Im Juni und Juli wandern riesige Sardinenschwärme entlang der Wilden Küste Südafrikas bis Durban und ziehen Haie, Delfine sowie zahlreiche Besucher an. Der Kurs wird von der Kollision des Benguelastroms mit dem Agulhasstrom bestimmt, was ein spektakuläres naturphänomen erzeugt, das weltweit einzigartig ist.
„ Sardine Run “, die ungestüme Fischjagd im weiten Ozean, ist ein Naturschauspiel der mitreißenden Art an Südafrika s Wilder Küste. Wer im Sog der großen Meeresräuber dabei sein will, muss fast so flink sein wie eine Robbe.
Abenteuer pur – und nichts für schwache Nerven! Wir waren selbst überrascht, worauf wir uns bei dieser aufregenden Reise eingelassen haben. Jedes Jahr wandern im Juni und Juli riesige Schwärme von pazifischen Sardinen Hunderte Kilometer entlang der Wilden Küste hinauf bis Durban zu ihren Laichgründen. Im südafrikanischen Winter, wenn hierzulande Sommer ist, setzt sich der kalte Benguelastrom durch.
Vom Kap der Guten Hoffnung drängt er den warmen Agulhasstrom nach Norden ab. Unweit des Ufers bleibt bei diesem maritimen Machtspiel im Indischen Ozean nur ein schmaler Streifen des viel kühleren, nährstoffreichen Wassers übrig, dem Milliarden Sardinen instinktiv folgen. Das einzigartige Naturphänomen lockt gefräßige Meeresbewohner wie Haie, Delfine, Wale und Tölpel in Scharen an – und eine Handvoll neugieriger Taucher, Wildlife-Fotografen wie Matej Moles und Filmemacher aus aller Welt.
Ein faszinierender „Sardine Run“ spielt sich ebenso in Mexiko, auf den Philippinen und sogar in den Fjorden Norwegens ab, doch das „Rennen“ an der Wilden Küste der „Regenbogennation“ ist an Größe und Spektakel kaum zu überbieten. Das Abenteuer beginnt schon an Land nach der Ankunft auf dem internationalen Flughafen King Shaka in Durban. Die 595.000-Seelen-Stadt der Provinz KwaZulu-Natal wird für ihr breites Spektrum an afrikanischen, indischen und kolonialzeitlichen Einflüssen geschätzt.
Die Küstenpromenade, runderneuert für die Fußball-WM2010, führt von einem weitläufigen Freizeitpark samt Aquarium zum futuristisch wirkenden Moses-Mabhida-Stadion mit 70.000 Sitzen.
„Ein Rundgang untertags lässt sich in Ruhe unternehmen. Sobald die Dunkelheit hereinbricht, sind gewisse Vierteln jedoch zu meiden. Die Kriminalität schläft nie“, wird an der Hotelrezeption der City Lodge gewarnt. Kurzum, unsere zehnköpfige Tauchergruppe rund um Martin Denison, einen Profi seines Faches und Lehrbeauftragten der Sportuni Wien, genießt den Abend im Freien am hauseigenen Pool.weniger als fünf Meter beträgt, zurück ins Boot!
Denn ist das Wasser trüb, können Haie ihre Beute visuell nicht mehr präzise einschätzen, das Risiko eines Verwechslungsunfalls steigt. , damit der Raubfisch spüren kann, dass man auf der Hut ist.und nicht allzu oft mit den Flossen auf das Wasser klatschen, das könnte Haie anlocken wie verletzte Beute. Eine mehrstündige Busfahrt liegt am nächsten Morgen vor uns. Das Frühstück - reich an Früchten wie Orangen, Grapefruits, Mandarinen, Weintrauben und mehr - kostet 235 Krügerrand extra, umgerechnet 12,50 Euro.
Der Trip in unsere Mbotyi River Lodge gibt erste Einblicke in das bunte Leben vor Ort. Beruhigend wirkt die weite Gras- und Buschlandschaft, die später in eine unberührte Klippenküste mit einsamen Buchten mündet. Entlang der Strecke fallen Besonderheiten wie eine winzige Wellblechhütte am Straßenrand auf. Die Aufschrift: „Car Wash“.
Vier Kübel voller Wasser, links davon ein leicht verbeulter Pkw, aufgebockt auf der hinteren Achse – auf Hochglanz poliert wird händisch, Autopflege à la Südafrika. Wenig später rollen wir an einem Gemüsemarkt vorbei, gleich dahinter ein kleines Zelt mit einem Drucker drinnen und dem Firmenlogo „Print Copy“ draußen. Auf den letzten hundert Kilometern wird die Piste etwas holprig – ein rumpeliger Vorgeschmack auf das, was uns später mit dem Schlauchboot auf hoher See erwartet.
Mitten in der hügeligen Idylle ist die Mbotyi River Lodge zu finden, ideal für „Sardine Runners“.
„Das Quartier, in Gehweite vom Ozean entfernt, liegt südlich der berüchtigten Waterfall Bluff bei Lusikisiki. Nahe der Wasserfallklippe sammeln sich die Sardinen, bevor sie weiter Richtung Norden ziehen“, sagt Martin Denison. Entlang der Steilküste können Pferdefreunde 120 Meter über dem Meeresspiegel reiten. Fast 150 Meter in die Tiefe rauscht das Wasser bei den Magwa Falls, einem nahezu unentdeckten Naturjuwel.
In der Schlucht ist von Weitem ein zerschelltes Auto zu erkennen.
„Ein Mann fuhr seine Frau in den Tod. Als er kurz vor der Felsenkante aus dem Pkw springen wollte, klemmte sein Gurt undsie stürzten gemeinsam ab“, wie Dorfbewohner erzählen. Wer die Unterwasserwelt verstehen will, muss tief in sie eintauchen. Jeden Tag schlüpfen wir im Morgengrauen in unsere Neoprenanzüge, um zum Sonnenaufgang am Strand mit vereinten Kräften gegen heftige Wellen anzukämpfen undmit unserem Schlauchboot „Seal 2“ die offene See anzusteuern.
Sogar im seichten Wasser können Strömungen gefährlich werden. Alles muss zügig gehen. Doch ist die erste Hürde geschafft, fegen wir zweimotorig über die oft vier bis sechs Meter hohen Wellen Richtung Port St. Johns in der Provinz Ostkap. Jeder von unserer zehnköpfigen Crew ist mit den Füßen in Schlaufen am Bootsboden verankert, sucht mit festem Griff an dicken Stricken Halt.
Bei diesem wilden Ritt auf dem straff gepolsterten Rand der „Seal 2“ werden wir kräftig herumgewirbelt. Ungeachtet der Anstrengung, gleiten unsere Blicke unentwegt über den Ozean. Im Auf und Ab des Horizonts halten wir Ausschau nach Flossen von Delfinen, Haien, Walen. In aller Eile gefolgt wird den Seevögeln.
Sie sind die Wegweiser aus der Luft. Wo viele von ihnenkreisen, ist unter Wasser immer etwas los – in der Sprache der Meeresräuber heißt das, der Esstisch Ozean ist reich gedeckt. Viel schneller als wir peilen Delfine die Schwärme kleiner Fische an. Aus allen Richtungen schwingen sie sich blitzschnell durch die Gischt, um nicht zu kurz zu kommen.
Kaptölpel schießen wie Pfeile vom Himmel bis zu zehn Meter tief ins Wasser, um sich eine Sardine zu schnappen. Doch dieses Jahr scheinen unberechenbare Klimaschwankungen den Jägern einen Strich durch die Rechnung zu machen. El Niño dürfte erneut die Meereund das Wetter durcheinanderwirbeln.
„Sardinen halten sich am liebsten bei 16 Grad kaltem Wasser in 15 Meter Tiefe auf. Auf diesem Niveau herrschen diese Saison jedoch 19 Grad vor. Die Schwärme sinken in kühlere Gefilde bis auf 45 Meter ab“, erklärt Tauchguide Spencer. Das kilometerlange, dicht gedrängte Festmahl nahe der Wasseroberfläche bleibt derzeit aus.
Dennoch wimmelt es an der Wilden Küste vor gefährlichen Räubern. Ein knapp vier Meter großer Tigerhai rammte unser Schlauchboot, als er auf der Jagd nach Sardinen, die unter unserer „Seal 2“ Schutz suchten, nur Augen für die Leckerbissen hatte. Einen Schlag in die Hüfte bekam Tauchkollegin Kathi ab, als sie ins Boot der „Seal 1“ klettern wollte. Ihre Unterwasserkamera lief mit, per Video stellte sich heraus, es war ein Hai.
Mit dem Flugzeug von Wien aus erreichen Sie Durban z. B. mit Emirates über Dubai oder mit Qatar Airways über Doha.ist der führende Tauchreiseveranstalter in Südafrika. Seit 2002 hat das Unternehmen ein umfassendes Netzwerk aus erstklassigen Anbietern und Resorts wie die Mbotyi River Lodge aufgebaut. Der „Sardine Run“ ist die anspruchsvollste der Expeditionen.
Ein Vollzeitsanitäter und medizinische Ausrüstung sind vor Ort. Infos und Anmeldungen:Mit Bullenhaien oder einem Weißen Hai mussten wir rechnen, als Spencer in 20 Meter Tiefe im weiten Blau des Ozeans eine große Plastikflasche mittels Drehbewegungen zerdrückte: „Für Haie klingt das Knacken wie das Brechen von Fischknochen.
“ Doch die tierischen Zufallsgäste kamen nicht vorbei. Stattdessen machten wir als Schnorchler mit Buckelwalen und vielen Delfinen Bekanntschaft. Die Blickkontakte sind unvergesslich. Nach neun Stunden und 80 Kilometern auf dem Wasser geht es zurück ins Camp.
Müde, aber voller unbeschreiblicher Eindrücke am Ende jeden Tages. Und mit dem guten Gefühl zum Schluss, den „Sardine Run“ ohne Schrammen überstanden zu haben. Das macht leidenschaftliche Taucher fit für das nächste große Abenteuer. User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia wieder.
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