Stinkwanzen in der Wohnung: Warum sie jetzt auftauchen

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Stinkwanzen in der Wohnung: Warum sie jetzt auftauchen
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Stinkwanzen in der Wohnung: Warum sie jetzt auftauchen

Die Tiere sind für Menschen, Haustiere und Zimmerpflanzen ungefährlich. Für Obst und Gemüse können sie jedoch zum Schädling werden. Wer eine Wanze in der Wohnung entdeckt, sollte sie möglichst vorsichtig einfangen.

Die Marmorierte Baumwanze stammt aus Ostasien und kam in den 1990er-Jahren nach Europa. Im Herbst wird sie besonders auffällig, weil sie geschützte Winterquartiere sucht. Dabei zieht es sie zu Licht und Wärme. In Wohnungen verstecken sich die Tiere etwa hinter Vorhängen oder Sofas.

Bei Temperaturen über 15 Grad werden sie im Frühjahr wieder aktiv. Die Wanze ist an ihrem braungrauen, marmorierten Körper und den schwarz-weiß gefleckten Rändern zu erkennen. Sie kann rund 15 Millimeter lang werden. Ihren Namen trägt die Baumwanze nicht zufällig.

Wird sie bedroht, sondert sie ein unangenehm riechendes Sekret ab. Deshalb sollte man sie weder zerdrücken noch einsaugen. Auch im Staubsauger können die gestressten Tiere ihren Geruchsstoff abgeben. Fachleute empfehlen, die Wanze mit einem Glas und einem Stück Papier einzufangen.

Anschließend kann man sie nach draußen bringen oder in einem gut verschlossenen Behälter ins Tiefkühlfach legen. Zoologe Manfred Hartbauer bezeichnet das Einfrieren als vergleichsweise sanfte Tötungsmethode, weil die Tiere bei Kälte zunächst in einen Ruhezustand übergehen. Wer die Wanzen gar nicht erst hereinlassen will, kann Insektennetze an den Fenstern anbringen.

„Deshalb glaube ich schon, dass 2026 ein Wanzenjahr ist“, sagt Hartbauer im Gespräch mit dem STANDARD. Die warmen Bedingungen begünstigen dem Experten zufolge die Vermehrung. Auch Trockenheit macht den Tieren wenig aus, weil sie weiterhin Pflanzensäfte finden. Durch den Klimawandel dürfte ihre Zahl zunehmen, sagt Hartbauer.

Gleichzeitig könnten natürliche Feinde die Entwicklung bremsen. So befallen Schlupfwespen die Eier der Baumwanzen als Parasiten. In Italien gibt es laut Hartbauer Hinweise darauf, dass sich solche Gegenspieler zunehmend etablieren. Die Marmorierte Baumwanze saugt Pflanzensäfte.

Dadurch können Früchte und Blätter verfärbt oder verformt werden, Früchte können vorzeitig abfallen. Heuer berichteten laut Hartbauer vor allem Betriebe mit Tomaten, Bohnen und Erbsen von massiven Befällen. Auch die Grüne Reiswanze wird zunehmend nachgewiesen. Im Obstbau wurde die Notzulassung eines gegen die Wanzen wirkenden Pestizids für 2026 verlängert.

Laut Hartbauer sind die Schäden dadurch gering. Besonders bei Biobetrieben leidet vor allem die Birnenernte. Hartbauer forscht an einer Lösung ohne Pestizide. Zunächst sollten Drohnen die Wanzen mit Schall von den Bäumen lösen.

Das Verfahren erwies sich jedoch als zu laut.

„Wir brauchten einen so starken Schallstimulus, dass wir die Anrainer der Obstplantagen belästigt hätten“, sagt der Zoologe. Mehr als 110 Dezibel waren laut ihm für den Alltag zu viel. Nun wird mit Rauch experimentiert. Eine Drohne mit Vernebler soll die Wanzen zur Körperpflege bringen.

Anschließend sollen sie leichter vom Baum geschüttelt und von einem Bodenroboter eingesammelt werden. Neben der invasiven Marmorierten Baumwanze gibt es in Österreich auch die Grüne Stinkwanze. Sie ist im Sommer grün und färbt sich im Herbst braun. Auch sie kann bei Gefahr eine stinkende Flüssigkeit absondern.

Für die Wohnung gilt daher: Wanzen vorsichtig einfangen statt zerdrücken. Für die Landwirtschaft bleibt die Marmorierte Baumwanze eine deutlich größere Herausforderung.

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