Alle 14 Klimamodelle erwarten einen außergewöhnlich starken El Niño. Der Pazifik erreicht Rekordwerte. Welche Folgen das weltweit haben könnte.
Im tropischen Pazifik steigen die Wassertemperaturen auf außergewöhnliche Werte. Alle 14 ausgewerteten Klima modelle rechnen laut einer aktuellen Analyse mit einem außergewöhnlich starken El Niño. Die Entwicklung im tropischen Pazifik sorgt derzeit weltweit für Aufmerksamkeit.
Laut Berichten des Focus gehen nach einer Auswertung des US-Klimaforschers Zeke Hausfather inzwischen alle 14 berücksichtigten Klimamodelle davon aus, dass sich ein außergewöhnlich starker El Niño entwickelt. Nach den aktuellen Berechnungen könnte der Höhepunkt im November 2026 erreicht werden. Die Modelle erwarten für die sogenannte Niño-3.4-Region im zentralen Pazifik eine Temperaturabweichung von rund vier Grad gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Die meisten Berechnungen liegen zwischen 3,7 und 4,2 Grad.
Zum Vergleich: Beim starken El Niño der Jahre 2015 und 2016 lag die Abweichung bei etwa 2,7 Grad. Die Erklärgrafik zeigt das Klimaphänomen El Nino im Vergleich zu normalen Wetterverhältnissen. Bei normalen Bedingungen sorgt Wind für aufsteigendes kaltes Tiefenwasser im Pazifik und Regen in Südostasien. Während El Nino bleibt das Tiefenwasser unten, warme Oberflächenströmungen entstehen, was zu Dürren in Australien und Überschwemmungen in Südamerika führt.
Quelle: APA. Dabei handelt es sich um Prognosen und nicht um bereits gemessene Werte. Ob tatsächlich ein neuer Rekord erreicht wird, soll sich erst in den kommenden Monaten zeigen. El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im tropischen Pazifik.
Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik deutlich stärker als üblich. Diese zusätzliche Wärme verändert Luftströmungen und Wettermuster rund um den Globus. Je stärker sich das Meer erwärmt, desto mehr Wärme und Feuchtigkeit gelangen in die Atmosphäre. Dadurch können sich Niederschläge, Dürren und Temperaturen in vielen Regionen der Erde verändern.
Neben den Modellrechnungen fallen auch die aktuellen Messwerte auf. In der Niño-3.4-Region wurde laut dem Bericht Mitte September eine Abweichung von mehr als drei Grad gegenüber der Referenzperiode 1991 bis 2020 gemessen. Die prognostizierten vier Grad für November sind dagegen noch Zukunftsszenarien.
All the September dynamical ENSO models are now in, and they give a 100% chance of a record event this year using the Oceanic Niño Index metric:Nach Angaben des Forschers Eliot Jacobson markierte dieser Wert den 108. Tagesrekord in Folge.
Zudem verweist der Bericht auf außergewöhnlich hohe Temperaturen unter der Meeresoberfläche, die laut Weltorganisation für Meteorologie zusätzlich Energie für das Klimaphänomen liefern. Nach Angaben im Bericht zeigen sich erste Folgen bereits in verschiedenen Weltregionen. Teile Südamerikas erleben ungewöhnlich starke Regenfälle und Überschwemmungen. In Australien, Indonesien und Teilen Afrikas droht dagegen Trockenheit.
Auch im Süden der USA kann El Niño die Niederschläge deutlich beeinflussen. Für Europa gelten die Zusammenhänge laut Bericht als weniger eindeutig. Wie stark sich das aktuelle Ereignis letztlich entwickelt, dürfte sich erst gegen Ende des Jahres zeigen. Erst dann wird klar sein, ob die aktuellen Prognosen tatsächlich zu einem historischen El Niño führen.
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