So sieht der perfekte Partner für Zierfische aus

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So sieht der perfekte Partner für Zierfische aus
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In einem Speed-Dating-Experiment mit virtuellen Stimuli hat sich gezeigt: Bei den Schwertträgern wollen die Männchen nur das eine, die Weibchen aber haben sehr spezielle Wünsche.

In einem Speed-Dating-Experiment mit virtuellen Stimuli hat sich gezeigt: Bei den Schwertträgern wollen die Männchen nur das eine, die Weibchen aber haben sehr spezielle Wünsche.

Ein Traum: sich anhand einer Kombination von Eigenschaften den perfekten Partner zusammenstellen. Das funktioniert freilich nur als spielerisches Experiment bei Fischen, die Objekte der Begierde sind virtuell und der Zweck ist Wissenserwerb über die Partnerwahl im Tierreich. Ein Team um die Evolutionsökologin Kathryn Bullough von der Uni Exeter hat dazu Schwertträger, eine kleine Karpfenart, einzeln in Aquarien gesetzt .

Auf zwei gegenüberliegenden Bildschirmen sah der Fisch je einen potenziellen Sexualpartner. Dann wurde beobachtet, zu welcher Seite er in der Folge tendierte. Ein solches Speed-Dating mit künstlichen Stimuli hat man schon bei Vögeln und Spinnen versucht. Die Tiere lassen sich zwar täuschen, aber die Ergebnisse waren bisher wenig aussagekräftig – man musste vorher abschätzen, welche Merkmale in welcher Kombination erregend sein könnten, und übersah dabei leicht das Wesentliche.

Der Clou bei der aktuellen Studie: Ein Algorithmus simuliert eine sexuelle Selektion, also dass der Fisch sich tatsächlich mit dem gewählten Partner fortpflanzt und die gewünschte Eigenschaft sich so in folgenden Generationen verstärkt. Solcherart individuell optimierte Kandidaten setzte man den Fischen wieder am Bildschirm vor und spielte das in neun Runden durch. Das Ergebnis: Den Männchen geht es allen nur um das eine – die Größe der Weibchen, als Indiz für deren Fruchtbarkeit.

In der neunten Generation waren die gewählten Bildschirmpartnerinnen im Schnitt um 24 Prozent größer als in der ersten. Viel individuellere Vorlieben zeigen die Weibchen: der einen gefällt ein langer Schwanz, der anderen kräftige Farben. Eines der elf Weibchen bevorzugte feminin wirkende Männchen, vermutlich wegen schlechter Erfahrungen mit „Machos“. Zufällig sind ihre Entscheidungen nicht, dafür zogen sich die jeweiligen Vorlieben zu klar durch.

Aber sie waren so verschieden, dass die Bildschirmmännchen am Ende im Schnitt nicht anders aussahen als am Anfang. Vor Verallgemeinerungen sei gewarnt: Jede Art wählt Partner anders. Schwertträger sind soziale Fische, die in Schwärmen leben. Die Männchen treffen dabei auf viele Weibchen, können also ruhig wählerisch auf ihre „Traumpartnerin“ warten, ohne mit anderen Männchen um sie raufen zu müssen.

Bei sonst eng verwandten Fischarten gibt es mehr Konkurrenz. Kleine, schwache Männchen suchen dort von vornherein nur kleine, wenig attraktive Weibchen – in weiser Bescheidenheit.

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