Die Gemeinde Volders hat dank einer frühzeitigen Fertigstellung einer neuen Wasserversorgung am Volderberg einen drohenden Wasserengpass im trockenen Sommer abgewendet. Bürgermeister Peter Schwemberger bezeichnet das Projekt als Jahrhundertinvestition, die die Wasserversorgung für kommende Generationen sichert und historische Parallelen zu Maßnahmen aus dem Jahr 1928 aufweist.
Den Volderer Wasserschatz sieht Bürgermeister Schwemberger mit der neuen Anlage am Volderberg in trockenen Tüchern. Eine neue Wasserversorgung soll Volders für kommende Generationen absichern. Und das gerade rechtzeitig: Ohne die Anlage hätten manche Volderer heuer wohl erstmals Wasser sparen müssen.
Bürgermeister Peter Schwemberger spricht von einem „Jahrhundertprojekt“ für die Gemeinde. Volders – Der trockene Sommer hinterließ in Tirol seine Spuren, in Iselsberg-Stronach etwa blieben die Pools heuer trocken und Reith im Alpbachtal musste Wasser sparen. Beinahe hätte auch Volders erstmals Maßnahmen setzen müssen.
„Heuer wäre es am Volderberg knapp geworden“, resümiert Bürgermeister Peter Schwemberger. Denn wichtige Quellen haben stark in der Schüttungsmenge nachgelassen oder sind zum Teil ganz ausgeblieben.
„Die Hauswurzquelle am Großvolderberg zum Beispiel hat drei Stränge, zwei davon haben heuer zeitweise ausgelassen“, schildert er. „Auch bei Häusern mit Eigenquelle mussten wir ein paar Mal mit dem Tankwagen aushelfen. “ In absehbarer Zeit hätte die Gemeinde wohl zum Wassersparen aufrufen müssen.
Allerdings hatte Volders Glück im Unglück: Die Gemeinde hat bereits vor zwei Jahren mit der Umsetzung einer neuen Trinkwasserversorgung am Großvolderberg begonnen.
„Die Fertigstellung und Inbetriebnahme erfolgte früher als geplant“, sagt Schwemberger. „So konnte der Engpass abgewendet werden. “ Hinter diesen Türen schlummert der Volderer Wasserschatz: Ein Hochbehälter auf rund 1700 Metern Seehöhe speichert bis zu 300.000 Liter Wasser.
Schwemberger spricht bei der Wasserversorgung von einem „Jahrhundertprojekt“ und spielt dabei auf eine historische Parallele an: Schon vor knapp einhundert Jahren investierte Volders groß in seine Wasserversorgung. 1928 hatte die Gemeinde die Faltschin-Quelle in Baumkirchen erschlossen und beim eigens dafür gebauten Innsteg über den Fluss geleitet. Das Dorf im Tal wird seitdem mit Bergwasser aus dem Karwendel gespeist. In den Ortsteilen Groß- und Kleinvolderberg bestehen eigene Wasserfassungen. Diese werden aber von bodennahen Quellen gefüllt.
Dadurch würden sie rascher auf Trockenheit reagieren und müssten zur Keimabtötung speziell behandelt werden, sagt Schwemberger.
„Es ist doch ein Wahnsinn, dass wir in Tirol unser Wasser UV-belichten müssen, wenn es tiefer unten sauber ist. “ Der Volderer Bürgermeister Peter Schwemberger spricht bei der neuen Wasserversorgungsanlage von einem „Jahrhundertprojekt“. Schon seit 1999 gibt es Bestrebungen, tiefere Quellen auf Volderer Seite zu erschließen. Mehr als zehn wurden seither untersucht – manche zu sauer, andere werden bei Starkregen zu rasch verunreinigt.
Die gefundenen Quellen im Voldertal waren schließlich die Lösung: Sie liegen tief genug, haben ausreichend Schüttmenge und gemischt liefern sie den richtigen ph-Wert. Die Planung der neuen Anlage zog sich über Jahrzehnte, die wirkliche Bauphase dauerte dagegen „nur“ zwei Jahre. Nach mehreren Prüfungen gab der Gemeinderat einstimmig den Auftrag, die neue Wasserversorgungsanlage mit einem 300.000 Liter fassenden Hochbehälter zu bauen. 3,6 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, einen Teil übernehmen Land und Bund.
„Das ist auch für die nächste Generation, wir haben heute einfach ein anderes Klima“, sagt der Ortschef. Weih- für das Trinkwasser: Bürgermeister Schwemberger mit Pfarrkurator Bruno Tauderer bei der Segnung der Anlage vor wenigen Wochen. Die neue Anlage liefert jetzt maximal bis zu neun Liter pro Sekunde. Zum Vergleich: „Derzeit verbraucht der Berg circa einen Liter pro Sekunde, ein Vielfaches davon leiten wir wieder in den Bach.
“Bei der Nutzung habe Trinkwasser immer Vorrang. Die Reserven sollen aber auch der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Denn am Volderberg fehle derzeit ein Löschwassersystem mit Hydranten.
„Da müssen wir nachrüsten, damit fangen wir jetzt sukzessive an“, sagt Schwemberger. Er verweist auf einen Brand am angrenzenden Vögelsberg im Sommer, bei dem ein Einfamilienhaus bis auf die Grundmauern niederbrannte. Damals hatte die Feuerwehr Probleme, rasch ausreichend Löschwasser zu beschaffen. Im übrigen Dorf liefere die Versorgung aus Baumkirchen genug Wasser, versichert der Bürgermeister.
Sieben Jahre sei ein Tropfen dort unterwegs durch das Gestein, um vom Regen- zum Trinkwasser zu werden. Dennoch habe das Großprojekt für ganz Volders Vorteile: „Wir haben jetzt von beiden Inn-Seiten eine Wasserversorgung.
“ Im nächsten Schritt soll eine Leitung in Notfällen den gesamten Ort versorgen können. Derzeit sei das nur über Wattens möglich.
„Heuer haben wir das teure Herzstück gebaut, jetzt können wir die Versorgung deutlich leichter ausbauen“, sagt der Bürgermeister. Den Festakt zur Eröffnung hat eine Abordnung der Volderer Senseler Schützen mit einem landesüblichen Empfang begleitet. Positiv hervorheben will Schwemberger außerdem das neu geschaffene Trinkwasserkraftwerk: „Damit können wir 80 Prozent des Verbrauchs der Nachtbeleuchtung in Volders Dorf decken.
“ Wenn die Leitungen weiter vom Berg ins Dorf verlegt werden, soll ein zweites Kraftwerk in Betrieb gehen. Bis dahin dürfte allerdings noch so mancher Liter in den neuen Hochbehälter fließen.
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