Mit der 36. Novelle der Straßenverkehrsordnung gelten elektronisch betriebene Mopeds nun als zweirädrige Kleinkrafträder. Das hat weitreichende Folgen für den Einsatz von Essenslieferanten, die fortan einen Typenschein, eine Versicherung und einen A-Führerschein benötigen, was als passiv-aggressive Bürokratie kritisiert wird.
Die 36. Novelle der Straßenverkehrsordnung tritt heute vollständig in Kraft. Sie beinhaltet eine kleine Änderung mit großer Wirkung: Elektronisch betriebene Mopeds gelten ab sofort als zweirädrige Kleinkrafträder.
Was bedeutet das für die Mopeds? Und noch viel wichtiger: Was bedeutet das für Ihr Pad Thai? Pizzamopeds galten bisher als Fahrräder. Jetzt werden sie in den Adelsstand des Kraftfahrzeugs erhoben.
In der Praxis heißt das: Sie fliegen vom Fahrradweg und erfordern ab heute einen Typenschein, A-Führerschein, Helm, Zulassung, Kennzeichen, Pickerl, Versicherung und Kleingeld für Verwaltungsstrafen. Ein Verbot wäre ein illiberaler Eingriff in die persönliche Freiheit. Österreich wählt den liberalen Weg der passiv-aggressiven Bürokratie: Probleme werden nicht gelöst, man verlangt einfach einen Typenschein und hofft, dass sich das Problem dann von selbst auflöst. Klar, man möchte doch keine arbeitenden Ausländer.
Man kann doch echt nicht dieses imaginäre Feindbild #1 – der arbeitslose, in Luxus lebende, faule Ausländer – kaputtmachen! Für Essens-Zustellungen sind die Entfernungen am Land teils zu groß, da nimmt man das Auto – die Hobby-Radfahrer bevorzugen aber sowieso meist die Straße, obwohl es durchaus nicht so wenige Radwege gibt.
Stimmt, bei uns stellen die Essensausfahrer mit einem uralten VW Golf zu der so vertrauenserweckend ist wie ein durchgerosteter Flachmann aus Opa’s MedizinschrankVielleicht kann mir die Tagespresse auch einen Diplomatenpass für Rennradler ausstellen, die Polizei weiß da leider zu wenig Bescheid von meiner Immunität. Den Elektromopeds fehlt aber eine wichtige Eigenschaft: sie verbreiten keinen ohrenbetäubenden Lärm, wenn sie Nachts durch Wohngebiete brausen.
Wie wäre es mit der verpflichtenden Montage eines 1000 Watt Lautsprechers, der ein täuschend echtes „Queeeeeeeeeeeeeeequeeeee“ von sich gibt?
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