Robin Hood für Energie: So kommen ärmere Haushalte an gespendeten...

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Geschenkte Energie entlastet Menschen, die wenig Geld haben, stark. Ein Forschungsprojekt von Salzburg Research sucht Lösungen, wie die Energiespenden noch besser dort ankommen, wo sie gebraucht...

Geschenkte Energie entlastet Menschen, die wenig Geld haben, stark. Ein Forschungsprojekt von Salzburg Research sucht Lösungen, wie die Energiespenden noch besser dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Schon die Online-Registrierung kann eine Hürde sein. Wie erreicht kostenloser Strom verlässlich jene Haushalte, wo er als Spende benötigt wird? Und wie kann ich sicherstellen, dass die Mengen, die zur Verfügung stehen, vollständig genützt werden? Das sind nur zwei Fragen, mit denen sich Forschende von Salzburg Research im Rahmen des Projektes „Energiespenden 2.0“ beschäftigen.

„Wir suchen nach jenen Stellschrauben, an denen man drehen kann, damit gespendete Energie noch besser bei den von Armut betroffenen Haushalten ankommt und nicht ungenützt bleibt“, umreißt Projektleiter Stefan Linecker, Energiegemeinschaftsspezialist bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft, das Ziel: „Wir schauen uns dabei technische, soziale und wirtschaftliche Aspekte an. “Pioniere wie Robin Powerhood und die enixi GmbH, die mittels Energiegemeinschaften überschüssigen Strom an bedürftige Haushalte vermitteln.

Mit an Bord ist außerdem die OurPower Energiegenossenschaft, eine Plattform, auf der Produzenten ihren Strom zu einem selbst festgelegten Preis in ganz Österreich verkaufen können. Bei Energiespenden stellt sich – wie am Strommarkt generell – das Problem, dass erzeugte und verbrauchte Mengen in Einklang sein sollen.

„Gerade im Frühling und Sommer steht um die Mittagszeit durch die Photovoltaik-Anlagen viel überschüssige Energie zur Verfügung, die gespendet wird. Doch in den teilnehmenden Haushalten wird zu dieser Zeit meist nur ein Teil dieses Stroms tatsächlich benötigt“, nennt Linecker eine der Herausforderungen.

„Armutsbetroffene Haushalte haben oft kein Elektroauto oder keine Wärmepumpe, um diese Überschüsse effizient zu nützen“, sagt der Experte. Bei den technischen Möglichkeiten wird deshalb geprüft, ob sich Batterielösungen rechnen, um nicht benötigte Mengen der Energiespenden für später zu speichern. Eine andere Idee ist, die nicht benötigten Energiespenden zu bündeln und zu vermarkten. Ampelsysteme via App könnten den Nutzern anzeigen, dass gerade viel gespendeter Strom zur Verfügung steht.

Bei allen digitalen Lösungen sei aber zu bedenken, dass sozial schwache Gruppen oft technisch nicht gut ausgestattet seien und es barrierefreie Zugänge brauche.

„Die Handynummern wechseln häufig, E-Mail-Adressen sind oft nicht vorhanden“, nennt Linecker praktische Hemmnisse bei der Abwicklung des Energiespendens: „Schon die Online-Anmeldung, um gespendete Energie zu nützen, kann für ältere oder von Armut betroffene Menschen eine unüberwindbare Hürde sein. “ Deshalb sind niederschwellige Zugänge – etwa über Organisationen wie die Caritas – samt persönlicher Unterstützung beim Ausfüllen der Formulare ein Ansatz, der bereits praktiziert, im Projekt aber noch einmal überarbeitet wird.

„Schon die Online-Anmeldung, um gespendete Energie zu nützen, kann für ältere oder von Armut betroffene Menschen eine unüberwindbare Hürde sein“, sagt Stefan Linecker. Die Mitglieder im Konsortium gehen davon aus, dass der Markt für Energiespenden in den nächsten Jahren stark wachsen wird. Allein Robin Powerhood hat eigenen Angaben zufolge seit 2023 rund 1000 Megawattstunden Strom an bedürftige Haushalte gespendet.

„Das entspricht einer Unterstützungsleistung von rund 100.000 Euro“, sagt Projektleiter Valentin Neuhauser.ist vorgesehen, dass Gebietskörperschaften zehn Prozent des Stroms, der mit eigenen Anlagen erzeugt wird, schutzbedürftigen Haushalten zur Verfügung stellen. „Wenn daraus eine Verpflichtung wird, wäre das ein großer Hebel“, sagt Linecker. Die Lösungen, die das Konsortium erarbeitet, sollen jedenfalls auch für mehrere zehntausend teilnehmende Haushalte verlässlich funktionieren.

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