Project Sinai: Tierschutz als Lebensaufgabe

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Project Sinai: Tierschutz als Lebensaufgabe
Kastration, Dahab, Sinai

Sandy P. Peng, Dominique Steiger und Hans Weiland haben sich zusammengeschlossen, um das Leid der Straßentiere in Dahab zu bekämpfen. Mit Kastrationen und medizinischer Versorgung wollen sie das Tierleid nachhaltig verringern.

„Als ich 2024 für einige Wochen nach Dahab auf die Sinai -Halbinsel reiste, wollte ich in erster Linie zur Ruhe kommen, tauchen und Zeit in der Natur verbringen“, schildert Sandy P. Peng.

„Doch nur wenige Tage nach meiner Ankunft begegnete ich einer schwer verletzten und stark abgemagerten Katze. “ Sie hatte eine rund zwölf Zentimeter große Wunde, die sich vom mittleren Rücken über die rechte Körperseite bis zur Innenseite ihres Beins zog. An der breitesten Stelle war sie etwa drei bis vier Zentimeter offen.

„Trotz ihres Zustands war sie unglaublich kämpferisch und zeigte einen beeindruckenden Lebenswillen – und diese Begegnung veränderte alles“, erklärt Peng. Nach der Operation war sie fast täglich mit der Katze zur Wundversorgung in der Tierklinik.

„In dieser Zeit wurde ich dann deutlich mit dem Leid der unzähligen Straßentiere konfrontiert, und ich entschied, aktiv zu werden. “ Die Vorarlbergerin engagiert sich seit vielen Jahren für Tierrechte und ist unter anderem durch ihre Arbeit für den Verein gegen Tierfabriken bekannt. Gemeinsam mit Dominique Steiger und Hans Weiland entstand „Project Sinai“.

„Wir drei haben ein gemeinsames Ziel: möglichst vielen Tieren zu helfen und durch Kastrationen die Situation vor Ort nachhaltig für Mensch und Tier zu verbessern. “ Steiger stammt aus der Schweiz und engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich in der Tierklinik in Dahab. Sie kennt das Tierschutznetzwerk und koordiniert zwischen Klinik, Tierschützern und Bevölkerung. Rund 30 gerettete Katzen leben bei ihr.

Peng und Steiger kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit im Einsatz gegen den Walfang. Jahre später kreuzten sich ihre Wege in Dahab. Der Wiener Hans Weiland lebt seit vielen Jahren in Dahab. Er kümmert sich um Finanzen und Buchhaltung und übernimmt einen großen Teil der Kommunikation mit Klinik, Tierschutznetzwerk und Bevölkerung.

Bei ihm leben 20 gerettete Katzen. Peng übernimmt vor allem Öffentlichkeitsarbeit, finanzielle Unterstützung sowie die Organisation und Beschaffung von medizinischem Material. Bei ihren regelmäßigen Aufenthalten arbeitet sie auch vor Ort mit. Seit Oktober 2024 wurden laut Peng über 1000 Behandlungen an rund 600 Tieren durchgeführt.

Darunter sind Augen- und Zahnbehandlungen, Kastrationen, die Versorgung von Wunden und Verletzungen sowie Amputationen.

„Unser Ziel ist es, nicht nur verletzte und kranke Tiere zu versorgen, sondern Tierleid nachhaltig zu verhindern. “ Deshalb verbindet das Projekt medizinische Hilfe mit Kastration und TNR, also „Trap–Neuter–Return“ . „Denn jede Kastration kann neues Leid verhindern, bevor es überhaupt entsteht. “Für freilebende Katzen seien Kastrationen von großer Bedeutung, verdeutlicht Peng.

Unkastrierte Tiere seien häufig in Revier- und Paarungskämpfe verwickelt und dadurch Verletzungen und anderen Gefahren ausgesetzt. Flächendeckende Kastrationen seien zudem „die einzige nachhaltige Möglichkeit“, die Population zu kontrollieren und langfristig Tierleid zu verhindern.

„Kastrationen sind nicht nur in anderen Ländern wichtig, sondern auch bei uns. “ Denn auch hier könnten unkontrollierte Vermehrung und ausgesetzte Tiere langfristig zu großem Leid führen. Hinweis: Die folgende Bildergalerie enthält Fotos von Katzen, die beim Project Sinai versorgt wurden. Auch verletzte Tiere und Behandlungen beim Tierarzt sind zu sehen.

Ein wichtiger Teil sei die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Viele möchten ihre Tiere versorgen lassen, stoßen laut der Tierschützerin jedoch an finanzielle Grenzen. Das Projekt unterstützt bei der Organisation und übernimmt bei Bedarf Kosten.

„Diese Zusammenarbeit schafft Vertrauen, stärkt das Bewusstsein für Tierschutz und zeigt, dass nachhaltige Veränderung gemeinsam möglich ist“, so Sandy P. Peng. „Es ist mir ein großes Anliegen, Tierschutz nicht nur zu fordern, sondern aktiv umzusetzen, auch über Ländergrenzen hinweg. “ Project Sinai stehe für genau diesen Ansatz: „direkt, lösungsorientiert und getragen von Mitgefühl und Verantwortung. “Auszeichnung für das gesamte Team Dass die Arbeit nun mit dem „Goldenen Fressnapf Tierschutzpreis“ ausgezeichnet wird, bedeutet Peng viel.

„Denn hinter dieser Auszeichnung stehen unzählige gerettete Tiere, viele Stunden Einsatz und ein Team, das jeden Tag alles gibt, um ihr Leben ein Stück besser zu machen. “ Peng wurde als Bundeslandsiegerin für Vorarlberg ausgezeichnet. Gleichzeitig betont sie, dass dahinter das gesamte Team steht.

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