Der hormonelle Schwangerschaftstest Duogynon (1950 bis 1980) steht im Verdacht, Missbildungen bei Kindern im Mutterleib verursacht zu haben. Bis heute kämpfen Betroffene um Anerkennung. Jetzt ist Bundesgesundheitsminister Lauterbach am Zug.
Zwei Tabletten, die seine Mutter in der Schwangerschaft eingenommen hat, verändern das ganze Leben von Andre Sommer: Davon ist der Allgäuer überzeugt. Sommer wird mit einer seltenen Fehlbildung geboren, seine Blase liegt außerhalb seines Körpers. Selbst nach etlichen Operationen lebt Sommer bis heute mit Einschränkungen. Seit Jahren berichtet das BR-Politikmagazin Kontrovers über das Leid der Betroffenen und deren Kampf um Anerkennung.
Andre Sommer kämpft seit 15 Jahren darum, dass etwas passiert: Seit er erfahren hat, dass seine Behinderungen mutmaßlich auf Duogynon zurückzuführen sind, den Schwangerschaftstest seiner Mutter.Das Hormonpräparat Duogynon wurde zwischen 1950 und 1980 als hormoneller Schwangerschaftstest verschrieben: Bestand der Verdacht einer Schwangerschaft, nahmen Schwangere zwei Dragees des Hormonpräparats ein.
Das Medikament ist so hoch dosiert, erklärt Sommer, "dass es eigentlich als Pille-Danach verwendet werden würde. Oder als Abortmittel. Es hatte die Menge von eineinhalb Monatsrationen Antibaby-Pillen, die heute auf dem Markt sind. Das muss man sich mal vorstellen, was Frauen damals genommen haben." Die längst erwachsenen Betroffenen und ihre Angehörigen kämpfen seit Jahrzehnten um Gehör und Anerkennung - vergeblich. Die Politik ist Sommers letzte Hoffnung. Im Sommer 2022 konnte er Bundeskanzler Olaf Scholz bei einem Bürgergespräch in Füssen das Versprechen abringen, sich für ein Treffen der mutmaßlichen Duogynon-Opfer mit dem Bundesgesundheitsminister Lauterbach einzusetzen.
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