Prozess gegen falsche Beautyärztin in Wien fortgesetzt

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Prozess gegen falsche Beautyärztin in Wien fortgesetzt
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WIEN. Am Donnerstag sind im Prozess gegen eine falsche Beautyärztin die Opfer am Wort gewesen. Den zahlreichen Patientinnen sollen schwere Gesundheitsschäden zugefügt worden sein.

Neben schwerer Körperverletzung in 39 Fällen und minder schwerer Körperverletzung in über einem Dutzend weiteren Fällen legt die Anklage der Frau Kurpfuscherei, Untreue und schweren gewerbsmäßigen Betrug zur Last.

Eine Frau hatte nach einem Fadenlifting monatelang ihr Auge nicht schließen können. Neben Unterspritzungen und Laserbehandlungen hatte die Frau auch das Fadenlifting machen lassen. Sie hatte sich als Model beworben und daher nichts für die Behandlungen gezahlt. Die Angeklagte und ihre Schwester hätten damit geworben, die neuesten Techniken in Los Angeles erworben und diese nun nach Wien gebracht zu haben.

Nach dem Lifting hatte die 35-Jährige auch einen Wulst über der Augenbraue.

"Man bekommt halt Panik, weil es ist das Gesicht ist", sagte sie als Zeugin vor Gericht aus. Auch die Besenreiser ließ sie sich in dem Studio behandeln.

"Ich habe heute noch Narben", sagte die 35-Jährige. Die aus dem Iran stammende Angeklagte soll laut Anklage in großem Stil Behandlungen durchgeführt haben, zu denen nur ausgebildete Ärztinnen und Ärzte berechtigt sind. In zahlreichen Fällen sollen die von der 46-Jährigen vorgenommenen Eingriffe bei den Patientinnen und Patienten danebengegangen sein.

Zwischen 2021 und 2023 soll sie regelmäßig Botox und Hyaluron gespritzt haben, was laut Anklage zu gravierenden, teilweise nachhaltigen Schäden führte: Infektionen, Schwellungen und Narbenbildungen, die einem medizinischen Gutachten zufolge eine länger als 24 Tage dauernde Gesundheitsschädigung bewirkten. In mehr als 50 weiteren Fällen sollen die Betroffenen unter Blutergüssen und Kopfschmerzen gelitten haben.

Auf die Frage der Richterin, ob sich die 35-jährige Patientin behandeln hätte lassen, wenn sie gewusst hätte, dass die Angeklagte keine Ärztin sei, meinte diese:"Auf gar keinen Fall!

" Eine andere Frau hatte sich in dem Institut die Lippen aufspritzen lassen. Für die Behandlung seien ihr Solariumsschutzbrillen aufgesetzt worden, was der 33-Jährigen komisch vorkam. Am nächsten Tag hatte sie eine extreme Schwellung und extreme Schmerzen, konnte kaum reden oder lachen. Sie schrieb ein Mail an das Institut und berichtete von den Folgen der Behandlung.

Als Antwort wurde ihr beschieden, dass das normal sei.

"Ich dachte, meine Lippe bricht auf. " Sie verließ tagelang das Haus nicht. Möglicherweise Geld für private Zwecke abgezweigt Die Angeklagte soll darüber hinaus als Geschäftsführerin von drei Gesellschaften Gelder abgezweigt und für private Zwecke - der Staatsanwalt verwies auf Restaurantbesuche und Shopping-Touren - verwendet haben. Der inkriminierte Schaden liegt deutlich über der strafbestimmenden Wertgrenze von 300.000 Euro.

Auch die Kosten für die Erstellung einer Website soll sie als Auftraggeberin schuldig geblieben sein. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. Sie wurde am 23. Mai mit Europäischem Haftbefehl in Paris festgenommen und in weiterer Folge nach Wien überstellt.

Seither sitzt sie in der Justizanstalt Wien-Josefstadt wegen Tatbegehungs- und Fluchtgefahr in U-Haft. Im Oktober finden noch zwei Verhandlungstage statt. Im Fall einer anklagekonformen Verurteilung drohen der 46-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft. Die Beschuldigte bekannte sich lediglich zur Körperverletzung und Kurpfuscherei schuldig.

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