Öko-Tourismus in Jordanien: Nichts verläuft hier im Sand

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Das Wadi Rum ist seit 2011 Unesco-Erbe. Der boomende Wüstentourismus bringt den Beduinen Geld, doch die Natur ist in Gefahr. Kann es eine Balance geben?

Julia Neumann 27.9.2023, 11:35 Uhr

„Der Tourismus stellt derzeit die größte Bedrohung dar“, schreibt die Internationale Union zur Bewahrung der Natur in ihrer Evaluierung der Gefahrensituation für das Tal aus dem Jahr 2020. Unzureichend regulierte Fahrten abseits der Straßen durch Reiseveranstalter, der Bau illegaler Camps und unbeaufsichtigte Tou­ris­t*in­nen schädigten die Vegetation.

Das Camp liegt etwas versteckt unter einem hohen schroffen Felsen. „Es macht Freude, den Menschen unseren wunderschönen Ort zu zeigen, die Wüste, die Berge, unsere Kamele, Ziegen und Schafe. Wir sind sehr aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen.“ Abdullah Zalabiehs Familienstamm sind die Ureinwohner der Wüste. Er ist im Wadi Rum geboren, vor 30 Jahren, als es kein Krankenhaus gab und die Frauen sich bei Geburten gegenseitig halfen. Sein 78-Jähriger Großvater lebt hier, sein Urgroßvater und Ururgroßvater lebten ebenfalls in Wadi Rum. Er könnte das so weiter aufzählen, bis zu 500 Jahre reiche seine Familiengeschichte im Tal zurück.

Bei der Infrastruktur sehen die Beduinen die Behörden in der Verantwortung. „Der Staat möchte, dass wir alle in Häusern wohnen, aber dann muss er auch die Ressourcen wie Strom oder Wasser dafür bereitstellen“, sagt Zalabieh. Die Stromkabel im Dorf beispielsweise hängten gefährlich niedrig, sodass sich Kinder beim Spielen verletzen können.

Der Konflikt ergibt sich aus der Geschichte: Für die Zalabiehs war die Wüste schon ihre Heimat, bevor es den Staat Jordanien gab. Die Beduinen halfen Prinz Faisal und dem britischen Offizier T.E. Lawrence, 1917 und 1918 gegen die Osmanen zu kämpfen.

Durch Instagram sind Wüsten-„Bubble Camps“ beliebt. Die „Seifenblasen“ werden oft noch mit Dieselkraftstoff betrieben Laut der Naturschutzorganisation IUCN wurden zwischen 2012 und 2020 sieben neue Camps ohne Lizenzen der Verwaltungsbehörde errichtet. Die Verwaltung habe eine umfassende Klage gegen alle sieben illegalen Lager vorbereitet und eingereicht. Es ist unklar, ob Beduinen ohne Papiere bauen, weil sie das Land als ihr Eigentum ansehen, oder ob Korruption hinter den Bauten steckt.

Die Beduinen wollen den ökologischen Fußabdruck klein halten, bestätigt Haddad. „Jedes Camp und jede Familie verfolgt einen anderen Ansatz. Viele Camps sind auf Solarpanele umgestiegen, sie versuchen, den übermäßigen Einsatz von Generatoren zu vermeiden.“ Auch möchten sie Brennholz „auf ethische Weise beschaffen – aus ressourcenschonender, lokaler Produktion oder aus dem Norden Jordaniens.

Die Beduinen versuchen, den ökologischen Fußabdruck klein zu halten: Solarpanele im Wadi Rum Foto: Julia Neumann

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