Putin setzt auf Luftkrieg und Zermürbung der Ukraine: Auf dem...

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Putin setzt auf Luftkrieg und Zermürbung der Ukraine: Auf dem...
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Die studierte Politikwissenschafterin ist seit 2010 Redakteurin der „Presse“ mit Schwerpunkt Osteuropa und Südkaukasus. Als Reporterin berichtete sie u. a. von der „Revolution der Würde“ aus Kiew, von der Krim-Annexion und russischen Intervention in der Ostukraine seit 2014. Von 2017 bis 2021 war sie Korrespondentin der „Presse“ in Moskau.

Am Freitag beschädigten russische Drohnen mehrere Brücken in Kiew – eine abermalige Ausweitung der Luftkampagne des Kremls. Während Russland an der Front sogar Rückschläge erlebt, will es mit entfesselten Bombardements die Ukraine in die Knie zwingen.

Die Brücken über den Dnipro sind Nadelöhre des Verkehrs in der ukrainischen Hauptstadt. Die mehrere hundert Meter langen Konstruktionen verbinden die Wohnbezirke am Ostufer mit dem Zentrum. Der Verkehr stockt hier oft, Pendler benötigen viel Geduld. Russland hat nun diese Brücken als Ziel seiner Luftschläge identifiziert.

Moskau attackierte am Freitagmorgen mehrere Dnipro-Brücken in Kiew, wohl um die Verbindung zwischen den beiden Ufern zu unterbrechen. Der Autoverkehr auf zwei von insgesamt sieben Brücken war zunächst gesperrt. Eine dritte Brücke war teilweise von Sperren betroffen. Reparaturteams rückten aus, um den Schaden festzustellen.

Russland hat in den vergangenen Wochen seine Luftkampagne auf immer neue Ziele erweitert. Die Angriffe erstrecken sich auf Logistikzentren, Medikamentenlager, Tankstellen und andere Versorgungseinrichtungen. Der Militäranalystsprach im „Presse“-Interview von einer umfassenden Bombardierungsstrategie, die auf „die Lebensfähigkeit der Bevölkerung in den Großstädten zielt“. Kremlchef Wladimirdürfte davon ausgehen, dass er mit besonders brutalen Luftschlägen auf lebensnotwendige Einrichtungen die Ukrainer im Laufe dieses Winters zur Kapitulation zwingen kann.

Gleichzeitig begann Moskau in dieser Woche mit konzentrierten Schlägen gegen ukrainische Energieeinrichtungen. Um die 190 Drohnen und ballistische Raketen wurden in einer Nacht abgefeuert.

„Eine kombinierte Attacke dieses Ausmaßes hat es seit dem Ende der vergangenen Heizsaison nicht gegeben“, sagte der ukrainische Premierminister Serhij Korezkyj. Es kam zu mehrstündigen Stromabschaltungen aufgrund der Beschädigungen.vor zwei Wochen mit Diplomaten in Paris teilte. Es soll sich dabei um einen abgefangenen russischen Plan handeln. Demnach würde Moskau im großen Stil Angriffe auf Pumpstationen und Kläranlagen planen.

Auch Angriffe auf Transformatorstationen in nächster Nähe der drei funktionierenden Atomkraftwerke werden als Ziele genannt.

„Das ultimative Ziel ist die Trennung großer ukrainischer Städte von Strom, Wärme und Wasser, was eine humanitäre Krise verursachen könnte“, schreibt die Zeitung. In den vergangenen Wintern verfehlte Russland sein Ziel. Dem Angreifer mangelte es an militärischen Mitteln, um den Zusammenbruch der Energieversorgung zu erreichen. Die Ukraine schützt kritische Einrichtungen durch bauliche Konstruktionen, Reparaturbrigaden setzen beschädigte Leitungen immer wieder in Stand.

Nachteilig für das angegriffene Land ist heuer, dass man mit Patriot-Abfangraketen unterversorgt ist. Außenminister Andrij Sibyha bezifferte den Bedarf für den Winter auf 300 Stück. Auch fehlt weiterhin eine breit verfügbare Gegenwaffe gegen die strahlgetriebenen Drohnen, die Russland nun massenhaft einsetzt. Angesichts des Kalküls des Kremls sind die Erwartungen für die neue US-Gesprächsinitiative verhalten.

Selbst ein Teilwaffenstillstand scheint zum jetzigen Zeitpunkt vor allem wegen Moskaus Unwillen wenig wahrscheinlich. Die Ukraine zeigt sich prinzipiell gewillt, ihre Gegenschläge auf russisches Territorium einzustellen, wenn Russland seinerseits auf Luftschläge verzichtet. Drohnenangriffe haben das Potenzial der Ukraine vergrößert, der russischen Wirtschaft Schaden zuzufügen. Auch am Freitag griff die Ukraine russische Einrichtungen an, etwa eineBei seinem Auftritt am Waldai-Forum am Donnerstagabend erklärte Putin, dass die ukrainischen Angriffe ein Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts vernichtet hätten.

Er kündigte an, dass die russische Armee den ostukrainischen Donbass innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre einnehmen werde. Doch schon seit mehreren Wochen drängt die Ukraine mit ihrer Gegenoffensive „Vivaldi“ bei der StadtDie Stagnation des Ukraine-Feldzuges bildet den Hintergrund für die neuesten Drohungen des Kremls gegen Europa. Putin erklärte, dass Russland bei einem Angriff auf Kaliningrad bereit sei, „alle verfügbaren Waffen“ einzusetzen. Schon in seiner Rede hatte er das Atomarsenal als Angstmacher eingesetzt.

Könne man sicher sein, dass Nuklearwaffen nicht angewendet würden?

„Natürlich nicht“, sagte Putin und konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. Dann verwies er mit einem zweifelhaften Bild auf das berühmte „Gewehr Tschechows“: Wenn eine Waffe an der Wand hänge, müsse sie verwendet werden.

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