Renault kann man derzeit unbestritten als Retro-König bezeichnen. R5, Twingo, mit Abstrichen auch R4 wecken E-motionen, ungewöhnlich bei E-Autos. ...
Renault kann man derzeit unbestritten als Retro-König bezeichnen. R5, Twingo, mit Abstrichen auch R4 wecken E-motionen, ungewöhnlich bei E-Autos. Jetzt zeigen die Franzosen eine Neuauflage des legendären R8 Gordini – aber leider nur als Einzelstück.
Vom kantigen Viertürer der 60er-Jahre bleibt dabei vor allem die Idee. Das neue Renault 8 Gordini Concept ist ein flaches, breites, zweisitziges Coupé mit Elektroantrieb und Hinterradantrieb. 270 PS treiben die Hinterräder an – ein bewusstes Zitat des Originals, bei dem Motor und Antrieb ebenfalls hinten saßen. Nur dass 1964 noch 95 PS reichen mussten. Mit 4,12 Meter Länge bleibt die Neuinterpretation kompakt.
Gleichzeitig ist sie 1,88 Meter breit und nur 1,27 Meter hoch. Vorne stehen 19-Zoll-, hinten 20-Zoll-Räder in den Radhäusern. Die unterschiedliche Radgröße soll nicht nur spektakulär aussehen, sondern auch den Hinterradantrieb optisch betonen. Überhaupt geht Renault bei den Proportionen deutlich weiter als bei einem klassischen Retro-Entwurf.
Der Wagen wirkt eher wie ein kleiner Rallye-Prototyp oder ein extrem verdichteter Sportwagen als wie eine modernisierte Limousine. Renault selbst spricht von einer „Café-Racer“-Ästhetik: wenig Zierrat, klare Linien, sichtbare Technik und Konzentration auf das Wesentliche. Der Begriff stammt eigentlich vom Motorradbau. Trotzdem ist die Verbindung zum R8 Gordini sofort erkennbar.
Vorne sitzen sechs runde Leuchten, die rechteckigen Radhäuser erinnern ebenfalls an den Klassiker. Dazu kommen kleine muschelförmige Außenspiegel und natürlich das wohl wichtigste Gordini-Erkennungszeichen überhaupt: die beiden weißen Streifen auf blauem Grund. Beim Concept sind sie allerdings nicht einfach nur auflackiert. Renault zieht das Motiv durch das gesamte Auto – bis in Details an Windschutzscheibe, Rückleuchten und Innenraum.
Auch das Blau ist keine zufällige Wahl. Es orientiert sich am historischen Bleu de France, beim Concept aber als aufwendige Dreischichtlackierung mit Perlmutt. Auch das Cockpit spielt mit der Vergangenheit, ohne sie nachzubauen. Das Armaturenbrett des ursprünglichen R8 Gordini bestand aus einer vergleichsweise einfachen Metallfläche mit Rundinstrumenten.
Beim Concept werden daraus rundedigitale Anzeigen, die auf einem horizontalen Element aus gebürstetem Aluminium sitzen. Dazu kommen Alcantara, Aluminium, blaue Cord-Einsätze in den Schalensitzen und Motorsport-Ziernähte. Der historische Hintergrund erklärt, warum Renault ausgerechnet dieses Modell wieder hervorholt. Der Renault 8 Gordini kam 1964 auf den Markt und machte Motorsport-Technik für vergleichsweise kleines Geld verfügbar.
Mit Heckmotor, Hinterradantrieb, geringem Gewicht und zunächst 95 PS wurde er zum Trainingsgerät für eine ganze Generation französischer Rennfahrer. Auch Rallye-Legende Jean Ragnotti sammelte damit frühe Erfahrungen. Die Kombination aus blauem Lack und weißen Doppelstreifen wurde später praktisch zum Synonym für Gordini. Renault bezeichnet das Fahrzeug ausdrücklich als Stilübung und Einzelstück.
Angaben zu Batterie, Reichweite, Beschleunigung oder Ladeleistung gibt es entsprechend nicht – und eine Serienproduktion ist nicht angekündigt. Nach seiner Premiere auf dem Renault Carwalk an den Champs-Élysées wird das Auto im Oktober auf dem Pariser Autosalon gezeigt. Anschließend soll es Teil der historischen Renault Collection in Flins werden. User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia wieder.
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Flins Französischer Jean Ragnotti Renault
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