Österreichische Kartoffelernte bricht wegen Trockenheit und Drahtwurm ein

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Österreichische Kartoffelernte bricht wegen Trockenheit und Drahtwurm ein
Kartoffelbau, Drahtwurm, Trockenheit

Österreichische Erdäpfelbauern erwarten heuer nur 468.000 Tonnen Ernte statt 813.000 Tonnen im Vorjahr. Hitze, monatelange Trockenheit und Schäden durch den Drahtwurm führen zu kleineren Knollen, höheren Produktionskosten und Sorgen um die heimische Versorgung. Wegen fehlender Gegenmaßnahmen wollen 40 Prozent der befragten Betriebe ihre Anbauflächen reduzieren, weitere 11 Prozent erwägen einen Ausstieg. Die Branche fordert faire Erzeugerpreise und appelliert an Konsumenten, auch kleinere österreichische Erdäpfel zu kaufen.

Österreichweit sitzen die Kartoffel-Bauern heuer auf dem Trockenen. Nicht nur fallen die Knollen in dieser Ernte deutlich kleiner aus – die Trockenheit und der Drahtwurm verkleinerten den Betrag enorm, wie ein Lokalaugenschein im Weinviertel zeigt.

Was sonst prall und erdig auf den Tellern landet, ist heuer vielerorts zur Mangelware geworden. Die erbarmungslose Hitze und monatelange Trockenheit haben den heimischen Erdäpfeln schwer zugesetzt. Als wäre das nicht genug, fraß sich auch noch der Drahtwurm durch die wertvollen Knollen. Die Bilanz ist ernüchternd: Statt der rund 813.000 Tonnen des Vorjahres bleiben heuer gerade einmal 468.000 Tonnen.

Ein durchschnittliches Erntejahr bringt etwa 700.000 Tonnen. Nach einem zunächst guten Start im Frühjahr gerieten die Bestände ab Juni zunehmend unter Hitzestress. Die erhoffte Entspannung durch die Septemberregen kam für viele Knollen zu spät. Zusätzlich hinterließ der Drahtwurm tiefe Fraßspuren.

Befallene Erdäpfel müssen aufwendig aussortiert werden – ein enormer Mehraufwand für die Bauern, die ohnehin mit deutlich geringeren Erträgen und hohen Kosten kämpfen. Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayr warnt vor einer doppelten Belastung. Auch am Markt wächst die Sorge. IGE-Obmann Michael Bachl fordert faire Erzeugerpreise und warnt davor, heimische Erdäpfel durch billigere Importware zu verdrängen, solange österreichische Ware verfügbar ist.

Zugleich appelliert die Branche an die Konsumenten, auch kleinere Knollen zu kaufen. Denn Geschmack und Qualität hängen nicht von der Größe ab. Wer auf österreichische Herkunft und das AMA-Gütesiegel achtet, unterstützt die heimischen Bauern. Besonders alarmierend ist eine Branchenumfrage: 40 Prozent der befragten Betriebe wollen ihre Anbauflächen reduzieren, wenn wirksame Mittel gegen den Drahtwurm ausbleiben.

Weitere elf Prozent erwägen sogar den vollständigen Ausstieg aus dem Erdäpfelbau. Geschäftsführerin Anita Kamptner sieht darin ein deutliches Warnsignal. Neben praxistauglichem Pflanzenschutz wird damit vor allem Wasser zur Überlebensfrage. Effiziente Bewässerung, neue Sorten und eine langfristige Wasserinfrastruktur sollen die heimische Produktion absichern.

Denn wenn auch künftig österreichische Erdäpfel auf den Tellern landen sollen, brauchen die Bauern nicht nur Durchhaltevermögen, sondern vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum.

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