Die österreichische Fußballnationalmannschaft kam nach einem 0:2-Rückstand gegen Irland in der Nations League zurück. Troy Parrott erzielte beide Treffer für die Gastgeber in einer starken ersten Halbzeit, während Alexander Prass und Michael Gregoritsch für den Ausgleich sorgten. Die Partie zeigte die hohe Qualität und Ballsicherheit der Iren sowie die kämpferische Stärke der Österreicher unter Trainer Ralf Rangnick.
Österreich erkämpft sich in Irland nach 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Vier Erkenntnisse eines Abends voller Leidenschaft. Es soll noch einmal jemand behaupten, die Nations League sei keine gute Erfindung gewesen.
Anstatt brotloser Freundschaftsspiele ohne Mehrwert liefert der Bewerb Spiele wie jenes zwischen Irland und Österreich. Beim 2:2 in Dublin hatten die Gastgeber in einer immens starken ersten Halbzeit durch Treffer von Troy Parrott vorgelegt.
Das zur Pause aufgrund des Spielverlaufs nicht erwartbare Unentschieden sicherten Alexander Prass und Michael Gregoritsch . Vier Erkenntnisse eines sehr unterhaltsamen Fußballabends.
Fußballspiele auf der Insel sind anders. Intensive Zweikämpfe, hohe Bälle, lautstarke Fans – all das kennt man. Und doch kann man sich nur bedingt darauf einstellen. Man muss es erleben, die Herausforderung annehmen.
Österreich nahm diese Herausforderung an. Das Bemühen konnte man Rangnicks Spielern wahrlich nicht absprechen. Und trotzdem gab es etwas, das überraschte: Irlands fußballerische Qualität. Die Boys in Green zeigten sich ballsicher, kombinationsstark und entzogen sich immer wieder geschickt dem Pressing der Rangnick-Elf, ohne in Panik zu verfallen.
Vor allem die Sturmreihe Idah-Moylan-Parrott stellte Österreichs Abwehr immer wieder vor Probleme. Sehr bald war klar: Irland kann sehr viel mehr als Zweikämpfe. Rangnick: „Was sie indiviudell und mannschaftlich gezeigt haben, war sehr stark.
“ Erst nach 70 Minuten verlor Irland vermehrt seine Aggressivität und den Zugriff auf diese Partie. Im Abwehrzentrum entschied sich Ralf Rangnick gegen Irland für das Duo Philipp Lienhart/David Affengruber, das im Nationalteam zuvor noch nie zusammengespielt hatte. Die Wunschaufstellung des Teamchefs hätte gewiss Kevin Danso beinhaltet. Das Problem: Der 28-Jährige war nach Gelben Karten in den Heimspielen gegen Israel und Kosovo gesperrt.
Damit fehlte Österreich der Fels in der irischen Brandung. Die Robustheit Dansos bringt weder Lienhart noch Affengruber mit, die beim ersten Gegentreffer von Parrott ganz schlecht aussahen und auch sonst Unsicherheiten zeigten. Österreich mag zwar in der Innenverteidigung breit aufgestellt sein, für gewisse Spiele braucht es allerdings gewisse Spielertypen.
Zudem ist es sicher kein Vorteil, dass sich im ÖFB-Team noch kein klares Nummer-eins-Innenverteidigerpaar der Zukunft gebildet hat. Wetten, dass Kevin Danso am Sonntag gegen Kosovo in Pristina wieder spielt? Egal ob Mwene, Posch, Prass oder Wimmer: Wenn es um Flanken in den Strafraum von den Außenpositionen geht, dann hat Österreich im internationalen Vergleich großen Aufholbedarf. Immer weder ähnelten sich die Szenen, wenn teils jämmerlich getretene Hereingaben nicht ihren richtigen Abnehmer fanden.
Damit verpufften auch in Dublin immer wieder gute Aktionen. Das ÖFB-Team hat noch genügend Hausaufgaben. Wie schon in den ersten beiden Spielen dieser Nations League war Österreich auch gegen Irland die physisch stärkere Mannschaft. Das zeigte sich in Dublin vor allem in den letzten 20 Minuten.
Während der irische Energiehaushalt schon ordentliche Defizite aufwies, rannten die Österreicher noch unermüdlich um jeden Ball. Weil der Druck der Österreicher stieg, war das Unentschieden letztlich absolut verdient. Selbst der Sieg war noch möglich. Mit vier Monaten Verspätung zeigt sich Österreich physisch in WM-Form.
„Ich hatte das Gefühl, als hätten die Iren in den letzten zehn Minuten aus dem letzten Loch gepfiffen. Wir konnten noch etwas zulegen“, sagte Rangnick.
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