Österreich: Täglicher Müll entspricht 140 Lkw-Ladungen Lebensmitteln

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Österreich: Täglicher Müll entspricht 140 Lkw-Ladungen Lebensmitteln
Lebensmittelverschwendung, Österreich, Umweltschutz

Trotz Verbesserungen werden in Österreich täglich etwa 140 Lkw-Ladungen brauchbarer Lebensmittel entsorgt, wobei die Hälfte im privaten Müll landet. Initiativen wie der Welttag gegen Lebensmittelverschwendung sollen Bewusstsein schaffen, während Umweltverbände verbindliche Reduktionsziele und bessere Spendeneffizienz fordern.

Österreich hat sich in Sachen Lebensmittelverschwendung verbessert, dennoch werden rund 140 Lkw-Ladungen an brauchbarem Essen am Tag weggeworfen. Die Hälfte der Menge landet im privaten Müll.

Der Welttag gegen Lebensmittelverschwendung am Dienstag soll Bewusstsein schaffen und Wege aufzeigen, wie Lebensmittel sinnvoll aufgebraucht oder verteilt werden können. Seit 2020 melden die EU-Mitgliedsstaaten ihre Lebensmittelabfalldaten jährlich an die EU-Statistikbehörde Eurostat. In Österreich werden die Daten vom Umweltbundesamt im Auftrag des Landwirtschafts- und Umweltministeriums ermittelt. Die Lebensmittelverschwendung summiert sich laut Ministerium auf rund 1,2 Millionen Tonnen, davon vermeidbar seien 568.831 Tonnen.

Der Anteil der Haushalte und des Handels an der Verschwendung sei zurückgegangen, der Anteil von Be- und Verarbeitung sowie Außer-Haus-Konsum nahm zu. Der Anteil der Produktion sei in etwa gleich geblieben, so das Ministerium. Die Umweltorganisation WWF forderte am Montag von der Politik verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette sowie bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden.

„Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel verschwenden wir auch wertvollen Boden, Wasser, Energie und die Arbeit vieler Menschen“, so Julia Haslinger vom WWF. Es brauche steuerliche Anreize und klarere Haftungsregeln für spendende Unternehmen sowie mehr Mittel bei der Spendenverteilung. Der Handelsverband erinnerte daran, wie viel sich im Alltag gewinnen lässt: Pro Person würden jährlich rund 69 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen, rund 37 Kilogramm seien vermeidbar. Das entspreche einem Warenwert von etwa 400 Euro pro Person und Jahr.

Der Verband verwies zudem auf die Lebensmittelspenden von Firmen. Das jährliche Aufkommen der Branche belaufe sich auf rund 22.000 Tonnen, umgerechnet mehr als 44 Millionen Mahlzeiten. Restmüllanalysen zeigen laut dem Verein Land schafft Leben, was zu Hause besonders häufig im Mistkübel landet: Brot, Süß- und Backwaren sowie Obst und Gemüse.

„Was für den einen übrig bleibt, wird für den anderen dringend gebraucht“, unterstrich Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Wiener Samariterbunds. 2025 wurden rund 1.300 Tonnen gerettete Lebensmittel in den fünf Sozialmärkten in der Hauptstadt angeboten, die Zahl der registrierten Kundinnen und Kunden stieg auf über 26.000. Im Jahr 2020 waren es noch 17.000. Die Umweltberatung gab anlässlich des Welttags Ratschläge, um Verschwendung zu vermeiden.

Das beginne beim gezielten Einkauf: „Selbst wenn billig eingekauft wurde, wird es teuer, sobald Einkäufe ungenutzt im Müll landen“, hieß es in einer Aussendung. Empfohlen wurde etwa, den Kühlschrank regelmäßig zu durchforsten. Nach jedem Einkauf solle gleich Frisches nach hinten geschlichtet werde, Altes nach vorne. Mehl, Müsli, Nüsse und Trockenfrüchte seien in Vorratsgläsern mit dichtem Deckel mottensicher.

Milchprodukte könnten oft länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum verwendet werden, so die Umweltberatung. Als „letzte Rettung“ riet sie zudem zum Einfrieren einzelner Portionen. Ratschläge gab am Montag auch das Landwirtschaftsministerium. Im Fokus der Bewusstseinskampagne „Mach’s wie Oma: Rette Lebensmittel!

“ stehen vor allem private Haushalte und junge Erwachsene. Bei 18- bis 30-Jährigen bestehe „besonders großes Aktivierungspotenzial“. Auch der Lebensmittelhandel unterstützt die Kampagne des Ministeriums: Spar, REWE, Hofer und Lidl sind Kooperationspartner.

„Statt mit Verboten und Moralappellen arbeitet die Kampagne bewusst mit Humor, Nostalgie und praktischem Alltagswissen“, so das Ministerium. „Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Mistkübel“, so Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig . Nicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.

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