Stefan Mangard: Er schützt IT-Infrastruktur im Kleinen wie im Großen

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Stefan Mangard: Er schützt IT-Infrastruktur im Kleinen wie im Großen
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Cornelia Grobner ist seit 2018 Wissenschaftsredakteurin bei der „Presse“. Seit 2023 ist sie Teil des Klima-Teams. Der Fokus der promovierten Sozial- und Kulturwissenschaftlerin (Uni Salzburg) liegt auf Forschung in und aus Österreich, seit 2025 berichtet sie in der „Presse am Sonntag“ auch regelmäßig über internationale Wissenschaftsthemen.

Der Informatiker Stefan Mangard findet Schwachstellen in IT-Systemen und entwickelt Schutzmaßnahmen, um Smartcards, Computer, Server und Cloud-Dienste sicherer zu machen. Es liege auf der Hand, meint Stefan Mangard auf die Frage danach, was ihn als Leiter des Instituts für Informationssicherheit an der TU Graz heute am meisten umtreibe: die KI.

Zum einen helfe sie enorm dabei, Schwachstellen in IT-Systemen aufzufinden. Zum anderen steige der Bedarf an Schutzmaßnahmen gegen KI-Angriffe enorm.

„Wir müssen Sicherheit quer durch das System implementieren und in der Hardware verankern“, betont Mangard. Geschwindigkeit bei der KI-Entwicklung rauszunehmen, hält er für illusorisch: „Wir müssen schnell lernen, Schritt zu halten.

“ Dazu müsste man eine mehrschichtige Sicherheitsarchitektur schaffen, das sei teurer und verlangsame Systeme, sei aber nachhaltig. Als Mangard Mitte der 1990er-Jahre sein Telematikstudium aufnahm, steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Sicherheitsfragen reizten den gebürtigen Vorarlberger aber schon seit seiner Schulzeit.

„Als ich 13 Jahre alt war, schafften meine Eltern einen Computer an und ich wollte sofort mehr über Viren wissen“, erinnert er sich. Schnell fand sich in der Schule eine Clique Gleichgesinnter zusammen.

„Das war nicht alles so bunt und blinkend wie heute. Man musste viel selbst programmieren.

“In seiner Doktorarbeit fokussierte Mangard sich auf Sicherheitsaspekte bei Smartcards, also auf Karten mit eingebetteten Mikrochips wie Bankomatkarten. „Damals stellte man fest, dass man über den Stromverbrauch der Karte feststellen kann, welches Geheimnis drin steckt. Das hat mich fasziniert, weil es ein technisches Rätsel war.

“ Als er dieses Rätsel gelöst hatte, legte er die akademischen „Scheuklappen“ ab und widmete sich dem Thema aufseiten der Industrie – und zwar als leitender Sicherheitsarchitekt für Chipkarten bei Infineon Technologies in München. Dort war Mangard damit beschäftigt, Reisepässe, Bankomatkarten und Co. sicherer zu machen.

Den Kontakt zur wissenschaftlichen Welt ließ er nie ganz abreißen und hielt regelmäßig Vorlesungen an der TU München. 2013 lockte den IT-Sicherheitsforscher eine Professur an die TU Graz: „Ich begann, mich für Fragestellungen zur Sicherheit außerhalb dieser kleinen Systeme, also bei Laptops und Servern, zu interessieren.

“Zerstreuung von Computerthemen findet er in der Familie und beim Sport. Er lacht: „Je älter ich werde, desto wichtiger ist es mir, dass ich mich dreimal pro Woche bewege, ob beim Laufen, Mountainbiken, Wandern oder Krafttraining.

“ Einen großen Erfolg feierte Mangard 2018. Als Teil eines internationalen Teams deckte er mit „Meltdown“ und „Spectre“ schwere Sicherheitslücken in Prozessoren auf, was ihm die Aufmerksamkeit der Halbleiterindustrie bescherte. Mindestens ebenso erfüllend empfindet er die Betreuung von Doktoranden: „Das zeichnet für mich Academia aus, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, das Leuchten in ihren Augen zu sehen und es auch in Vorlesungen zu wecken.

“ Besonders schön sei, wenn er jenes Feuer lodern sieht, das ihn selbst einst angetrieben hat.

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