Schwarzer Staub im Leobener Stadtteil Donawitz sorgt bei Bewohnern für Besorgnis. Bezirkshauptmannschaft und Voestalpine prüfen die Ablagerungen und Messdaten.
Im Leobener Stadtteil Donawitz tritt derzeit gehäuft schwarzer Staub auf und verunsichert die Bewohner. Sowohl die Bezirkshauptmannschaft Leoben als auch die Voestalpine befassen sich mit der Angelegenheit. Der schwarze Staub ist nach Einschätzung der Beteiligten kein Saharastaub, das sei auf den ersten Blick klar.
Gemeinderat Walter Reiter von der Bürgerliste engagiert sich in der Sache und fordert Konsequenzen. Die Menschen in Donawitz hätten ein Recht darauf zu wissen, was sie einatmen und was sich auf ihren Häusern, Balkonen und Grundstücken ablagert. Er verlangt unabhängige Messungen beziehungsweise eine Analyse der Ablagerungen, nachvollziehbare Informationen für die Anrainer sowie die Prüfung, ob die Belastung im üblichen Rahmen liegt.
Behörden prüfen Messdaten und Maßnahmen
Bezirkshauptmann Markus Kraxner bestätigt auf Anfrage, dass die Behörde von der Situation weiß und in Kontakt mit der Voestalpine steht. Es gebe etliche fixe Messpunkte, deren Daten man nun zusätzlich in Hinsicht auf diese konkrete Frage auswerte. Wenn es nach der Auswertung dieses Datenmaterials angezeigt sei, dass behördliche Maßnahmen gesetzt werden, werde man das tun, betont Kraxner.
Der Bezirkshauptmann weist aber auch darauf hin, dass es rund um die Voestalpine ein engmaschiges Netz an laufenden Kontrollen gebe. Zudem seien bei der Bezirkshauptmannschaft keinerlei Beschwerden über den schwarzen Staub eingegangen. Markus Kraxner ist mit der Sache bereits befasst.
Voestalpine verweist auf regulären Betrieb
Die Voestalpine teilt mit, dass es an ihrem Standort Donawitz in den letzten Wochen nachweislich keine außergewöhnlichen Betriebszustände, Störungen oder sonstige Vorkommnisse gegeben habe, die eine erhöhte Emissionsbelastung zur Folge gehabt hätten. Sämtliche Anlagen würden auf Basis behördlicher Genehmigungen betrieben, regelmäßig überprüft und unter Einhaltung aller geltenden umweltrechtlichen Auflagen und Grenzwerte geführt.
Die lang anhaltende Trockenheit begünstige unabhängig vom Verursacher zusätzlich die Ansammlung von Staub auf Straßen, Plätzen und im Umfeld von Gebäuden, so das Unternehmen. Die Voestalpine habe die Emissionssituation am Standort durch umfassende Investitionen und Maßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich verbessert.
Einen weiteren wesentlichen Umweltbeitrag werde die ab April 2027 geplante Inbetriebnahme des grünstrombasierten Elektrolichtbogenofens leisten, der schrittweise die bisherige kohle- und koksbasierte Hochofenroute ersetzt. Ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft sowie eine transparente Kommunikation mit Anrainerinnen und Anrainern sei der Voestalpine an allen ihren Standorten ein wichtiges Anliegen. Für einen sachlichen und konstruktiven Austausch stehe das Unternehmen jederzeit gerne zur Verfügung.
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