Die Wiener Rettung verhandelt mit der ÖGK über faire Finanzierung. Die Gewerkschaften younion und vida kritisieren das Angebot von 1,5 Prozent als zu niedrig.
In Wien verhandeln die Rettungsorganisationen mit der Österreichischen Gesundheitskasse ( ÖGK) über die künftige Vergütung des Rettungs- und Krankentransports. Die ÖGK bietet bisher lediglich eine Erhöhung um 1,5 Prozent an. Die Gewerkschaften younion und vida kritisieren dieses Angebot als deutlich zu niedrig und fordern eine faire Finanzierung. Die Verhandlungen dauern seit Monaten an und betreffen die Notfallversorgung in der Bundeshauptstadt.
ÖGK-Angebot stößt auf Kritik
Die Gewerkschaften younion und vida lehnen das Angebot der ÖGK ab. Sie verweisen auf eine durchschnittliche Inflation von mehr als drei Prozent. Eine Erhöhung um 1,5 Prozent könne die gestiegenen Kosten nicht auffangen, so die Gewerkschaften. Zudem decke die ÖGK-Vergütung bereits jetzt nicht die tatsächlichen Kosten eines Rettungseinsatzes. Die fehlende Summe werde unter anderem durch Steuergeld und Spenden finanziert. Die Sorge ist, dass sich die Finanzierungslücke mit dem aktuellen Angebot noch vergrößern könnte.
younion-Wien-Chef Bernhard Stoik stellte sich hinter die Beschäftigten. Er betonte, dass Sanitäter und Notärzte 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr für die Menschen da seien. Die Arbeit sei körperlich und psychisch belastend. Die Beschäftigten dürften deshalb nicht unter einer aus Sicht der Gewerkschaft unzureichenden Finanzierung leiden. Auch vida-Chef Roman Hebenstreit schlägt Alarm: Die Menschen dürften nicht diejenigen sein, die am Ende die Zeche für eine nicht durchdachte Sparpolitik bezahlen.
Hohe Qualifikation der Wiener Rettungskräfte
Die Gewerkschaften verweisen gleichzeitig auf die hohe Qualifikation der Wiener Rettungskräfte. Wien habe österreichweit einen besonders hohen Anteil an Notfallsanitätern mit der gesetzlich höchstmöglichen Ausbildung. Das bringt auch für Patienten Vorteile: Viele medizinische Maßnahmen können bereits direkt am Einsatzort durchgeführt werden. Dadurch sollen Krankenhäuser und das Gesundheitssystem entlastet werden. Die Gewerkschaften sehen darin ein starkes Argument für eine bessere Bezahlung.
younion und vida fordern die Gesundheitskasse nun auf, die Gespräche weiterzuführen und ein deutlich besseres Angebot vorzulegen. Einen Kompromissvorschlag der Rettungsorganisationen gebe es bereits. Für die Gewerkschaften ist klar, dass die Finanzierung nicht auf dem Rücken jener ausgetragen werden soll, die im Notfall vor der Tür stehen. Wie die Verhandlungen weitergehen, ist derzeit offen.
Finanzierungslücke und nächste Schritte
Die fehlende Deckung der Einsatzkosten durch die ÖGK führt dazu, dass Rettungsorganisationen auf andere Geldquellen angewiesen sind. Steuergelder und Spenden gleichen die Lücke derzeit aus. Die Gewerkschaften befürchten, dass eine Erhöhung um nur 1,5 Prozent diese Lücke weiter vergrößern würde. Sie verlangen daher eine deutliche Anhebung der Vergütung, um die gestiegenen Kosten auszugleichen und die Qualität der Notfallversorgung zu sichern.
Die Verhandlungen zwischen der ÖGK und den Rettungsorganisationen dauern an. Die Gewerkschaften haben bereits einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der jedoch noch nicht angenommen wurde. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Parteien auf eine faire Finanzierung einigen können. Die Beschäftigten der Wiener Rettung hoffen auf eine Lösung, die ihre Arbeit angemessen würdigt und die Versorgung der Bevölkerung langfristig sicherstellt.
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