Nach 35 Jahren: Diese legendäre Airline will wieder abheben

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Nach 35 Jahren: Diese legendäre Airline will wieder abheben
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Pan Am will zurück in den Linienverkehr. Was hinter dem Comeback der legendären Airline steckt, welche Pläne bereits konkret sind und was noch fehlt.

Die legendäre Pan American World Airways wurde 1927 gegründet und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Fluggesellschaft en der Welt. 1991 stellte die Airline ihren Betrieb ein.

Mehr als 30 Jahre nach dem Ende der legendären Fluggesellschaft arbeitet Pan Am an einem Neustart. Noch ist keine Linienfluggesellschaft zugelassen. Die Marke ist aber bereits wieder mit Privatjet-Reisen, einem FBO und weiteren Reiseangeboten präsent. Pan Am war für Jahrzehnte eine der bekanntesten Fluggesellschaften der Welt. 1991 stellte die ursprüngliche Pan American World Airways den Betrieb ein.

Nun soll der Name wieder in den regulären US-Luftverkehr zurückkehren – allerdings Schritt für Schritt und mit einem Konzept, das weit über den klassischen Airline-Betrieb hinausgeht. Hinter dem Vorhaben steht Pan American Global Holdings. Das Unternehmen übernahm die Rechte an der Pan-Am-Marke 2023 und baut seitdem ein Geschäft rund um Reisen, Luftfahrt und Tourismus auf. Dazu gehören unter anderem Pan Am Travel, Pan Am Journeys, Pan Am Experience und Pan Am FBOs.

Der entscheidende Schritt in Richtung Linienflugbetrieb erfolgte im Oktober 2025. Pan Am Brands, eine Sparte von Pan American Global Holdings, hatte zuvor mit AVi8 Air Capital eine strategische Partnerschaft geschlossen, um die Machbarkeit einer neuen Pan American World Airways als planmäßige US-Fluggesellschaft zu prüfen. Nach Abschluss dieser Prüfung wurde der Zertifizierungsprozess bei der US-Luftfahrtbehörde FAA offiziell eingeleitet. Geplant ist eine Zulassung als sogenannter Part-121-Carrier.

Dieser Prozess ist eine zentrale Voraussetzung für einen regulären Linienbetrieb. Einen konkreten Starttermin gibt es bislang nicht. Auch Strecken und eine endgültig festgelegte Flotte waren nach Angaben aus dem Projekt im Jahr 2025 noch nicht definiert. Fest steht lediglich: Sollte die Zulassung erteilt werden, soll die neue Pan Am ihren Sitz in Miami haben und mit Airbus-Flugzeugen operieren.

Damit ist die oft entscheidende Schlagzeile beim Pan-Am-Comeback klar einzuordnen: Die Airline ist noch nicht zurück. Derzeit befindet sie sich in der Vorbereitung auf den geplanten Linienbetrieb und muss dafür die erforderlichen FAA- und US-DOT-Genehmigungen erhalten. Parallel zur Zertifizierung wird bereits an der Infrastruktur gearbeitet. Im Februar 2026 vereinbarten Pan American World Airways und der Technologiekonzern Amadeus eine Zusammenarbeit.

Amadeus soll zentrale Systeme für eine künftige Airline liefern. Dazu gehören unter anderem Buchungs- und Inventarmanagement sowie Lösungen für den Vertrieb von Flugangeboten. Vorgesehen ist sowohl die Nutzung von NDC als auch klassischer Vertriebswege. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem reinen Markenprojekt.

Eine Fluggesellschaft braucht nicht nur Flugzeuge und Crews, sondern auch Systeme für Reservierungen, Verfügbarkeit, Vertrieb und die Abläufe rund um die Reise. Die Kooperation mit Amadeus zeigt, dass solche Strukturen für den geplanten Neustart bereits vorbereitet werden. Während die neue Airline noch auf ihre Zulassungen wartet, ist das Pan-Am-Logo bereits wieder auf Flugzeugen zu sehen. Das Unternehmen setzt dabei zunächst auf private und kuratierte Reiseerlebnisse.

Pan Am Journeys organisiert exklusive Reisen mit privaten Charterflugzeugen und arbeitet dabei mit unabhängigen Partnern aus der Luftfahrt- und Tourismusbranche zusammen. In den eigenen Unterlagen weist Pan Am Journeys ausdrücklich darauf hin, dass das Unternehmen die Reisen kuratiert, vermarktet und koordiniert, die eigentlichen Transportleistungen aber von unabhängigen Dienstleistern erbracht werden. Das Angebot soll die Marke bereits heute erlebbar machen, während parallel an der möglichen Rückkehr in den Linienverkehr gearbeitet wird.

Für Juni 2027 ist etwa eine 19-tägige Afrika-Reise mit einem privaten Pan-Am-Flugzeug angekündigt. Nach den veröffentlichten Angaben sind 42 Gäste vorgesehen, die Reise führt durch vier Länder. Als Abflugort ist New York genannt. Bereits 2025 fand zudem eine Pan-Am-Reise über den Atlantik statt.

Bei „Tracing the Transatlantic“ führte die Route von New York nach Shannon und weiter zu mehreren historischen Zielen. Laut Pan Am Journeys wurde dafür eine Boeing 757 eingesetzt. Ein Beispiel ist Pan Am Flight Services. In St. Joseph im US-Bundesstaat Missouri ist inzwischen ein Pan-Am-FBO in Betrieb – also eine Abfertigungs- und Serviceeinrichtung für die allgemeine und private Luftfahrt.

Angeboten werden unter anderem Betankung, Bodenservice, Flugplanung, Catering sowie eine Lounge für Piloten. Auf der offiziellen Pan-Am-Seite werden daneben weitere Bereiche wie Hotels, Lounges, Charterangebote und Reiseleistungen angekündigt. Das Unternehmen präsentiert die Marke damit bewusst als größeres Reise- und Lifestyle-Angebot und nicht nur als künftige Fluggesellschaft. Das Vorgehen ist damit zweigeteilt: Auf der einen Seite steht der langfristige Aufbau einer neuen Linienfluggesellschaft.

Auf der anderen Seite werden bereits heute Produkte und Erlebnisse rund um den bekannten Namen angeboten. Gerade diese Trennung ist für die aktuelle Einordnung entscheidend. Pan Am Journeys und das FBO sind bereits konkrete Angebote. Die geplante Linienfluggesellschaft dagegen befindet sich weiterhin im Zulassungs- und Aufbauprozess.

Auch die Flottenfrage ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Im Dezember 2025 berichtete ch-aviation unter Berufung auf Pan-Am-Mitgründer Ed Wegel, dass langfristig Airbus A320neo vorgesehen seien. Gleichzeitig wurde darauf verwiesen, dass die Entscheidung an die weitere Entwicklung bei Lieferketten und Triebwerken gekoppelt sei. Fest steht deshalb derzeit vor allem eines: Der Name Pan Am ist wieder aktiv – eine neue Linienfluggesellschaft mit diesem Namen ist hingegen noch ein Projekt.

Ob daraus tatsächlich wieder reguläre Passagierflüge werden, hängt vom weiteren Verlauf der FAA-Zertifizierung und den notwendigen US-Genehmigungen ab. Einen bestätigten Termin für den Start eines neuen Linienbetriebs gibt es derzeit nicht.

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