In mehreren spanischen Städten protestierten Zehntausende gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen. Auslöser der Protestwelle war die Räumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid. In Valencia eskalierten die Demonstrationen, wobei die Polizei Gummigeschoße und Tränengas einsetzte. In Madrid stellten sich Demonstranten einer neonazistischen Gegendemonstration entgegen und verhinderten deren Vormarsch auf das Protestcamp. Die spanische Regierung will Mieter stärker schützen, sieht sich jedoch Opposition und steigenden Wohnkosten gegenüber.
Während die Proteste in vielen Städten friedlich verliefen, kam es in Valencia zu Zusammenstößen mit der Polizei. Sicherheitskräfte setzten laut Berichten Gummigeschoße und Tränengas ein, um die Menge aufzulösen.
Rund 30 Demonstranten drangen vorübergehend in den bekannten Kulturkomplex"Stadt der Künste und Wissenschaften" ein. Polizisten brachten sie wieder hinaus. Eine geplante Demonstration in Barcelona wurde wegen einer Unwetterwarnung verschoben. Für zusätzlichen Zündstoff sorgte in Madrid eine Gegendemonstration von Rechtsextremen.
Mitglieder einer Neonazi-Gruppe versuchten am Samstagabend, zum Protestcamp gegen Wohnungsnot auf der Puerta del Sol vorzudringen. Einige zeigten dabei den Hitlergruß. Die Polizei stoppte die Gruppe, setzte Gummigeschoße ein und nahm drei Personen fest. Auf dem Platz stellten sich ihnen Demonstranten entgegen, die sowohl gegen Faschismus als auch gegen die Wohnungsnot protestierten.
Druck auf die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro SanchezMinderheitsregierungDie Maßnahmen sollten unter anderem Mieter stärker schützen und Zwangsräumungen erschweren. Konservative, rechte Parteien und die katalanische Partei Junts stimmten dagegen.würden das Angebot weiter verknappen und die Preise womöglich noch stärker steigen lassen. Auslöser der jüngsten Protestwelle war die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal in Madrid. Die Frau musste Ende September nach rund 70 Jahren ihre Wohnung verlassen.
Der Fall sorgte landesweit für Empörung. Unter dem Motto"Keine weitere Maricarmen" gingen daraufhin Zehntausende auf die Straße. In Madrid entstand auf der Puerta del Sol ein Protestcamp mit zahlreichen Zelten. Die Wohnkosten sind in Spanien seit Jahren ein Reizthema.
Die Mieten haben sich in Teilen des Landes innerhalb eines Jahrzehnts nahezu verdoppelt. Besonders in Madrid und Barcelona geben viele Bewohner einen großen Teil ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Für Sanchez wird die Lage damit immer schwieriger. Seine Regierung verfügt im Parlament über keine stabile Mehrheit und kann zentrale Vorhaben kaum noch durchbringen.
Spanische Medien berichteten am Wochenende, dass der Premier die Stimmung im Land genau beobachten wolle. Danach könnte er entscheiden, ob das Parlament vorzeitig aufgelöst wird. Regulär würden die nächsten Parlamentswahlen erst im Sommer 2027 stattfinden. Nach dem Scheitern des Wohnpakets stehen nun aber auch vorgezogene Neuwahlen im Raum.
Ausgerechnet die Wohnungsfrage könnte damit nicht nur über Mieten und Räumungen entscheiden - sondern auch über die Zukunft der spanischen Regierung.
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