Pläne in der SPÖ: Gerhard Zeiler als Babler-Nachfolger im Visier

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Pläne in der SPÖ: Gerhard Zeiler als Babler-Nachfolger im Visier
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In der SPÖ läuft im Hintergrund die Planung für eine baldige Ablösung von Bundesparteiobmann Andreas Babler. Mehrere Landesparteien, darunter Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und Salzburg, arbeiten auf einen Sonderparteitag hin, um Gerhard Zeiler an die Spitze der Partei zu bringen. Wien könnte dabei übergangen werden, wie bereits bei der Wahl von Christian Kern geschehen.

Die Landesparteichefs der SPÖ sind derzeit ungewöhnlich schweigsam. Im Hintergrund wird jedoch telefoniert, diskutiert, akkordiert. Der Plan jener Bundesländer, die hinter einer ehestbaldigen Ablöse Andreas Babler s an der SPÖ -Spitze stehen, sieht so aus: Im Bundesparteivorstand sollen die Weichen für einen Sonderparteitag gestellt werden, auf dem dann Gerhard Zeiler zum SPÖ -Chef gewählt werden soll.

Theoretisch wären dort auch weitere Kandidaten zugelassen, aber man würde sich dann schon auf Zeiler verständigen, um bestmögliche Chancen zu haben, Andreas Babler loszuwerden. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim gab sich zuletzt im ORF betont gelassen, da der nächste Bundesparteivorstand erst für den 6. November vorgesehen sei. Doch in den Ländern geht man davon aus, dass dieser problemlos vorverlegt werden kann, wenn das von den Mitgliedern des Vorstands mehrheitlich gewünscht wird.

Tonangebend im weiteren Prozedere sind jedenfalls die Länder: Niederösterreich, die Steiermark, Kärnten und Salzburg hätte Zeiler hinter sich. Oberösterreich dürfte am Kippen sein – von Babler zu Zeiler. Tirol und Vorarlberg würden sich dann wohl dem Trend fügen. Das Burgenland unter Hans Peter Doskozil schert weiterhin aus.

Wobei sich ein namhafter Vertreter der Kärntner SPÖ, Nationalratsklubchef Philip Kucher, am Montag hinter Andreas Babler stellte. Bleibt die Frage: Was macht Wien? Hier hat Zeiler Anhänger und Gegner. Im Zweifel werden die oben genannten Länder die Wiener SPÖ einfach übergehen.

Das war schon einmal geschehen. Bei der Kür von Christian Kern zum SPÖ-Chef. Dieser war damals von den Bundesländern aus unterstützt worden. Die Wiener unter Bürgermeister Michael Häupl wollten Werner Faymann.

Und sofern nicht mehr möglich, Gerhard Zeiler zum Bundesparteichef machen. Diesen Präzedenzfall hat man in den roten Ländern verinnerlicht: Notfalls geht es auch ohne Wien. Sollte es Gerhard Zeiler an die SPÖ-Spitze schaffen, sind jedoch nicht alle Probleme gelöst. An einer Front ginge es dann vermutlich erst so richtig los.

An jener, an der die „Bableristas“ das Sagen haben, also die eingeschworene Fan-Gemeinde des aktuellen SPÖ-Chefs, die dem linken Flügel zuzurechnen sind bzw. eigens wegen Babler den Weg zur SPÖ gefunden haben. Diese würden wohl einen Aufstand anzetteln und zumindest auf Social Media befeuern. Die Frage ist: Wie viele Leute sind das? Und welchen Einfluss auf das Machtgefüge der SPÖ haben sie?

Sie würden Gerhard Zeiler das Leben jedenfalls nicht leicht machen. Ein Versöhner an der Spitze der seit Jahren zerstrittenen SPÖ wäre er vermutlich nicht. Dieses Kunststück ist zuletzt nur Michael Ludwig gelungen, der die nach der Flüchtlingskrise 2015 und dem Faymann-Sturz 2016 tief gespaltene Wiener Partei wieder einen konnte. Nicht zuletzt mit einer geschickten Personalpolitik – von Hacker bis Hanke sozusagen.

In Ludwigs Landesregierung fand sich dann der linke wie der pragmatische Flügel wieder. Seine ausgleichende Persönlichkeit tat ein Übriges. In der aktuellen Situation der Bundespartei scheint das eher von Nachteil zu sein: Ludwig, der keine Wellen will, erscheint hier als Zauderer. Bliebe allerdings Andreas Babler SPÖ-Chef, käme die SPÖ auch nicht zur Ruhe.

Zumal sich Babler mittlerweile fremd in seiner eigenen Gesinnungsgemeinschaft vorkommen muss. Das große Lager seiner Gegner ist nun noch ein Stück offensichtlicher geworden. Wie führt man so eine Partei? Wie kommuniziert man mit seinen Landesparteivorsitzenden, die einen bei jeder sich bietenden Gelegenheit – von Kern bis Zeiler – loswerden wollen?

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