Ein US-Gericht verurteilt Apple zu 5,7 Milliarden Dollar Schadenersatz an Taction Technology wegen Patentverletzung der Taptic Engine. Apple legt Berufung ein.
Apple ist in einem US- Patentstreit zu einer Schadenersatzsumme von exakt 5.721.961.750 Dollar verurteilt worden, wie US-Geschworene entschieden haben. Das entspricht derzeit gut fünf Milliarden Euro. Das Verfahren dreht sich um die sogenannte Taptic Engine, die unter anderem beim iPhone und bei der Apple Watch für Vibrationen und haptische Rückmeldungen sorgt.
Vorwürfe von Taction Technology
Taction Technology wirft Apple vor, geschützte Technologie des Unternehmens zu verwenden beziehungsweise verwendet zu haben. Nach Ansicht der Geschworenen hat Apple insgesamt drei Punkte aus zwei Patenten von Taction verletzt. Dafür wurde dem Unternehmen nun die milliardenschwere Summe zugesprochen.
Die Taptic Engine ist eine Technik, die in vielen Apple-Produkten zum Einsatz kommt. Sie erzeugt feine Vibrationen und haptische Rückmeldungen, die das Nutzererlebnis verbessern sollen. Taction Technology sieht in der Verwendung dieser Technik eine Verletzung seiner Schutzrechte.
Apple geht in Berufung
Apple akzeptiert die Entscheidung allerdings nicht. Der Konzern erklärte gegenüber dem US-Sender CNBC, dass er mit dem Urteil nicht einverstanden sei und Berufung einlegen werde. Apple bestreitet außerdem, die Technologie von Taction zu verwenden. Damit ist noch offen, ob Apple die volle Summe am Ende tatsächlich bezahlen muss.
Gerade bei Patentverfahren in den USA kommt es immer wieder vor, dass hohe Schadenersatzbeträge in späteren Verfahren deutlich reduziert werden. Für Apple gibt es dabei zumindest einen wichtigen Punkt: Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass der Konzern die Patente nicht absichtlich verletzt habe.
Wäre eine vorsätzliche Verletzung festgestellt worden, hätte sich der Schadenersatz sogar verdreifachen können. Dann wäre es theoretisch um mehr als 17 Milliarden Dollar gegangen. Diese Möglichkeit besteht nun nicht, was die finanzielle Belastung für Apple zumindest theoretisch begrenzt.
Frühere Auseinandersetzung mit Immersion
Die Technik hat Apple schon früher vor Gericht beschäftigt. Bereits 2016 klagte das Unternehmen Immersion wegen angeblicher Patentverletzungen durch die Taptic Engine. 2018 einigten sich Apple und Immersion schließlich auf eine vertrauliche Lizenzvereinbarung. Bis heute bleibt damit unklar, wie viel Geld geflossen ist.
Der aktuelle Fall mit Taction Technology zeigt, wie komplex und kostspielig Patentstreitigkeiten in der Tech-Branche sein können. Apple wird nun versuchen, das Urteil in der Berufung anzufechten. Ob es bei der Milliardenstrafe bleibt, ist ungewiss.
Apple Taction Technology Patentstreit Taptic Engine Milliardenstrafe Immersion US-Gericht
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Milliarden sparen mit klugem StromverbrauchStromverbrauch flexibel steuern: Studie zeigt, wie Haushalte mit Smart Meter jährlich bis zu 1,65 Milliarden Euro und CO2 sparen können.
Weiterlesen »
TikTok einigt sich mit Alabama auf Vergleich über 100 Millionen DollarTikTok und ByteDance sollen im Rahmen eines Vergleichs mit dem US-Bundesstaat Alabama mindestens 100 Millionen Dollar zahlen und die tägliche Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden begrenzen. Der Vergleich beendet den Gerichtsprozess drei Tage vor seinem geplanten Beginn. Weitere Klagen anderer Bundesstaaten gegen TikTok bleiben davon unberührt.
Weiterlesen »
TikTok zahlt 100 Millionen Dollar im Vergleich mit AlabamaTikTok und ByteDance einigen sich mit Alabama auf einen Vergleich: mindestens 100 Millionen Dollar Strafe und eine Begrenzung der Nutzungszeit für junge Nutzer auf zwei Stunden täglich.
Weiterlesen »
Rolex bietet vier einzigartige Cosmograph Daytona für mindestens zehn Millionen US-Dollar anRolex hat mit dem Set Rolex Four Seasons vier einmalige Sonderanfertigungen des Cosmograph Daytona angekündigt, die jeweils einer Jahreszeit gewidmet sind. Die Uhren werden gemeinsam bei Phillips in London zugunsten wohltätiger Zwecke versteigert. Ein Angebot von über zehn Millionen US-Dollar liegt bereits vor, während mögliche Endpreise bis zu 31 Millionen US-Dollar diskutiert werden.
Weiterlesen »
