Repräsentative Wiener Villen und die Preisgrenzen ihrer Liebhaber

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Wiens historische Villen „erzählen“ Geschichten und hüten die Kindheitserinnerungen ihrer Abgeber. Manchmal erzielen sie auch Liebhaberpreise.

Wiens historische Villen „erzählen“ Geschichten und hüten die Kindheitserinnerungen ihrer Abgeber. Manchmal erzielen sie auch Liebhaberpreise. Viele von ihnen haben noch die Kaiserzeit erlebt, fast alle zwei Weltkriege überstanden: Historische Villen in Wien sind Zeitzeugen für die großen politischen Entwicklungen, aber auch für viele persönliche.

Für die „Sommer von damals“, die man als Kind bei den Großeltern verbracht hat. Oder die seligen Zeiten, als die Kinder noch klein waren und Social Media erst frisch daherkam. Erinnerungen, die für die Besitzer und potenziellen Verkäufer der stolzen Anwesen ein Schatz sein können – für potenzielle Käufer aber, mit Verlaub, wertlos sind.

Das sorgt bei den historischen Häusern im Unterschied zu modernen Architektenvillen oft für eine ordentliche Kluft bei den Preisvorstellungen, die auch unter dem Vorzeichen Liebhaber-Objekt nicht immer vermittelbar sind.

„Die Käufer rechnen zwar mit einem gewissen Plus für die Liebhaberei, zahlen aber keine absurden Preise“, weiß Richard Buxbaum, Inhaber von Buxbaum Immobilien. Auch Johannes von Mattuschka, Geschäftsführer von Engel & Völkers Wien, kennt das Thema: „Natürlich hoffen viele, den absoluten Liebhaber als Käufer zu finden. Aber jeder, der solche Häuser aus der Barschaft heraus kauft, ist auch ein Investor und will wissen, wie man gegenrechnet.

“Zumal derzeit durchaus Immobilien am Markt sind und auch Transaktionen stattfinden. „Derzeit gibt es ein kumuliertes Angebot, weil in den vergangenen Jahren nicht so viel gekauft wurde“, erklärt Peter Hack, Inhaber des gleichnamigen Immobilienunternehmens. Wobei der Verkauf heuer wieder angezogen hat, wie die Makler berichten.

„Wir haben seit Jänner zwölf Villen im einstelligen Millionenbereich verkauft“, berichtet von Mattuschka, „im vergangenen Jahr nicht einmal eine. “ Zwar habe es heuer in seinem Maklerbüro noch keine Transaktionen über der Grenze von zehn Millionen Euro gegeben, aber im Vergleich zum Vorjahr sei man mit der beachtlichen Steigerung zufrieden.

Um den Sprung in den mehrstelligen Millionenbereich zu schaffen, braucht es laut Hack ein Objekt, das „alle Stückerl“ spielt: „Das muss ein historisches Objekt in bester Lage sein, das fixfertig hergerichtet ist, inklusive Tiefgarage, Indoor-Pool, Outdoor-Pool und Lift.

“ Wenn alles passt, werden auch 15 bis 20 Millionen Euro aufgerufen. Wer im einstelligen Millionenbereich bleiben möchte, und vielleicht sogar im unteren einstelligen Bereich, müsse als Erstes einmal auf die Tiefgarage verzichten, die zu den teuersten Nice-to-haves bei historischen Objekten zählt.

„Wenn auch ein normaler Garagenplatz reicht, befindet man sich preislich bereits eine Kategorie darunter. “ Das Wichtigste für die Käufer dieser Häuser seien die hohen Räume und vor allem Platz, Platz und noch einmal Platz. Kompromisse werden dagegen bei den Grundrissen, aber auch den Auflagen des Denkmalschutzes gemacht, etwa hinsichtlich der straßenseitigen Fassaden oder Fenster.

Bei den jüngeren Käufern seien auch historische Objekte wie Winzerhäuser wieder gefragt, zumal dann, wenn sie mit der Lage punkten können und die Straßenbahn und der Billa in der Nähe sind – und es sich um ein U-förmiges Haus mit uneinsehbarem Patio handelt. Was auf dem Wiener Markt noch fehle, seien nicht nur fixfertig renovierte beziehungsweise sanierte, sondern zudem auch noch komplett eingerichtete Anwesen, wie es beispielsweise bei historischen Objekten in London, aber auch bei den Kitzbüheler Chalets längst State of the Art sei.

„Das würde meiner Meinung nach auch viele internationale Käufer ansprechen“, ist der Makler überzeugt. Die müssten sich dann keine Sorgen über das Finden von Innenarchitekten und Handwerkern machen, was für immer mehr Kunden zum Pluspunkt werde.

„Aber derzeit trauen sich die Entwickler in Wien da noch nicht drüber“, bedauert Hack. Ebenso Mangelware seien Neubauten, die nach außen historisch anmuten, im Inneren aber alle modernen Features verfügen und keinerlei Auflagen in Sachen Denkmalschutz haben.

Außerdem natürlich Stil und Charakter haben, aus Ziegeln gebaut sind – und auf keinen Fall einen US-amerikanischen Eindruck machen.

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