An rund 60 ausgewählten Kindergärten in Niederösterreich sollen Kinder ihren Lernfortschritt künftig mit Handys und Tablets selbst durch Fotos, Videos und Audioaufnahmen dokumentieren. Die Daten werden in digitalen Portfolios gespeichert, die auch für Eltern zugänglich sind. Das freiwillige Projekt soll den altersgerechten und kritischen Umgang mit digitalen Medien fördern, stößt jedoch auf Bedenken wegen möglicher negativer Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder.
Mit Handys und Tablets sollen Mädchen und Buben künftig in Niederösterreich s Kindergärten ihr Lernfortschritte selbst filmen und fotografieren. Das Vorhaben ruft auch Kritiker auf den Plan: „Aus Schulen verbannt man die Handys, in die Kindergärten holt man sie rein.
“Ein Trend, der nicht aufzuhalten ist? Smartphones und Tablets halten jetzt auch Einzug in den Kindergärten. An rund 60 ausgesuchten Standorten in Niederösterreich soll bereits in diesem Kindergartenjahr das sogenannte digitale Portfolio etabliert werden. Zur Erklärung: Derzeit gibt es für jedes Kind eine analoge Portfolio-Mappe, in der die Entwicklungsschritte des Kindes festgehalten werden.
Künftig soll diese Dokumentation auch elektronisch mittels Fotos, Videos und Audioaufnahmen erfolgen – welche die Kinder selbst erstellt haben. Betont wird, dass das Projekt vorerst auf Freiwilligkeit basiert, Eltern und Pädagoginnen müssen zustimmen. Digitale Medien sind ein fixer Bestandteil in der familiären Lebenswelt. Darauf wollen wir im altersgerechten Ausmaß in den Bildungseinrichtungen reagieren.
So funktioniert’s: Pro Gruppe wird es ein Handy oder Tablet geben. Kinder sollen damit aufzeichnen, wie sie verschiedene Aufgaben lösen. Die Fotos oder Videos werden dann im digitalen Portfolio des Kindes gespeichert, das auch zu Hause abrufbar ist. Das Projekt stößt nicht nur auf Zustimmung.
Eltern sind in Sorge und verweisen auf die Entwicklungen in anderen Bildungseinrichtungen: „In den Schulen verbietet man die Handys, aber im Kindergarten will man sie jetzt einführen“, wird auch Kritik laut.
„Digitale Medien sind aus dem Alltag der Kinder heute nicht mehr wegzudenken“, hält Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister dagegen. Es sei daher wichtig, ihnen schon im Kindergarten „einen kompetenten, kreativen und kritischen Umgang damit aufzuzeigen“. Die Kleinen sollen nicht nur lernen, mit Smartphone & Co. umzugehen, sondern altersgerecht auch vermittelt bekommen, was man fotografieren und filmen darf und was nicht. Wissenschaftlich begleitet wird das digitale Portfolio in den heimischen Kindergärten von Experten der Universität Graz.
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