Áron Orbán bat Grazer Unternehmer um Stopp eines Ukraine-Geldtransports in Österreich

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Áron Orbán bat Grazer Unternehmer um Stopp eines Ukraine-Geldtransports in Österreich
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Áron Orbán, Bruder von Viktor Orbán, bat einen Grazer Unternehmer, einen Ukraine-Geldtransport in Österreich zu stoppen. Der Unternehmer informierte die DSN.

Ein Bruder des damaligen ungarischen Premierministers Viktor Orbán, Áron Orbán, hat im Frühjahr einen Grazer Unternehmer gebeten, einen weiteren für die Ukraine bestimmten Geldtransport in Österreich behördlich stoppen zu lassen. Das berichtete das Onlinemedium 444.hu am Donnerstag unter Verweis auf Chats. Der Grazer Unternehmer bestätigte die Darstellung der APA.

Hintergrund: Beschlagnahmung in Ungarn

Zuvor war in Ungarn ein für die Ukraine bestimmter Geldtransport aus Wien auf fragwürdige Weise beschlagnahmt worden. Ungarische Behörden hatten Anfang März in einer spektakulären Operation 40 Mio. US-Dollar, 35 Mio. Euro sowie neun Kilogramm Gold beschlagnahmt, die in einem Geldtransporter der staatlichen ukrainischen Oschtschadbank von der Raiffeisenbank International (RBI) in Wien in die Ukraine gebracht werden sollten.

Die Maßnahme, die während des ungarischen Wahlkampfs erfolgte, wurde mit einem Verdacht auf Geldwäsche begründet. Ein Ermittlungsverfahren wurde jedoch nach der Abwahl von Orbáns Fidesz-Partei bei den Parlamentswahlen am 12. April in Ermangelung eines Tatverdachts wieder eingestellt und die beschlagnahmten Werte Anfang Mai an die Ukraine übergeben.

Die Bitte an den Grazer Unternehmer

Konkret sei das Ansinnen von Áron Orbán am 26. März per Messenger an den im Finanzsektor aktiven Unternehmer in Graz übermittelt worden, schrieb 444.hu. Der Grazer mit ungarischen Wurzeln, den Orbán trotz einer gescheiterten Kandidatur auf einem hinteren ÖVP-Listenplatz bei den Grazer Gemeinderatswahlen 2021 für politisch einflussreich hielt, bestätigte der APA die Darstellung.

In einem Telefonat mit der APA am Donnerstag sagte der Unternehmer, Orbán habe einfach gefragt, ob er irgendwie Einfluss habe und einen solchen Anschlag organisieren könne. Áron Orbán sei ein naiver Typ, der im Schatten seines Bruders aufgewachsen sei, charakterisierte er seinen Kommunikationspartner.

Der Grazer ging nicht davon aus, dass der jüngere Orbán formal im staatlichen Auftrag agiert hatte. Er erachtete die Angelegenheit jedoch als Illustration dafür, wie die wenige Wochen zuvor erfolgte Beschlagnahmung eines Geldtransports der staatlichen ukrainischen Oschtschadbank organisiert worden war. Áron habe geglaubt, dass Derartiges in Österreich ähnlich wie damals in Ungarn funktionieren würde, sagte er.

Unklar blieb, ob der Bruder des damaligen Premierministers Zugang zu nachrichtendienstlichen Quellen hatte oder völlig bluffte. In der WhatsApp-Kommunikation hatte Orbán auch geschrieben, dass neben ihm jemand sitzen würde, der über Orte und Zeitpunkte für eine nächste Geldlieferung aus Österreich an die Ukraine genau Bescheid wüsste und bei Bedarf dem Grazer Unternehmer mit diesen Informationen helfen würde.

Keine Details zu weiteren Lieferungen

Details zu etwaigen derartigen Lieferungen waren jedenfalls nicht öffentlich bekannt. Die Oschtschadbank hatte nach der Beschlagnahmung vom 5. März lediglich verlautbart, nicht mehr über Ungarn fahren zu lassen, zu möglichen anderen Routen dieser Transporte aus Österreich in die Ukraine jedoch keine Angaben gemacht.

Der Grazer Unternehmer informierte laut eigenen Angaben einen ungarischstämmigen Grazer ÖVP-Gemeinderat über seine Kommunikation mit Áron Orbán. Auch schrieb er an die DSN über mögliche ungarische Pläne in Österreich. Die DSN habe sich bei ihm jedoch nicht gemeldet; er habe lediglich eine automatische Eingangsbestätigung erhalten, schilderte er.

Politische Reaktionen in Österreich

Die Causa hatte nicht nur für massive Spannungen zwischen Kiew und Budapest gesorgt, sondern im Frühjahr auch die österreichische Innenpolitik beschäftigt. Die FPÖ richtete damals eine parlamentarische Anfrage an die für Bankgeschäfte unzuständige Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) und ortete einen nächsten Ukraine-Skandal mit Österreich-Bezug.

Fidesz hatte im Wahlkampf die benachbarte Ukraine als Bedrohung für Ungarn dargestellt. Die Beschlagnahmung und die anschließende Einstellung des Verfahrens sorgten für erhebliche diplomatische Verstimmungen.

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