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New York im Ausnahmezustand: Knicks stehen vor dem Titelgewinn

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Die New York Knicks feiern das größte Comeback in der Geschichte der NBA-Finals und stehen kurz vor dem ersten Titelgewinn seit 53 Jahren. Das Team um Jalen Brunson brilliert gegen San Antonio.

Die New York Knicks feiern das größte Comeback in der Geschichte der NBA-Finals und stehen kurz vor dem ersten Titelgewinn seit 53 Jahren. Das Team um Jalen Brunson brilliert gegen San Antonio.

Auflauf vor dem Madison Square Garden: Mittlerweile ist es eine politische Debatte, ob ein Titelgewinn hier gefeiert werden darf - aus Sicherheitsgründen. New York. Die Weltmeisterschaft hat begonnen und die ganze Welt liegt im Fußballfieber? Nein, zumindest in einer gar nicht so unwichtigen Stadt dreht sich weiterhin alles um Basketball.

Die USA mögen am Freitag in Los Angeles ihr erstes WM-Spiel gegen Paraguay bestreiten, doch wer dieser Tage durch Manhattan spaziert, bekommt davon noch wenig mit. Die New York Knicks spielen erstmals seit 1999 im NBA-Finale — derzeit das klar wichtigste Sportthema in der größten US-Stadt. Und die Knicks führen in der Best-of-7-Serie gegen San Antonio mit 3:1-Siegen. Der „Big Apple“ platzt.

Natürlich begegnen einem auch Fans mit Fußballtrikots, vor allem brasilianische und französische— schließlich spielt Brasilien am Samstag in New Jersey gegen Marokko und Frankreich folgt am Dienstag gegen Senegal. Aber das mit Abstand am häufigsten getragene Trikot ist blau-orange, die Farben des traditionsreichen New Yorker Basketballteams. Der 42-jährige Greg trägt eines davon, er ist an diesem Mittwoch extra für das vierte Spiel der Finalserie aus einem Vorort im Norden der Stadt nach Midtown Manhattan gereist.

Nicht etwa, um live im Stadion dabei zu sein, sondern um an einer der vielen „Watch-Parties” nahe des Madison Square Garden teilzunehmen.

„Die Tickets waren mir viel zu teuer”, erklärt Greg, der noch in der Vorrunde bei fast jedem Spiel seiner Knicks dabei war. Nun versucht er zumindest einen Teil der Stimmung hier an der 7th Avenue aufzufangen.

„Wer weiß schon, ob und wann die Knicks wieder mal ins Finale einziehen. ” In der Tat liegt New York den Knicks seit Wochen zu Füßen, nachdem sich das Team im April für die Playoffs qualifiziert hatte und dann mit Siegen gegen die Atlanta Hawks, die 76ers aus Philadelphia und Cleveland Cavaliers das Finalticket gegen die San Antonio Spurs gebucht hat. Die New York Knicks haben obendrein in dieser Serie das größte Comeback in der Geschichte der NBA-Finals geschafft.

Das Team um Jalen Brunson drehte vor den Augen von Pop-Superstar Taylor Swift einen 29-Punkte-Rückstand und setzte sich in einem hoch spannenden Spiel mit 107:106 gegen die San Antonio Spurs durch. Wer die Superstars wie Point Guard Brunson oder Center Mitchell Robinson diese Woche live sehen wollte, musste tief in die Tasche greifen. Die billigsten Tickets waren für mehr als 4000 Dollar zu haben — ganz oben im dritten Rang wohlgemerkt.

Plätze weiter unten im ersten Rang, keineswegs Courtside, wechselten für mehr als 40.000 Dollar den Besitzer. Und wer direkt neben Langzeit-Knicks-Fans wie Spike Lee, Jay-Z oder Ben Stiller in einer der ersten Reihe sitzen wollte, brauchte entweder sehr, sehr gute Beziehungen oder konnte mit etwas Glück für knapp 500.000 Dollar eine der wenigen gehandelten Eintrittskarten ergattern. Tickets für das erste Brasilienmatch bei der WM sind dagegen ein Schnäppchen.

Für 2000 Dollar ist man im MetLife-Stadion in New Jersey dabei, für knapp 5000 Dollar kann man Rafinha und Vinicius Junior von ganz unten auf die Füße schauen. Sowohl die Preise für die Knicks als auch jene für Brasilien zeigen, dass es in New York mit seinen Millionen an wohlhabenden Einwohnern bei den Preisen kaum Grenzen nach oben gibt. Nicht umsonst fliegen manche Fans für das fünfte Spiel der Finalserie am Samstag mit den Knicks nach San Antonio.

Inklusive Flug und Eintrittskarte ist man immer noch günstiger dabei als im Madison Square Garden.

“Für mich ist das keine Option, ich muss arbeiten, aber ich kann es total verstehen”, sagt der Knicks-Anhänger Greg kurz vor Anpfiff des vierten Spiels. Dass in New York City wegen der Knicks längst der Ausnahmezustand herrscht, zeigen nicht zuletzt die Sicherheitsvorkehrungen. Weil beim dritten Spiel der Finalserie auch Präsident Donald Trump im Madison Square Garden dabei war, wurden die öffentlichen Watch-Parties kurzerhand abgesagt.

Zu Ausschreitungen rund um den Bryant-Park nahe des Stadions kam es trotzdem. 21 Menschen wurden verhaftet und fünf Polizisten verletzt. Bürgermeister Zohran Mamdani kündigte für das vierte Spiel ebenso wie ein etwaiges sechstes Spiel in New York schärfere Kontrollen an. Zeitlich interessant wäre ein eventuelles siebentes Match in der Best-of-Seven Serie des NBA-Finales. Es würde am 19.

Juni wenige Stunden nach dem zweiten WM-Match der USA in Seattle gegen Australien stattfinden. Die sportverrückten US-Amerikaner müssten ihre Aufmerksamkeit zwischen zwei Großereignissen teilen. Für die Knicks-Fans in New York gäbe es bis dahin freilich nur ein echtes Thema: Basketball und vorerst keinesfalls Soccer.

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