Neos wollen „Teilarbeitsfähigkeit“ einführen

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Ältere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollen durch eine „Teilarbeitsfähigkeit“ länger in Beschäftigung gehalten werden, erklärt der pinke Sozialsprecher Johannes Gasser.

Ältere Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollen durch eine „Teilarbeitsfähigkeit“ länger in Beschäftigung gehalten werden, erklärt der pinke Sozialsprecher Johannes Gasser. Die Neos plädieren für die Einführung einer „Teilarbeitsfähigkeit“ für jene Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen keiner vollen Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Sozialsprecherwill damit auf chronisch Kranke, aber vor allem auch auf ältere Arbeitnehmer abzielen. Er sieht dies als Gegenentwurf zu einem von der SPÖ, aber auch der AK propagierten „Bonus-Malus-System“, mit dem Unternehmen zur Beschäftigung Älterer motiviert werden sollen. Gasser betonte vor Journalisten, die Arbeitslosenquote bei Älteren habe sich in den letzten Jahren an den Durchschnitt angenähert. Erst bei den 60- bis 64-Jährigen gehe die Quote mit 9,8 Prozent überdurchschnittlich hinauf.

Diese liege aber nicht daran, dass die Älteren „massenweise gekündigt“ würden. Bei 60-Jährigen gebe es sogar eine geringere Wahrscheinlichkeit, von einer Beschäftigung in die Arbeitslosigkeit zu kommen als bei Jüngeren. Die größte Herausforderung bei älteren Arbeitnehmern sei vielmehr, dass diese sehr oft in eine Langzeitarbeitslosigkeit kommen, so Gasser. Grund dafür sei, dass fast die Hälfte der älteren Arbeitnehmer „gesundheitliche Vermittlungshemmnisse“ aufweisen würden.

„Das heißt, die können gar nicht alle Jobs annehmen“, so Gasser, hier gelte es anzusetzen. Ziel müsse es sein, Ältere mit gesundheitlichen Einschränkungen länger in Beschäftigung zu halten - und zwar über eine „Teilarbeitsfähigkeit“, so Gasser. Dies habe man auch im Regierungsprogramm festgelegt, nicht hingegen ein nun u.a. von SozialministerinJene Personen mit längeren Krankenständen und gesundheitlichen Problemen müssten wieder in Beschäftigung gebracht oder besser begleitet werden, so der Abgeordnete.

Er will bei mehreren Punkten ansetzen, etwa bei der Qualifizierung: „Gerade bei Berufen, die oft zu Invalidität oder Berufsunfähigkeit führen“, müsse man frühzeitig Umschulungsmaßnahmen auf andere Berufe durchführen. Bereits bestehende Maßnahmen wie etwa sozioökonomische Betriebe zum Wiedereinstieg müssten angepasst werden. Es würden auch Maßnahmen fehlen, um Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen wieder in Beschäftigung zu bekommen. Die Wiedereingliederungsteilzeit etwa greife nur bei Personen, die noch ein Beschäftigungsverhältnis haben.

Auch beim Rehabilitationsgeld sieht Gasser Verbesserungsbedarf. Dieses Instrument wurde geschaffen, um gesundheitlich Beeinträchtigte nicht sofort in die Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension schicken zu müssen, stattdessen ist vorgesehen, diese mit Rehabilitationsmaßnahmen wieder fit für den Arbeitsmarkt zu bekommen. Evaluierungen hätten aber ergeben, dass das Reha-Geld diese Ziele nicht erfüllen konnte.

Menschen würden „jahrelang“ im Reha-Geld „festhängen“, so Gasser. Oft wären Betroffene „zu krank, um zu arbeiten, aber zu gesund, um in Pension geschickt zu werden“. Die Menschen würden dann zwischen den Institutionen Pensionsversicherungsanstalt . Hier müsse man in einem „jährlichen Assessment“ schauen, „wie sich die Arbeitsfähigkeit verbessert hat“. Ein Instrument, um all das besser zu koordinieren wäre laut Gassers Ansicht die einheitliche Begutachtungsstelle.

Hier gehe es aber nicht darum, dass man eine komplett neue Organisation schaffe, vielmehr müssten „die Kompetenzen, die da sind“ und die Praxis abgeglichen werden - und sichergestellt, „dass die Menschen in einen einheitlichen Begutachtungsprozess und an die richtige Stelle verwiesen werden können“. Am 11. November planen die Neos auch eine parlamentarische Enquete zu diesem Thema. Vorgestellt werden sollen dort u.a. „best practice Modelle“ aus den Niederlanden.

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