Schweizer Ski-Asse kritisieren FIS-Pläne für häufigere Weltmeisterschaften

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Schweizer Ski-Asse kritisieren FIS-Pläne für häufigere Weltmeisterschaften
Ski-Weltmeisterschaften, FIS, Marco Odermatt

Die FIS will die Ski-Weltmeisterschaften ab 2032 in jedem Jahr ohne parallele Olympische Winterspiele ausrichten. Schweizer Spitzenathleten wie Loïc Meillard, Marco Odermatt, Corinne Suter und Franjo von Allmen bezweifeln, dass die zusätzlichen Einnahmen den Wert der Titelkämpfe und Medaillen langfristig sichern. Sie befürchten eine Abwertung der Weltmeisterschaften zugunsten häufigerer, aber weniger bedeutungsvoller Großveranstaltungen.

Wie kürzlich bekannt wurde, will die FIS die Ski-Weltmeisterschaften ab 2032 in jedem Jahr austragen, in dem keine Olympischen Spiele stattfinden. Der Schweizer Skiverband hatte den Plänen zuletzt positives Feedback gegeben.

Bei der Medienkonferenz von Swiss-Ski vor dem Start in die neue Saison wurden die Schweizer Ski-Asse zu den FIS-Plänen befragt. Unter anderem Marco Odermatt, Loïc Meillard, Corinne Suter und Franjo von Allmen äußerten sich kritisch zu dem Vorhaben. Loïc Meillard kann die Überlegungen der FIS zumindest aus finanzieller Sicht nachvollziehen.

„Aus Sicht der FIS verstehe ich die Überlegung. Es ergibt finanziell Sinn, es kommt ja mehr Geld rein. Deshalb kann ich es aus Marketinggründen verstehen“, erklärte der Schweizer. APA/AFP/Jure Makovec Aus Sicht der Athleten sieht Meillard die geplante Änderung allerdings kritisch.

Eine häufigere Austragung würde seiner Meinung nach „den Wert jeder Medaille mindern“. Gerade die Seltenheit mache große Titelkämpfe besonders, wie er am Beispiel der Olympischen Spiele erklärte. APA/AFP/NTB/CORNELIUS POPPE Auch Marco Odermatt sieht den Stellenwert der WM-Medaillen als entscheidenden Punkt.

„Für mich wäre ein jährlicher Großanlass zu viel. Es wäre wie im Velosport oder Eishockey – der Wert nimmt ab“, so der Gesamtweltcupsieger. Noch deutlicher äußerte sich der dreifache Olympiasieger Franjo von Allmen.

„Das finde ich persönlich einen Scheiß. Das würde den Wert einer WM komplett minimieren. Dann könnte es auch ein normales Weltcup-Rennen sein. Ich finde, es ist gut so, wie es jetzt ist.

“ Franjo von Allmen gewann bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Bormio Gold in der Abfahrt, im Super-G und in der Team-Kombination. Auch Corinne Suter sprach sich gegen einen jährlichen WM-Rhythmus aus. Ihre erste Reaktion sei „eher negativ“ gewesen. Aus ihrer Sicht würde der Stellenwert der Weltmeisterschaften sinken, wenn diese jedes Jahr stattfinden würden.

APA/AFP/ANDREAS SOLAROOdermatt sieht für zusätzliche Großevents andere Möglichkeiten. Statt einer weiteren Weltmeisterschaft würde er einen großen Wettbewerb an einem neuen Austragungsort bevorzugen.

„Ich würde eher applaudieren, wenn es statt einer zusätzlichen WM sonst ein großes Event gäbe, aber nicht nochmals diese eckigen Medaillen verteilt werden“, sagte Odermatt. Als mögliche Austragungsorte nannte er unter anderem China und Japan. Auch einen Slalom in einer Skihalle in Dubai brachte der Schweizer ins Spiel. Dabei betonte er, dass es ihm nicht darum gehe, unbedingt ein Rennen in Dubai zu sehen, sondern darum, den Weltcup als internationale Serie zu verstehen.

Aus Sicht von Odermatt könnte es deshalb sinnvoll sein, „alle vier Jahre etwas Neues zu probieren“.

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