RSO Wien im Konzerthaus: Was für ein Auftakt für Poschner!

Österreich Nachrichten Nachrichten

RSO Wien im Konzerthaus: Was für ein Auftakt für Poschner!
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Das Radiosymphonieorchester und sein neuer Chefdirigent Markus Poschner begannen die gemeinsame Reise – und setzen die Messlatte gleich richtig hoch.

Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen. Als Vorspeise gibt es Klangmischungen aus dem Kompositionslabor: Eine Intrada von scheppernd präparierten Harfen und Küchengongs gibt die Richtung an.

Aber bald intervenieren Holz und energische Trommel ; die Trompeten hupen wie ungeduldige Autos. Ein Surren und Zupfen in den Streichern wechselt sich ab mit Glissandi, begleitet von Ricochet-Effekten in den Bässen. Irgendwo scheint sich eine Mundharmonika im Orchester zu verstecken. Da hinten!

Eine? Ein ganzes Dutzend! Jeder Holzbläser scheint eine in die Tasche gesteckt bekommen zu haben. Zwischendrin ein Kreischen, wie wenn man mit einem Eimer Sardinen an der Möwen-Voliere vorbeischlendert.

Dann stilles Funkeln, zarter Mundharmonikachor und ein nach oben gleitender Bläserchoral: Stase. Schließlich macht das Schlagwerk wirbelnd auf sich aufmerksam, was das Blech nicht auf sich sitzen lässt. Dann geht ein Handyalarm los und nicht mehr aus – bis man, immer noch erschrocken, merkt, dass es eine Spieluhr war. Alle Gruppen legen sich nochmal ins Zeug – und das Werk verstummt.

„O flower of fire“ nennt die Londonerin Hannah Kendall das 20 Minuten lange Werk; „Glauben und Anbetung“ waren laut Programmtext die thematischen Ausschlaggeber – und zumindest die Andacht kann man auch tatsächlich – kurz – schon bei der ersten Begegnung heraushören. Ob es allerdings zu einer zweiten kommt, ist fraglich. Viel Zeit darüber zu sinnieren blieb nicht, denn schon kam „Great Talent“ Giorgi Gigashvili auf die Bühne. Ein junger Pianist mit schwarzem Lockenschopf, Rüschenhemd, Hornbrille und Schnauzer.

In Ravels Klavierkonzert sollte sich Gigashvili beweisen, was schwierig ist, weil das Werk so unverschämt gut ist, dass es eigentlich immer gut klingt. Aber hier die erste positive Überraschung des Abends: Hier waren ein musikalisch alerter Geist und ein überlegter Interpretationswille zu hören. Etwa darin, wie er die Anfangsnoten gegeneinander verschob, um den „Blue“-Charakter in den Vordergrund zu rücken. Oder im folgenden Loslassen, wenn sich die Musik entspannt.

Die RSO-Harfen klangen dazu zart und luftig. Die hypnotisierende Soloeinleitung zum Adagio war langsam, aber nicht zerfleddert. Lebhaft-rustikal raste Gigashvili durchs Finale; das Orchester halsbrecherisch, aber erfolgreich hinterher. Wer nun meinte, Strawinskys Schlachtross „Le sacre“ würde vielleicht sich selbst überlassen , wurde eines Besseren, ja eines Exzellenten belehrt!

Hier steckte bei jeder Note etwas Gewolltes, ja Penibles dahinter. Die besonders aggressive Percussion-Gruppe klang klar definiert. Die wilde Ungeduld zum Ende von Teil Eins war gewaltig, der Rest zwingend; das Orchester zog an einem Strang; das Resultat war ein selten gelungenes Frühlingsopfer. Höchst vielversprechend!

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

DiePressecom /  🏆 5. in AT

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Ortstaxe: Wien zeigt sich erstaunt über Kritik der HotellerieOrtstaxe: Wien zeigt sich erstaunt über Kritik der HotellerieDie Erhöhung der Ortstaxe sei bei einem Gipfel mit Branchenvertretern vereinbart worden, betont Finanzstadträtin Barbara Novak.
Weiterlesen »

Uni Wien schafft erneut Sprung in die Welt-Top-100Uni Wien schafft erneut Sprung in die Welt-Top-100Universität Wien erneut unter den Top 100 im Times Higher Education Ranking 2024. Österreichische Hochschulen mit starken Platzierungen.
Weiterlesen »

Blutiges Handgemenge im Cockpit, SPÖ-Führungsdebatten und Cyberangriff auf WienBlutiges Handgemenge im Cockpit, SPÖ-Führungsdebatten und Cyberangriff auf WienEin ernstes Stören im Cockpit einer Boeing 737, ein Intensiver SPÖ Innen Konflikt, den Landeshauptmann Fellner will mit politischem Tisch in Berlin veteiligen; und die Schläge Datenaktion auf Wien-Infrastruktur. In Zusammenhang mit den Themen.
Weiterlesen »

Offizielle Eröffnung zweier neuer Forschungszentren am MedUni-Campus AKH WienOffizielle Eröffnung zweier neuer Forschungszentren am MedUni-Campus AKH WienZwei neue Zentren - das Center for Translational Medicine und das Eric Kandel Institute - richten sich für die Umsetzung von Forschung in die Patientenversorgung und bringen eine neue Ära personalisierter, digital unterstützter Medizin in die Stadt Wien. Die Investition von 120 und 90 Millionen Euro werden gut ausgehend von Bund und Stadt genutzt, um die medizinische Versorgung individuell an Patienten anzupassen und Forschung in der Klinik zu integrieren. Im Mittelpunkt des Events steht die Zusammenarbeit von Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Gemeindemitgliedern, um die Zukunft der Medizin in Wien mit über Brücken und neuen Forschungsstationen.
Weiterlesen »