einen wertvollen Montblanc-Kugelschreiber steckte er an einer Sicherheitsschleuse 'zufällig' ein und gab ihn später dem rechtmäßigen Eigentümer zurück. Und, und, und ... Noch ist das Rennen nicht entschieden. Für den Moment ist Paxton jedoch das Kunststück gelungen, in Umfragen hinter Talarico zu liegen.

Dabei wäre für die Republikaner alles so einfach gewesen. Sie hätten den amtierenden republikanischen Senator John Cornyn erneut nominieren können. Er hätte die Wahl gegen Talarico wohl mit links gewonnen. Aber nein: Cornyn hat sich das eine oder andere Mal kritisch über Trump geäußert.

Also musste er weg. Das könnte sich bitter rächen. Denn eine Prognose sei erlaubt: Sollte Talarico tatsächlich in Texas gewinnen, dann verlieren die Republikaner auch ihre Mehrheit im Senat.

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